EnergieHeizung/Warmwasser

Wärmepumpen-Stromtarife oft schwer vergleichbar – Verbraucherzentrale NRW fordert mehr Transparenz

Das Heizen mit Wärmepumpen spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende im Gebäudebereich. Für seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommene Anlagen gelten neue gesetzliche Vorgaben: Die Wärmepumpe muss steuerbar sein, und Haushalte erhalten im Gegenzug einen Rabatt auf die Netzentgelte über die Stromrechnung. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW zeigt jedoch: Trotz bestehender Angebote auf allen 23 befragten Stromanbietern sind die Wärmestromtarife uneinheitlich und schwer vergleichbar. Auf gängigen Vergleichsportalen sind entsprechende Tarife häufig nicht oder nur unvollständig gelistet.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW/adpic

Die Preise liegen im Durchschnitt bei rund 24 Cent pro Kilowattstunde inklusive Netzentgeltreduktion (Modul 2) zuzüglich etwa 140 Euro Grundpreis pro Jahr. Voraussetzung ist ein separater Stromzähler für die Wärmepumpe. Ohne eigenen Zähler (Modul 1) erhalten Haushalte eine pauschale Entlastung, die Tarife sind jedoch deutlich teurer.

Vergleichbarkeit und Transparenz verbessern
Die Untersuchung zeigt große Unterschiede bei der Ausweisung der Netzentgeltreduzierung: Manche Anbieter führen sie direkt im Preis auf, andere erst über die Rechnung, bei einigen fehlt jeglicher Hinweis. „Es ist wichtig, dass alle Stromanbieter die Netzentgeltreduzierung direkt im Preis ausweisen“, betont André Juffern. Nur so seien die Tarife tatsächlich vergleichbar. Fehlt dies, fordert die Verbraucherzentrale eine gesetzliche Verpflichtung zur klaren Preisangabe.

Informationslage oft unklar
Zwar geben zwei Drittel der Anbieter an, eigene Tarifrechner anzubieten, doch nur die Hälfte dieser Rechner ist verbraucherfreundlich nutzbar. In vielen Fällen bleibt unklar, ob die Netzentgeltreduzierung bereits berücksichtigt ist. Bei einem Viertel der Anbieter fehlen Informationen zur gesetzlichen Neuregelung ganz. Transparente Informationen und leicht zugängliche Tarifrechner seien notwendig, um Verbraucher:innen eine fundierte Wahl zu ermöglichen.

Wärmestrom ohne separaten Zähler deutlich teurer
Haushalte ohne eigenen Stromzähler erhalten Modul-1-Tarife, die im Schnitt 31,5 Cent pro Kilowattstunde kosten. Nur etwa jedes vierte Unternehmen bietet hierfür einen gesonderten Tarif an. Die pauschale Netzentgeltreduzierung ist zusätzlich enthalten, die Stromkosten bleiben jedoch deutlich höher als bei Modulen mit separatem Zähler.

Hintergrund des Marktchecks
Die Verbraucherzentrale NRW führte den Marktcheck im August 2025 bei 23 Stromanbietern durch. Anlass waren Rückmeldungen von Verbraucher:innen, die keinen geeigneten Wärmestromtarif finden konnten und Probleme beim Preisvergleich hatten. Ziel der Befragung war es zu klären, welche Tarife nach der neuen Regelung angeboten werden, ob die Netzentgeltreduzierung enthalten ist und wie die Kosten im Vergleich zu früheren Tarifen liegen.

Weiterführende Informationen:

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