Vielseitige Hülsenfrucht – Die Süßlupine

Im Gegensatz zu den bunten Gartenlupinen, welche giftig sind, sind die Blaue und Weiße Süßlupine verzehrbar und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ihre Samen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Der Eiweißanteil ist sogar fast vergleichbar mit Sojabohnen und liegt bei 27 Prozent. Das aus den Süßlupinen gewonnene Proteinisolat kann in vielen Produkten tierische Proteine ersetzen. 

Körnerleguminosen - Süßlupine - Foto: Ufop
Körnerleguminosen – Foto: Ufop

An den Einsatzmöglichkeiten Blauer Süßlupinen wird derzeit in großem und kleinem Rahmen intensiv geforscht. So wurden in einem Projekt der Fachhochschule Münster gemeinsam mit einem Landwirt und einem Lebensmitteleinzelhändler Produkte entwickelt und in den Verkauf gebracht. Nach Patties, Nudeln und Falafel sollen 2021 weitere Ideen entwickelt und in die Tat umgesetzt werden. Die Samenkörner der Blauen Süßlupinen eignen sich aber auch in unverarbeiteter Form oder als Schrot zum Kochen. Weiße Süßlupinen kennt man bereits als Zutat aus Brotrezepturen oder auch in Form von Lupinenschroten im Lebensmitteleinzelhandel.

 Auch für die Landwirtschaft ist der Anbau von Süßlupinen ein Gewinn. Sie stellen eine Bereicherung der Fruchtfolge dar und tragen zur Gesunderhaltung der Böden bei. Mindestens genauso wichtig ist eine Besonderheit der Süßlupinen, die sie mit allen anderen Hülsenfrüchten gemeinsam haben. Sie leben in einer Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien, die sich an den Wurzeln der Pflanzen ansiedeln. Die Süßlupinen versorgen die Bakterien über ihre Photosynthese mit lebensnotwendigen Nährstoffen. Die Bakterien wiederum sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und an die Pflanzen abzugeben. Dies ist mehr als eine Win-win-Situation, denn diese Symbiose spart die Gabe von Stickstoffdünger ein. Darüber hinaus verbleiben nach der Ernte stickstoffreiche Pflanzenreste auf den Feldern, die den Folgekulturen wiederum als Dünger dienen.

Link zur Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP)