Frühjahrscheck maximiert Erträge und Eigenverbrauch

Photovoltaikanlagen auf dem Dach können im Winter von Schnee, Eis, Hagel und Laub beschädigt werden. Das reduziert möglicherweise die Stromerträge in der sonnenreichen Jahreszeit deutlich. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sollten deshalb rechtzeitig einen Solaranlagencheck in Auftrag geben. Dazu rät das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau. Größere Schäden lassen sich selbst erkennen. Eine genaue Überprüfung, das professionelle Entfernen von Schmutz sowie eine mögliche Reparatur sollten jedoch Fachleute übernehmen. In diesem Zuge lohnt sich auch eine Inspektion des Stromspeichers. Wer die Überprüfungen im Frühjahr vornimmt, sichert sich im Sommer maximale Stromerträge und kann möglichst viel selbst erzeugten Solarstrom direkt verbrauchen. Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei am Beratungstelefon von Zukunft Altbau unter 08000 12 33 33 oder per E-Mail an beratungstelefon [at] zukunftaltbau.de.

Solaranlagen: Noch vor Beginn des Sommers sollten Hauseigentümer Schäden und Verschmutzungen aus dem Winter beseitigen lassen. Das verhindert Ertragseinbußen. (Foto: Zukunft Altbau)

Nur ein Fünftel der jährlichen Stromerzeugung einer Solaranlage entfallen auf die Monate Oktober bis März. Im Herbst und Winter entstehen jedoch die meisten Schäden an den Solarmodulen auf dem Dach. Die Gründe sind Niederschläge, Vereisungen und Verunreinigung durch Vögel, herunterfallende Blätter oder Silvesterraketen. „Auch kleine, versteckte Mängel können die Leistung der Anlage im Sommer empfindlich stören und sollten nicht unterschätzt werden“, weiß Frank Hettler von Zukunft Altbau.

Solarstrom im Eigenheim: Geräte selbst überprüfen

Ob die Anlage die kalte Jahreszeit größtenteils unbeschadet überstanden hat, können Hauseigentümer mit einfachen Schritten selbst überprüfen. Das gilt nicht nur für Photovoltaik-Anlagen, die Solarstrom erzeugen, sondern auch für Solarthermieanlagen, mit denen Wasser erwärmt und gegebenenfalls die Heizung mit Sonnenenergie unterstützt wird. Auch bei Batteriespeichern lässt sich nachvollziehen, ob die Speicherung von Solarstrom für Bedarfszeiten noch einwandfrei funktioniert. Dadurch wird sichergestellt, dass möglichst viel der produzierten Energie auch selbst genutzt werden kann.

Photovoltaikanlagen und Solarstromspeicher lassen sich mit einem Überwachungssystem leicht eigenständig kontrollieren: Auf digitalen Plattformen erhalten Hauseigentümer per Smartphone oder Computer Zugriff auf die Ertragsdaten der Anlage beziehungsweise die Leistung des Stromspeichers. So lassen sich die Daten mit den Werten des Vorjahres oder mit Durchschnittswerten aus dem Internet vergleichen. Starke Abweichungen nach unten beim erzeugten und gespeicherten Solarstrom sind ein Indiz für Defekte. Eine automatische Warnmeldung zeigt übrigens an, wenn Störungen die Funktionsfähigkeit der Geräte einschränken.

Detaillierter Check durch Fachleute

Neben der elektronischen Überwachung ist eine einfache jährliche Sichtprüfung der Solaranlage und des Speichers zu empfehlen. Dies können auch die Eigentümer vornehmen. Aber: Nicht alle Schäden sind sichtbar. Eine genaue Überprüfung und mögliche Reparaturen sollten Fachhandwerkern vorbehalten bleiben. Das geschulte Personal kontrolliert den Speicher sowie die komplette Solaranlage, samt Befestigung, elektrischer Anschlüsse, Verkabelungen, Verglasung und Wechselrichter.

„Bei Solaranlagen ist eine professionelle Kontrolle alle zwei bis drei Jahre sinnvoll. Gibt es keine Auffälligkeiten, reicht bei Solarstromspeichern eine detaillierte Prüfung alle drei bis vier Jahre aus“, erklärt Martina Riel vom PV-Netzwerk Baden-Württemberg. „Hauseigentümer sollten darauf achten, dass der Energiespeicher in einem eher kühlen Raum steht. Das verlangsamt den Alterungsprozess von Lithium-Ionen-Akkus.“ Die empfohlene Temperatur liegt in der Regel zwischen null und 20 Grad Celsius – eine Garage oder ein warmer Heizungskeller sind also ungeeignet.

Weitere Informationen: www.zukunftaltbau.de