Solarzubau in Deutschland sinkt leicht – Branchenverband warnt vor Investitionsunsicherheit
Im ersten Quartal 2026 ist der Zubau neuer Photovoltaikanlagen in Deutschland leicht zurückgegangen. Nach Daten des Bundesnetzagentur wurden rund 3,5 Gigawattpeak neu installiert, etwa sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Grundlage ist eine Auswertung des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), der die Marktentwicklung regelmäßig analysiert. Besonders deutlich fiel der Rückgang im privaten Heimsegment aus. Gleichzeitig zeigt sich ein gegenläufiger Trend bei großen Freiflächenanlagen.
Im Detail verzeichnete das Heimsegment mit Anlagen unter 30 kWp ein Minus von rund 21 Prozent. Auch gewerbliche Dachanlagen gingen um etwa 33 Prozent zurück. Dagegen legten Freiflächenanlagen um rund 20 Prozent zu und kompensierten einen Teil der Rückgänge. Steckerfertige Balkonanlagen entwickelten sich mit einem leichten Minus ebenfalls rückläufig. Insgesamt verschiebt sich der Markt damit zunehmend in Richtung größerer Projekte.
Branchenvertreter sehen die Entwicklung kritisch. Der BSW-Solar warnt vor zusätzlichen Einschnitten bei der Förderung von Photovoltaikanlagen, insbesondere im Bereich der Dachanlagen ab 2027. Hintergrund sind politische Überlegungen zur Anpassung von Förderbedingungen, die laut Branche zu weiterer Unsicherheit führen könnten. Bereits zuvor hatte das sogenannte Solarspitzengesetz die Rahmenbedingungen für kleinere Anlagen verschärft.
BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig betont, dass kurzfristige Nachfrageschwankungen keine stabile Grundlage für Investitionsentscheidungen darstellen. Zwar könne es infolge von Energiepreiserwartungen oder politischen Diskussionen zu temporären Vorzieheffekten kommen, diese ersetzten jedoch keine verlässlichen Rahmenbedingungen. Aus Sicht der Branche sei Planungssicherheit entscheidend für den weiteren Ausbau.
Gleichzeitig verweist der Verband auf die energiepolitische Bedeutung der Solarenergie. Ein schneller Ausbau erneuerbarer Energien und Speichertechnologien sei zentral, um die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren. Eine Verlangsamung des Ausbaus könne sich negativ auf den Wirtschaftsstandort und die Strompreisentwicklung auswirken.
Die Daten basieren auf dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und erfassen rund 143.000 neu in Betrieb genommene PV-Einheiten im ersten Quartal 2026. Durch Nachmeldungen können sich die Werte im Zeitverlauf noch verändern, entsprechen aber der offiziellen statistischen Methodik der Behörde.
