Flächenheizungs-Pilotprojekt Minihäuser

Autor/Redakteur: Arnd Richarz, Leiter des technischen Vertriebs und Industrieverbund bei der herotec GmbH/gg

Im münsterländischen Harsewinkel werden derzeit in einem Baugebiet sechs sogenannte Minihäuser erstellt. Dieser Gebäudetyp, auch unter dem Begriff „Tiny Houses“ bekannt, ist in Deutschland noch relativ neu. Es ist somit auch ein Vorzeigeprojekt für die herotec GmbH Flächenheizung aus Ahlen, die mit ihrem System tempusDRY GREEN zum Zuge kam.

Im münsterländischen Harsewinkel entstehen in einem zentrumsnahen Baugebiet sechs sogenannte Tiny-Houses/Minihäuser. Sie basieren auf der Holzständerbauweise. (Bild: herotec GmbH Flächenheizung, Ahlen)

herotec hat sich hier an einem Projekt beteiligen können, das architektonisch in seiner Form sowie Konstellation beispielhaft und wegweisend ist. Das familiengeführte Unternehmen aus Ahlen (NRW) ist seit über 40 Jahren am Heizungsmarkt mit seinen Systemen erfolgreich.

Schauplatz Harsewinkel

Schauplatz des neuen Kapitels ist die Stadt Harsewinkel im westfälischen Münsterland. In einem Baugebiet mitten im Zentrum entsteht in zwei Bauabschnitten ein Gebäude-Ensemble aus sechs Häusern in der sogenannten Modul- oder Containerbauweise. Es handelt sich um kleine, eigenständige (frei stehende) Häuser mit jeweils nur 57 Quadratmetern Grundfläche. Die erste Bauphase mit zwei Häusern wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. In diesem Jahr werden die nächsten vier folgen.

Ein „T2“-Minihaus basiert auf zwei vorgefertigten Modulen, die auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden. Die Grundfläche beträgt 57 Quadratmeter. (Bild: livingunits, Warendorf)

Tiny Houses und Minihäuser

Der Begriff „Tiny House“ kommt ursprünglich aus den USA. In den Anfängen bezeichnete er dort Kleinsthäuser (tiny = sehr klein), die man gegebenenfalls auch an eine Anhängerkupplung hängen konnte, wenn man umziehen wollte oder musste. Die Abgrenzung, was noch als Wohnwagen oder bereits als Tiny House galt, war auch deshalb nicht immer exakt trennscharf. Mittlerweile hat sich aus diesem anfänglichen Segment ein neuer Gebäudetyp entwickelt. Er ist nicht nur von der Fläche her größer als die ursprünglichen Tiny-Häuser, sondern ermöglicht vielfältige und sehr moderne architektonische Lösungen, etwa Obergeschosse, die dann wegen ihrer kompakten Größe fast wie eine Maisonette wirken. Man rückt inzwischen von dem alleinigen Begriff Tiny House ab und hat neue kreiert wie „Minihaus“ oder „Modulhaus“.

Die „T2“-Minihäuser

Schöpfer der „T2“-Tiny House/Minihäuser in Harsewinkel ist das Warendorfer Unternehmen livingunits. T2 ist ihr erstes Modell seriellen Bauens kleiner, eingeschossiger Fertighäuser. Sie werden in Holzrahmenbauweise in Hallen komplett vorgefertigt, in zwei Modulen per Schwertransport zur Baustelle geliefert und dort vor Ort binnen weniger Stunden zusammengefügt. Einen Dachstuhl gibt es nicht. Bislang wurden die Häuser im KfW-55-Standard errichtet, doch mit dem Auslaufen der KfW-Förderung für diesen Baustandard Ende Januar dieses Jahres werden die in Zukunft gebauten T2 nun auf KfW 40 umgeplant. Auf den 47 Quadratmetern Nettofläche sind die Bereiche Schlafzimmer, Küche, Bad, Homeoffice und Wohnzimmer untergebracht. Dazu kommt ein Außenbereich in Form einer kleinen Terrasse.

Die Module werden seriell in großen Werkshallen vorgefertigt, selbst Teile des Innenausbaus wie der Fußboden als Dielenboden in Eiche (Bild: herotec GmbH Flächenheizung, Ahlen)

Individuelle Gesamtpakete

livingunits arbeitet mit verschiedenen Industriepartnern und Handwerksbetrieben zusammen. So erhalten Bauherren individuell konfigurierte Gesamtpakete, die den Innenausbau (zum Beispiel eingerichtetes Bad, Elektroinstallationen oder das Heizsystem) und gegebenenfalls sogar Einbaumöbel umfassen (etwa Küche oder Stauraummöbel im Schlafzimmer). Preislich bewegt sich T2 ab rund 160.000 Euro in der Grundversion Eco und ab rund 200.000 Euro in der erweiterten Version Eco Plus mit einem vollausgestatteten Möbelpaket.