Mit Mikro-BHKW in KfW-55

Kraftwärmekoppler XRGI 6 mit Komponenten in der Vogelsanger Straße. Der japanische Einliter-Dreizylinder-Motor zeichnet sich durch eine hohe Laufruhe von 49 db(A) aus und gehört damit zu den leisesten Geräten auf dem Markt. Es hat ein Wartungsintervall von 10.000 Betriebsstunden. Der Primärenergiefaktor ohne Brennwertnutzung beträgt 0,39, mit Brennwertnutzung 0,37.

Für die Planung von BHKWs für Neubauten gelten andere Regeln als für den Altbau. Im Bestand sollten die Aggregate mindestens 5.000 Vollbetriebsstunden im Jahr Dienst tun, damit sich über die Stromkosteneinsparungen die Investitionen in eine Mini-KWK-Anlage refinanzieren. Besser noch mehr. Im Neubau dagegen sollte sich die Auslegung an zwei behördlichen Boni orientieren. Beide haben damit etwas zu tun, dass der Gesetzgeber die bereitgestellte Wärme eines BHKWs als Abwärme eines Stromerzeugers einstuft. Abwärme ist weitgehend CO2-neutral. EnEV und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz EEWärmeG akzeptieren deshalb ein BHKW als Ersatzmaßnahme für die Pflicht, bei Neuerrichtungen 15 Prozent des Jahreswärmebedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken, wenn das BHKW mindestens 50 Prozent die Heizarbeit übernimmt. Entsprechend ist es zu dimensionieren.

Wegen dieser Sektorenkopplung räumt die KfW der KWK als zweiten Bonus einen niedrigen Primärenergiefaktor ein. Für das Einzelaggregat bis unter 0,4. Dadurch kann der Primärenergiebedarf für ein Objekt je nach Dämmstandard rechnerisch in die Kategorie KfW 55 rutschen. Solch nachhaltige Bauweise belohnt die Bundesregierung, sprich die KfW nach KfW-Programm 153 „Energieeffizient bauen“ mit einem Darlehens-Tilgungszuschuss von 5.000 Euro je Wohneinheit. Für ein Zehnfamilienhaus sind das 50.000 Euro, für ein Zwanzigfamilienhaus 100.000 Euro. Damit ist quasi die gesamte Anlage finanziert.

Ein Neubau mit 20 Wohneinheiten in einer bis dato Baulücke in der Vogelsanger Straße in der Innenstadt Kölns kommt mit 53.000 kWh Jahreswärmebedarf aus. Der Planer und KWK-Spezialist Berndt Enersys GmbH & Co. KG aus dem rheinland-pfälzischen Grafschaft erfüllte die Auflage des EEWärmeG hinsichtlich des Anteils an erneuerbarer Energie mit einem modulierenden BHKW des Typs XRGI 6 von EC Power mit bis 6/12 kW elektrisch/thermische Leistung. Ausgelegt auf 4.000 Vollbetriebsstunden Laufzeit trägt es mit 48.000 Stunden beziehungsweise mit rund 90 Prozent die Hauptlast der Jahresheizarbeit.

Der Spitzenkessel muss nur 200 oder 300 Stunden pro Saison zuschalten. Berndt Enersys entschied sich für die Leistung von sechs kW, weil der Gewinn aus der preiswerten Strom- und Wärmeerzeugung und die Zulagen nach KWK-Gesetz die Mehrkosten an Investitionen gegenüber einer eigentlich ausreichenden 2-kW-Maschine als zulässige Ersatzmaßnahme nach EEWärmeG mehr als ausgleichen.

„Für Ehrenfeld sprach eindeutig ein BHKW als bessere Lösung gegenüber den Alternativen Solarenergie und Wärmepumpe oder überdicke Dämmung und von der Leistung her das XRGI-Modell mit sechs kW elektrisch und zwölf kW thermisch“, resümiert Projektleiter Kai Schwindenhammer. „Es hat ein Serviceintervall von 10.000 Stunden, der Service ist also erst oder spätestens nach zwei Jahren durchzuführen. Das macht sich in den Betriebskosten positiv bemerkbar und ist bei der Planung mit zu berücksichtigen. Mit Wartung beläuft sich die Kilowattstunde auf sechs bis 6,5 Cent, die reinen Energiekosten liegen bei vier bis 4,5 Cent. Mit denen kann selbst eine Luft-Wärmepumpe mit einem Stromtarif von 20 ct/kWh und einer Jahresarbeitszahl von drei nicht mithalten – und mehr ist nicht drin, wenn sie auch für die Warmwasserbereitung von 70 Grad und mehr zuständig ist.“

Weitere Informationen: www.berndt-enersys.de, www.ecpower.de und www.netzbau-gruppe.de

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