Biogas in Nordrhein-Westfalen: Flexibilität und Beitrag zur Energiewende
Nordrhein-Westfalen gehört mit 948 Biogasanlagen zu den führenden Bundesländern in Deutschland und liegt damit auf Platz 4 hinter Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Damit entfallen etwa zehn Prozent des gesamten deutschen Biogas-Anlagenparks auf das Land. Die installierte elektrische Leistung beträgt 666 Megawatt, während die elektrische Bemessungsleistung bei 274 Megawatt liegt – ein Hinweis auf die bereits vorhandene Flexibilität der Anlagen, die in Spitzenzeiten das 2,4-fache ihrer Nennleistung einspeisen können. Experten sehen hier noch erhebliches Ausbaupotenzial, etwa durch eine sechsfache Überbauung, um die Bioenergie systemdienlich mit Wind- und Solarstrom zu koppeln.

Mit einer jährlichen Nettostromproduktion von 2,33 Terrawattstunden liefert die Biogasbranche einen bedeutenden Beitrag zur regionalen Stromversorgung. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) setzt sich dafür ein, die Flexibilität der Anlagen weiter zu steigern, um Lastspitzen auszugleichen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Thomas Griese, stellvertretender Vorstand des LEE NRW, kritisiert, dass das derzeitige Ausschreibungsvolumen von 500 Megawatt pro Jahr nicht ausreiche, um die deutsche Biogasflotte adäquat zu flexibilisieren.
Auf Bundesebene erwirtschaftet die Biogasbranche rund 8 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr, nahezu die gesamte Wertschöpfung bleibt in Deutschland. Rund 67.000 Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum, werden dadurch gesichert. Gleichzeitig trägt die Branche zur Klimaneutralität bei: Biogas und Biomethan vermeiden jährlich 22,3 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen.
