Überarbeitete KFE: Vom Nachschlagewerk zur digitalen Prozessbasis
Mit fortschreitender Digitalisierung gewinnen strukturierte und verlässliche Daten im Elektrohandwerk zunehmend an Bedeutung. Die Kalkulationshilfe der elektro- und informationstechnischen Handwerke (KFE) wurde grundlegend überarbeitet und neu strukturiert. Sie bietet nun eine deutlich größere Datentiefe und orientiert sich stärker an realen Arbeitsabläufen auf der Baustelle. Ziel ist es, Brüche zwischen Planung, Ausschreibung und Ausführung zu reduzieren. Damit entwickelt sich die KFE vom klassischen Nachschlagewerk zu einem datenbasierten Fundament für automatisierte und KI-gestützte Prozesse.

Seit Jahrzehnten gilt die KFE als zentrales Arbeitsinstrument für E-Betriebe, Planer und Ausschreibende. Die historisch gewachsene, kapitelbasierte Struktur wurde nun durch eine mehrstufige Gliederung mit Haupt- und Obergruppen ersetzt. Diese orientiert sich an der praktischen Abfolge auf der Baustelle sowie am Stromfluss – von der Einspeisung über die Verteilung bis zum Endgerät. Obergruppen wie Strom- und Sammelschienensysteme, Schalt- und Installationsgeräte oder Verlegesysteme, Kabel und Leitungen sorgen für eine klar nachvollziehbare Differenzierung. Leistungen und Bauzeiten wurden neu definiert und um Hersteller- sowie Tätigkeitsvarianten ergänzt, sodass unterschiedliche Qualifikationen und Aufgabentypen abgebildet werden können.
Für Elektrohandwerksbetriebe bedeutet das eine realistischere Kalkulation und weniger Nacharbeit bei Ausschreibungen. Gleichzeitig profitieren Planer und Auftraggeber von transparenteren, technisch präziseren Leistungsbeschreibungen. Darüber hinaus bildet die neue KFE-Architektur die Datenbasis für digitale Plattformen wie Electrofy (www.electrofy.de) und Gaeb.ai (www.gaeb.ai), die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Leistungspositionen automatisiert zuordnen. Prüf- und Bearbeitungszeiten in der Angebotsphase reduzieren sich dadurch erheblich. Die KFE bleibt damit das zentrale Referenzwerk der Branche und wird zugleich zum digitalen Rückgrat moderner, automatisierter Ausschreibungs- und Planungsprozesse.
Der ZVEH: Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) vertritt die Interessen von 48.178 Unternehmen aus den drei Handwerken Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau. Mit 516.709 Beschäftigten, davon 46.481 Auszubildende, erwirtschaften die Unternehmen einen Jahresumsatz von 84,3 Milliarden Euro. Dem ZVEH als Bundesinnungsverband gehören zwölf Landesverbände mit 313 Innungen an.
