EnergieMarktNewsPhotovoltaik

Huawei stellt FusionSolar 9.0 vor: Neue Maßstäbe für intelligente Solarkraftwerke


Am 29. April 2026 präsentierte Huawei Digital Power auf der Messe Frankfurt mit FusionSolar 9.0 eine neue Generation von Photovoltaiksystemen. Im Mittelpunkt stand ein grundlegender Wandel im Verständnis moderner Solarinfrastruktur: weg von rein einspeisenden Anlagen hin zu intelligenten, netzbildenden Energiesystemen. Die Veranstaltung brachte zentrale Akteure der europäischen Energiebranche zusammen, darunter Versorger, Projektentwickler sowie technische Experten von VDE und TÜV Süd. Diskutiert wurden insbesondere die steigenden Anforderungen an Netzstabilität, Systemflexibilität und wirtschaftliche Tragfähigkeit im Kontext der Energiewende. Huawei positioniert die Lösung als Architektur, die Stromgestehungskosten über den gesamten Lebenszyklus optimiert und gleichzeitig die Stabilität des Energiesystems unterstützt.

FusionSolar 9.0 Smart PV Solution – Europäische Launch-Veranstaltung in Frankfurt – Quelle: Huawei

Europäischer Solarmarkt: Wachstum mit strukturellen Nebenwirkungen

Der europäische Solarmarkt wächst weiterhin stark, zeigt jedoch zunehmend systemische Spannungen. Laut SolarPower Europe erreichte die EU mit 406 GW installierter Leistung bereits ihr Solarziel für 2025. Erstmals übertreffen erneuerbare Energien fossile Quellen in der Stromerzeugung. Die Photovoltaik trägt dabei rund 13,2 Prozent, Windkraft etwa 16,9 Prozent zur Gesamtproduktion bei.

Parallel dazu nehmen Marktverzerrungen zu. 2025 erreichte die Zahl negativer Strompreisstunden in Europa ein Rekordniveau, in einigen Ländern mit über 600 Stunden jährlich. Besonders betroffen sind Deutschland, Spanien und die Niederlande. Die Entwicklung zeigt, dass reine Erzeugungsausweitung ohne ausreichende Systemflexibilität zunehmend an wirtschaftliche Grenzen stößt.

Fachleute des VDE und von TÜV Süd sehen deshalb einen massiven Bedarf im Ausbau von Speichersystemen. Bis 2030 müsste die europäische Speicherkapazität auf rund 780 GWh verzehnfacht werden, um Netzstabilität bei hoher Einspeisung fluktuierender Energie sicherzustellen. Während Deutschland und Italien beim Ausbau von Batteriespeichern führend sind, besteht in vielen anderen EU-Staaten deutlicher Nachholbedarf.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die sogenannte Bankability neuer Technologien. Zukünftig gelten nur Anlagen als vollständig integrierbar, die durch netzbildende Eigenschaften zur Systemstabilität beitragen und damit die Funktion konventioneller Kraftwerke teilweise ersetzen können.

Ein Beispiel für integrierte Energiekonzepte ist die BioRipa-Anlage von Fortore Energia in Spanien. Dort werden Photovoltaik, Speicher und Biomethanproduktion kombiniert. Die Anlage verarbeitet jährlich rund 180.000 Tonnen organischer Abfälle und erzeugt Energie, Wärme und Rohstoffe in einem geschlossenen Kreislauf. Mit 10 MWp PV-Leistung und 30 MWh Speicherkapazität erreicht das System nahezu vollständige Eigenversorgung und speist überschüssiges Biomethan ins Netz ein.

Ausstellung zur Fusion Solar 9.0 Launch – Quelle: DeinEnergieportal/Denise Cezanne-Güttich

Technologie: Netzbildung als neuer Systemstandard

Kern von FusionSolar 9.0 ist der SUN2000-506KTL Smart String Inverter in Kombination mit Smart Transformer Stations bis 11 MW. Die Plattform verfolgt das Ziel, Effizienz zu steigern und gleichzeitig Systemkosten im Bereich der sogenannten BOS-Strukturen zu reduzieren.

Zentral ist der weltweit erste Grid-Forming String-Inverter. Im Gegensatz zu klassischen Wechselrichtern kann er aktiv zur Netzstabilisierung beitragen. Bei Spannungsabweichungen reagiert das System innerhalb von weniger als 10 Millisekunden und damit deutlich schneller als konventionelle Technologien. Zusätzlich stellt es eine sogenannte Smart Virtual Inertia im Bereich von 0 bis 20 Sekunden bereit, um Frequenzschwankungen im Netz zu stabilisieren. Tests von TÜV Süd bestätigen eine Reaktionszeit von 9,7 Millisekunden bei Frequenzabweichungen.

Mit der Einführung der 1000V-AC-Technologie setzt Huawei auf höhere Systemspannungen, die größere Anlagenstrukturen ermöglichen. Dadurch lassen sich die BOS-Kosten um 0,27 bis 0,55 Euro-Cent pro Wattpeak reduzieren. In großen Projekten können zusätzlich Betriebskosten gesenkt werden, etwa durch den Verzicht auf Dieselgeneratoren bei der Inbetriebnahme.

Auch die thermische und elektrische Auslegung wurde weiterentwickelt. Ein neues hybrides Kühlsystem erhöht die Wärmeableitung um rund 30 Prozent. Ergänzt wird dies durch ein optimiertes IGBT-Modul, das die Spannungsfestigkeit um 25 Prozent steigert und Leistungsverluste um etwa 10 Prozent reduziert. Dies führt zu einer verlängerten Lebensdauer der Komponenten auch unter hohen Belastungen.

Im Sicherheitsbereich führt Huawei mit SSLD v2.0 ein erweitertes Schutzkonzept ein. Es ermöglicht aktive Fehlererkennung und eine Abschaltung im Millisekundenbereich. Ein automatisiertes Verriegelungssystem soll zusätzlich Bedienfehler bei Wartungseingriffen verhindern.

Ausstellung zur Fusion Solar 9.0 Launch – Quelle: DeinEnergieportal/Denise Cezanne-Güttich

Solarkraftwerke als Teil der Netzarchitektur

Die präsentierten Entwicklungen markieren einen klaren Strukturwandel in der Photovoltaik. Solaranlagen werden zunehmend nicht mehr als passive Einspeiser verstanden, sondern als aktive Bestandteile der Netzstabilität. Besonders in hochgradig dekarbonisierten Energiesystemen wird die Fähigkeit zur Netzbildung zu einer zentralen Voraussetzung für Integration und Wirtschaftlichkeit.

Die Kombination aus Photovoltaik und Speichern (PV+ESS) entwickelt sich damit zur Grundarchitektur moderner Energiesysteme. Huawei adressiert diesen Trend mit einer Plattform, die technische Stabilität, Effizienz und Skalierbarkeit verbindet.

Mit bereits über 10 GW in laufenden Projekten zeigt sich zudem, dass entsprechende Technologien in die praktische Umsetzung übergehen. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, wie schnell sich technische Standards für Grid-Forming-Systeme europaweit etablieren und regulatorisch verankert werden.

Statements aus der Veranstaltung:

„Die Frage ist nicht mehr, wie viel erneuerbare Kapazität wir installieren können, sondern wie wir sicherstellen, dass diese Kapazitäten intelligent, netzstabil und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg wirtschaftlich widerstandsfähig sind. Hochwertige Lösungen bereitzustellen und ein nachhaltiges Umsatzwachstum für unsere Kunden zu ermöglichen, sind unsere obersten Prioritäten. FusionSolar 9.0 ist unsere Antwort auf diese Herausforderung für den europäischen Markt.“
Jacky Chen, President of Huawei Digital Power Europe

„Die Bankability- und Innovationsbewertung des SUN2000-506KTL bestätigt, dass Huaweis neueste Wechselrichtergeneration einen neuen Referenzpunkt für Solar-Großanlagen in Europa setzt. Die netzbildende Fähigkeit in Kombination mit diesem Grad an Systemintegration ist genau das, worauf der Markt gewartet hat.“

„Leistung zu skalieren, ohne das Sicherheitsdesign weiterzuentwickeln, skaliert nicht den Fortschritt, sondern das Risiko. Eine zuverlässige Umsetzung im großen Maßstab erfordert parallele Investitionen in Sicherheitsinnovationen – und genau das sehen wir bei FusionSolar 9.0.“
Patrick Zank, Business Development Manager, VDE

„Der Wandel von Verschwendung hin zu einem selbstoptimierenden Energiesystem ist keine theoretische Überlegung – er ist heute durch ein geschlossenschleifiges Microgrid-Design mit der FusionSolar-9.0-Lösung realisierbar. Die in dieser Generation von Smart-PV eingeführten Fähigkeiten verändern grundlegend, was für europäische Energieversorger und Projektentwickler möglich ist.“
Nicola Goffredo, CTO, Fortore Energia S.p.A.

„Die vergleichende BOS-Analyse des Huawei SUN2000-506KTL-Wechselrichters zeigt klare und messbare Vorteile bei der Reduzierung der Systemkosten. Für Projektentwickler, die technologische Optionen bewerten, sprechen die Zahlen für sich selbst.“
Jose Maria Ponce Lopez, Project Manager, ATA Renewables

„Die Standardisierung netzbildender Technologien ist kein Zukunftsambition mehr – sie ist der Weg zur Sicherstellung der zukünftigen Stabilität und Resilienz von Stromsystemen. Die Branche benötigt Technologie, die diese Standardisierung bereits heute erfüllen kann.“
Billy Qiu, Senior Manager, TÜV SÜD Greater China

Direkter Link: Ihr Partner für Photovoltaik | FusionSolar DE

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.