Wie wir auch morgen noch sicher und erschwinglich heizen können

Nahezu 90 Prozent unserer Häuser werden heute mit Erdgas oder Öl beheizt. Doch ein Ende des fossilen Zeitalters ist bereits abzusehen. Die Politik in Deutschland und der EU hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Das kann nur gelingen, wenn bis dahin der Verbrauch von Erdgas und Öl schrittweise auf null reduziert wird. Wie aber werden wir morgen sicher, klimaschonend und erschwinglich unsere Wohnungen beheizen können?




Die modernen Gas-Brennwertgeräte der Vitodens 300er- und Vitodens 200er-Familien von Viessmann können mit 20 bis 30 Prozent Wasserstoff im Erdgas problemlos betrieben werden (Bild: Viessmann)

Im Verkehr ist die Abkehr von den fossilen Kraftstoffen bereits gut erkennbar – auf unseren Straßen begegnen uns immer öfter elektrisch betriebene Pkw. Auch im Bereich der Gebäudebeheizung wird die Elektrifizierung eine immer bedeutendere Rolle spielen. Allerdings ist nicht jedes Haus ohne Weiteres für die Beheizung mit einer Wärmepumpe oder einer Elektro-Heizung geeignet. Vor allem bei vielen älteren Häusern müssten die Besitzer eventuell hohe Investitionen tätigen, um die Wärmedämmung zu verbessern und dann ein komplett neues, strombasiertes Heizsystem installieren zu lassen. Nicht jeder hat das dafür erforderliche Budget zur Verfügung.

Wasserstoff ist der kommende Energieträger

Die Lösung für eine verlässliche, sichere, bezahlbare und zugleich klimaneutrale Wärmeversorgung sehen Experten deshalb in einem sinnvollen Mix, bei dem neben Strom auch erneuerbare Energieträger genutzt werden. Insbesondere “grüner” Wasserstoff wird dabei eine große Bedeutung haben. Sein Einsatz, vor allem im Gebäudebestand, ist der konsequente Weg, die Wärmeversorgung klimaneutral zu machen.

Wasserstoff (H2) kommt auf der Erde in der Verbindung mit Wasser in gewaltigen Mengen vor. In dieser Form bedeckt er über zwei Drittel der Erdoberfläche. Um reinen, “grünen” Wasserstoff zu erhalten, wird das Wasser mittels Elektrolyse aufgespalten – ein einfaches Verfahren, das vielen noch aus dem Naturkunde-Unterricht bekannt sein dürfte. Der dafür benötigte Strom kommt ausschließlich aus erneuerbaren Energien, ist dadurch CO2-frei und somit auch die Erzeugung und die Nutzung des neuen Energieträgers.

Auch bei seiner Verbrennung entsteht kein Kohlendioxid. Neben der dabei freiwerdenden Wärme entsteht vor allem Wasserdampf, der über eine Abgasleitung an die Umgebung abgegeben wird. Damit schließt sich dann der Kreislauf aus Erzeugung aus dem Grundstoff Wasser und der Verbrennung des Wasserstoffs, wobei wieder Wasser entsteht.

Moderne Gas-Brennwertgeräte sind bereits jetzt wasserstofftauglich

Schon jetzt werden unserem Erdgas bis zu zehn Prozent Wasserstoff beigemischt. Der Anteil wird aber in den kommenden Jahren schrittweise erhöht werden, um die Emissionen des Treibhausgases CO2 zu senken. Heute bereits könnten 20 Prozent Wasserstoff dem Erdgas in den Verteilnetzen beigemischt werden. Das würde die Treibhausgasemissionen um rund sieben Prozent pro Jahr verringern. Eine Maßnahme, die sofort wirken und einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten würde.

Die Technik, um solche Erdgas-Wasserstoff-Gemische zur Wohnraumbeheizung und Warmwasserbereitung nutzen zu können, ist vorhanden und bereits vieltausendfach im Markt installiert. Moderne Gas-Brennwertgeräte können sogar jetzt schon noch höhere Wasserstoffanteile, bis zu 30 Prozent, problemlos und effizient in Wärme umwandeln. Haus- und Wohnungsbesitzer, die sich für solche “H2ready”-Wand- und Kompaktgeräte entscheiden, sind deshalb für die Zukunft mit steigenden Wasserstoff-Anteilen im Erdgas bestens gerüstet.

“H2ready”-Brennwertgerät für 100 Prozent Wasserstoff

Um den Weg in eine treibhausgasneutrale Zukunft mit reinem Wasserstoff zu ebnen, entwickeln Innovationsführer der Branche innovative Brennwertgeräte. Beispielsweise erprobt Viessmann derzeit ein “H2ready”-Wandgerät, das wie ein übliches Gas-Brennwertgerät aussieht und auch genauso betrieben wird – die Bewohner merken keinen Unterschied. Das Gerät kann Erdgas oder eines der genannten Erdgas/Wasserstoff-Gemische verbrennen und lässt sich bei Bedarf mit wenigen Handgriffen auf reinen Wasserstoff umstellen. So ist seine Zukunftsfähigkeit in der Übergangsphase von Erdgas auf Wasserstoff gewährleistet.

Weitere Informationen: www.viessmann.de