Erneuerbaren Strom für die Heizung nutzen

Der Wärmesektor trägt die Verantwortung für mehr als die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland. Damit spielt er eine besonders wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Klimaschutzziele zu erreichen. Darauf machte die kürzlich beendete “Woche der Wärme” zu Beginn der Heizperiode aufmerksam. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass die Technologien, die man braucht, um auf eine erneuerbare Wärmeversorgung umzusteigen, bereits existieren. Die Anwender müssen die vorhandenen Best-Practice-Beispiele lediglich großflächig nachahmen, da das Einsparpotential für CO2 im Wärmesektor sehr groß ist.

Grafik: AEE

Allein die Versorgung mit Raumwärme macht etwa ein Viertel des deutschen Endenergiebedarfs aus. Hier werden nur relativ niedrige Temperaturen benötigt, die sich gut mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie und Wärmepumpen bereitstellen lassen. Für hohe Temperaturen, wie sie oft für die industrielle Prozesswärme benötigt werden, braucht man hingegen Biomasse, Strom oder erneuerbare Gase. Im Wärmesektor lag der Anteil der erneuerbaren Energien im Jahr 2019 bei rund 14,5 Prozent. Der hohe Anteil der Wärme an der Endenergiebilanz liegt nicht zuletzt an häufigen Defiziten bei der Gebäudedämmung sowie dem verbreiteten Einsatz veralteter, ineffizienter Heizungsanlagen. Der vor kurzem veröffentlichte DIW-Wärmemonitor bestätigt: Die energetische Sanierung in Wohngebäuden stagniert nahezu, die CO2-Emissionen sind über die letzten Jahre kaum gesunken. 

Das Klimapaket der Bundesregierung, das 2019 verabschiedet wurde, legt für das Jahr 2026 ein Verbot für den Einbau neuer Ölheizungen fest. Eine schnelle Entwicklung hin zu erneuerbaren Wärmetechnologien ist insofern äußerst wichtig, da Heizungsanlagen langlebig sind und eine Entscheidung für fossile Energieträger 20 bis 30 Jahre nachhält. Der aktualisierte Wärmekostenrechner der AEE gibt einen umfassenden Überblick zu Technologien, Vollkosten und Treibhausgasemissionen.

Zusammenspiel der Sektoren

Die Sektorenkopplung fasst Ansätze zusammen, bei denen die bisher getrennten Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr stärker vernetzt werden. Ziel ist die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen in allen Bereichen des Energiebedarfs. Die flexibel einsetzbaren Bioenergieträger, regenerativ erzeugtes synthetisches Methan und Wasserstoff sowie andere Strom- und Wärmespeichertechnologien, verknüpfen die Sektoren ebenfalls. Angestrebt wird, das große Potenzial der Stromerzeugung aus Windenergie und Photovoltaik bestmöglich zu erschließen.

Die Wärmeversorgung der Zukunft basiert auf dem Zusammenspiel verschiedener erneuerbarer Wärmetechnologien sowie einer effizienten Kopplung mit dem Stromsektor. In ländlichen Regionen dominieren dezentrale Technologien wie Wärmepumpen zur Versorgung von Gebäuden, die nur noch einen sehr geringen Wärmebedarf aufweisen. Einerseits ist hier genug Fläche vorhanden, um zum Beispiel die oberflächennahe Geothermie zu erschließen, andererseits lohnt sich aufgrund der geringen Wärmebedarfsdichte oft keine netzgebundene Wärmeversorgung.

Weitere Informationen: https://www.waermewende.de/waermewende/eigentuemerinnen-mieterinnen/waermerechner