Wärmewende auf der Insel

Autor/Redakteur: Herbert Grab/gg

Umwelt- und Klimaschutz genießen auf der nordfriesischen Insel Pellworm hohe Priorität. Schon immer. Schließlich liegt das Kleinod vor der Küste von Husum inmitten des von der UNESCO als Weltnaturerbe eingestuften Wattenmeers. Da passen die drei vor kurzem gebauten Reihenhäuser mit zehn Wohnungen gut dazu, denn sie werden klimaschonend mit Heizenergie versorgt.

Bild: NOVELAN

An Selbstbewusstsein mangelt es den Inselbewohnern nicht: „Pellworm – die schönste Nordseeinsel mitten im Wattenmeer“ heißt es da, wenn man die Online-Suchmaschine mit dem Namen der Insel füttert. Für viele ist ein Besuch dort wie eine Reise in eine andere Welt, ein Urlaub, bei dem Entschleunigung programmiert ist. Und schon die Überfahrt macht deutlich: Hier ticken die Uhren anders.

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Doch auch hier ist die Zeit nicht stehengeblieben. Im Gegenteil, stellt Malte Volquardsen klar. Mit seinem Installationsbetrieb MV-Gebäudetechnik (Motto: „Mit uns in die Zukunft!“) hat der Pellwormer Unternehmer unlängst drei eingeschossige Reihenhäuser mit zehn Wohnungen auf der Insel mit umweltfreundlicher Energietechnik ausgestattet: mit zehn NOVELAN Wärmepumpen vom Typ WSV 6.

Energiesparend und klimaschonend

Die zehn Wohnungen sind aufgeteilt in drei Häuser; zwei Häuser mit je drei Wohnungen und ein Haus mit vier Wohnungen. Und schon bei der Planung stand frühzeitig fest: Die Bewohner der neuen Wohnungen sollten möglichst energiesparend und klimaschonend mit Wärme versorgt werden. Da lag es nahe, auf Wärmepumpen zu setzen. Idealerweise über Erdwärme. Um das Gemeinschaftseigentum so gering wie möglich zu halten, entschieden sich die Bauträger für ein dezentrales Konzept, bei dem jede Wohneinheit über eine eigene Heizung verfügt.

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Ein solches Konzept hat neben dem geringen Gemeinschaftseigentum einen weiteren erheblichen Vorteil: Wenn jede Wohnung nicht nur ihre Wärme zum Heizen erzeugt, sondern auch ihr Brauchwarmwasser selbst bereitet, ist sie gemäß der Trinkwasserverordnung nicht mehr als Großanlage zu bewerten.

Deren strengere Vorgaben gelten für eine zentrale Trinkwasserversorgung bereits ab drei Wohneinheiten. Kompakte Wärmepumpen wie die WSV 6 von NOVELAN hingegen verfügen über einen integrierten Brauchwasserspeicher. Zusammen mit vergleichsweise geringen Leitungsinhalten zwischen Speicher und Entnahmestellen gelten sie als Kleinanlage und fallen damit nicht unter die aufwendigen Bestimmungen der Trinkwasserverordnung, wie sie für Großanlagen gelten. Somit kann die Anlage deutlich sparsamer betrieben werden als bei einer zentralen Trinkwarmwasserbereitung.

Außerdem ist damit jeder Haushalt selbst für die Energiekosten verantwortlich, die für Heizung und Brauchwasserbereitung anfallen. Die Stromversorgung der Wärmepumpe läuft wie bei anderen Haushaltsgeräten auch einfach über den wohnungseigenen Stromzähler.

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Heizenergie aus der Erde

Für die Erschließung der Wärmequelle beantragte Malte Volquardsen insgesamt sechs Tiefenbohrungen, um dort die Erdsonden einzubringen. „Die Genehmigung dafür war völlig problemlos.“ Die beiden Häuser mit jeweils drei Wohnungen werden über zwei 60 Meter tiefe Sonden versorgt, für das Haus mit den vier Wohnungen wurden zwei 80-Meter-Sonden angelegt. Für bestmögliche Versorgungssicherheit sorgen drei 500-Liter-Kältepufferspeicher – für jedes Haus ein Speicher. Diese Speicher versorgen die einzelnen Wärmepumpen mit der geförderten Wärmeenergie aus den Erdsonden, deren Temperaturniveau bei etwa plus sechs Grad Celsius liegt.

Die gesamte Anlage lässt sich über das NOVELAN-Net über PC oder App auch aus der Ferne bedienen. „Damit kann man jede angeschlossene Wärmepumpe kontrollieren, ein- und ausschalten, auch wenn niemand vor Ort ist“, erklärt Malte Volquardsen, der damit einmal mehr dem Motto seines Unternehmens gerecht wird: Mit uns in die Zukunft.