Infrarotheizungen als Baustein für bezahlbares Bauen: Branche sieht Rückenwind
Die Diskussion um bezahlbares Bauen und energieeffiziente Gebäudetechnik hat auf der vierten Konferenz der IG Infrarot Deutschland e.V. neue Impulse erhalten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Bau- und Betriebskosten im Wohnungsbau senken lassen. Vertreter aus Politik, Wohnungswirtschaft, Architektur und Industrie diskutierten dabei über vereinfachte technische Gebäudeausrüstung und alternative Heizkonzepte. In mehreren Beiträgen wurde Infrarotheiztechnik als mögliche Option für kosteneffizientes Bauen eingeordnet. Grundlage der Diskussion waren unter anderem Praxisprojekte aus Neubau und Sanierung.

Quelle: IG Infrarot Deutschland
Ein zentrales Argument der Konferenz war die Betrachtung der Gesamtkosten über den Lebenszyklus eines Gebäudes. Dazu zählen Investition, Betrieb, Wartung sowie sogenannte graue Energie. Befürworter der Technologie verweisen darauf, dass Infrarotheizungen in Kombination mit Photovoltaik und Stromspeichern eine einfache Systemstruktur ermöglichen. Dadurch könnten komplexe wassergeführte Heizsysteme teilweise ersetzt werden. Dies sei insbesondere in seriellem oder modularem Bauen von Vorteil.
Mehrere Branchenvertreter betonten zudem die Bedeutung von Planungssicherheit und Technologieoffenheit im Gebäudesektor. Aus Sicht der Wohnungswirtschaft steigen die Kosten für technische Gebäudeausrüstung seit Jahren deutlich stärker als für den reinen Rohbau. Vertreter der Gebäude- und Energiebranche sehen daher einen Bedarf an einfacheren, schneller umsetzbaren Systemen mit geringerer Komplexität in Planung und Betrieb.
Auch wissenschaftliche und technische Experten verwiesen auf die Relevanz ganzheitlicher Energiekonzepte im Gebäude. Dabei gehe es weniger um einzelne Technologien als um deren Zusammenspiel, etwa aus Stromerzeugung, Speicherung und effizienter Nutzung. In diesem Kontext wird Infrarotheiztechnik als Teil eines elektrifizierten Energiesystems betrachtet, insbesondere in Verbindung mit Photovoltaik.
Praxisbeispiele aus Neubau, Sanierung und temporärem Wohnungsbau zeigten laut Konferenz unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Dabei wurden sowohl Kosten- als auch Umsetzungsaspekte hervorgehoben, etwa reduzierte Installationsaufwände oder vereinfachte Gebäudetechnik. Gleichzeitig wurden hybride Konzepte vorgestellt, die Infrarotheizungen mit anderen Technologien kombinieren.
Die IG Infrarot Deutschland bewertet die Technologie insgesamt als wirtschaftlich und flexibel einsetzbar, insbesondere in Projekten mit Fokus auf schnelle Realisierung und geringe Systemkomplexität. Kritische Einordnungen oder eine einheitliche Bewertung innerhalb der Fachwelt bestehen jedoch weiterhin, da die Eignung stark vom jeweiligen Gebäudekonzept abhängt.
Die nächste Branchenveranstaltung ist für April 2027 in Würzburg angekündigt.
Weitere Informationen: IG Infrarot – Verband Infrarot-Heizungen Deutschland IG Infrarot: Infrarot-Heizungen machen Ihr Zuhause schön warm
