Frühjahrsputz im Heizungskeller beim Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Zwei Drittel der 21 Mio. Heizsysteme in Deutschland sind veraltet. Ein Austausch gegen eine Wärmepumpe lohnt sich, denn noch nie waren die Fördergelder so hoch wie jetzt.

Bei der diesjährigen ISH in Frankfurt standen die Zeichen auf Modernisierung. Zumindest die Wärmepumpen-Branche wollte hier verstärkt Akzente setzen. Im Wärmepumpen-Rekordjahr 2016 konnten die Hersteller zwar insgesamt ein erfreuliches Marktwachstum von 17 Prozent verzeichnen – vorwiegend spielt sich dieses Wachstum jedoch nach wie vor im Neubaubereich ab.

Dass die Wärmepumpe beim Thema Modernisierung eine weniger bedeutende Rolle einnimmt, liegt zum einen daran, dass Öl- und Gaspreise zurzeit sehr niedrig sind, wohingegen der Strompreis – insbesondere durch Steuern und Abgaben unverhältnismäßig hoch liegt. Dadurch erscheinen Wärmepumpen auf den ersten Blick wirtschaftlich unattraktiv. Dabei winken beim umweltfreundlichen Heizungstausch attraktive Fördergelder von Staat.

Hinzu kommt, dass viele Hausbesitzer nicht umfassend über die Möglichkeiten zur Nutzung von Wärmepumpen im Bestand informiert sind. Die technischen Möglichkeiten sind vielfältig. Je nach Beschaffenheit des Gebäudes und der alten Heizungsanlage können Wärmepumpen eine bestehende Anlage komplett ersetzen oder mit dieser kombiniert werden. „Zwei Drittel der 21 Millionen Heizungssysteme in Deutschland sind veraltet und müssen baldmöglichst ausgetauscht werden“, warnt Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e.V. „Hausherren und auch viele Architekten, Berater und Handwerker gehen beim Heizungstausch häufig noch den konventionellen Weg und bleiben bei einem System, das ausschließlich auf fossilen Brennstoffen basiert“, so Sabel. Zudem würden viele Hausbesitzer einen Austausch erst in Angriff nehmen, wenn die alte Heizung kaputtgeht. Dann muss es in der Regel schnell gehen und es wird die vermeintlich einfachste Lösung gewählt. „Wir wollen die Menschen motivieren, sich rechtzeitig Gedanken zu machen“, betont Sabel.

Aufklärung der Endverbraucher und Schulung der Fachkräfte im Bereich Sanierung mit Wärmepumpe stehen für den Verband deshalb in diesem Jahr im Zentrum der Aktivitäten. Denn in den meisten Fällen sei beim Heizungstausch der Einbau einer umweltfreundlichen und platzsparenden Wärmepumpe möglich – egal, ob es sich um ein Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert handelt oder um ein Einfamilienhaus aus den Zwanzigerjahren.

Eine Wärmepumpe spart im Jahr durchschnittlich 2300 Kilogramm CO2 gegenüber einem fossilen Heizsystem ein. Im Verlauf ihrer Lebensdauer von etwa 20 Jahren werden somit rund 46 Tonnen weniger CO2 erzeugt.

Laut dem Wissenschaftsjournal Science führt jede emittierte Tonne CO2 zu einem Verlust von etwa drei Quadratmetern arktischem Eis. Eine Wärmepumpe rettet somit während ihrer Lebensdauer (20 Jahre) etwa 138 Quadratmeter Polareis – und damit den Lebensraum der Eisbären. In Deutschland sind derzeit etwa 750.000 Wärmepumpen installiert für ein Wohlfühlklima zu Hause und zum Schutz des Weltklimas.

Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind ambitioniert: Bis 2030 sollen 80 bis 95 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre gelangen, als 1990. Um diese Ziele zu erreichen, müssen bis 2030 zirka fünf Millionen Wärmepumpen installiert sei. Zu dieser Erkenntnis kommt die Studie Wärmewende 2030 von AGORA Energiewende.

Weitere Informationen: www.waermepumpe.de

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