Boomender Solarmarkt profitiert von PV-Produktionstechnik

Bildquelle: © Solar Promotion GmbH

Der weltweite Solarmarkt boomt: Marktforscher prognostizieren für 2018 einen Photovoltaik (PV)-Zubau von rund 110 Gigawatt (GW). Die wettbewerbsfähige PV-Produktion facht diese Dynamik weiter an. Innovative und kosteneffiziente Produktionstechnologien, eine hohe Innovationsgeschwindigkeit sowie Qualität und Zuverlässigkeit garantieren heute hocheffiziente PV-Module und Systeme zu immer niedrigeren Kosten. Die Intersolar Europe widmet der PV-Produktionstechnik deshalb 2018 erneut einen Themenschwerpunkt. Auch die zeitgleich stattfindende automatica, die Leitmesse für intelligente Automation und Robotik, greift das Thema auf. München wird damit vom 20. bis 22. Juni zum wichtigen Innovationsschauplatz für die Branche.

Der Trend ist eindeutig. Die Stromerzeugungskosten für erneuerbare Energien sinken massiv. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) rechnet damit, dass bis 2020 der Erzeugungspreis solarer Großkraftwerke in vielen Regionen der Welt auf rund drei US-Cent sinken könnte. Solarenergie tritt damit zunehmend in den direkten Wettbewerb mit fossilen Brennstoffen ein. Zentrale Akteure in diesem Kontext sind Unternehmen, die den Ausbau der kostengünstigen Großserienfertigung durch neue Technologien und effiziente Fertigungsprozesse weiter vorantreiben und auf diese Weise die Solarenergie noch attraktiver machen.

Vor allem PV-Hersteller in Asien investieren in moderne Produktionsstätten und benötigen dafür hochwertiges Equipment. Aktuelles Beispiel: Das chinesische PV-Unternehmen Risen Energy hat Anfang 2018 in Changzhou mit der Produktion von Solarzellen und -modulen begonnen. In dem neuen Werk sollen jährlich fünf GW vom Band laufen. Laut dem Branchenverband Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) profitieren von dem asiatischen Produktions-Boom auch deutsche PV-Zulieferer. Ein Großteil ihrer Exportquote in Höhe von 87 Prozent entfiel zuletzt auf Ostasien und nach wie vor ist das PV-Produktionsequipment deutscher PV-Maschinenbauer gefragt. Vor allem für PERC- und Black-Silicon-Anlagen im kristallinen Silizium- sowie aus dem Dünnschichtbereich wurde verstärkt geordert, was den zunehmenden Bedarf an Hocheffizienzzellen widerspiegelt. Dünnschicht-Module und hier besonders CIGS-Zellen (Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid) bieten sich zunehmend auch als Fassadenelemente an. Dem Markt für gebäudeintegrierte Photovoltaik steht der Boom noch bevor: Ab 2020 müssen in der EU alle Nichtwohngebäude als „Niedrigstenergiegebäude“ gebaut werden, was die Verwendung von Dünnschicht-Solarzellen an Fassaden verstärken dürfte.

Die dynamische Entwicklung der PV-Produktionstechnik gehört zu den aktuellen Fokusthemen der Solarbranche. Konsequenterweise adressiert die Intersolar Europe das Thema in enger Partnerschaft mit dem VDMA auch in der Intersolar Europe Conference und im Rahmenprogramm der Messe. Einen vertieften Einblick in aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen bietet beispielsweise ein maßgeschneiderter Workshop am 21. Juni 2018. Die Veranstaltung thematisiert die wesentlichen Herausforderungen für PV-Maschinenbauer im globalen Wettbewerb. Dr. Jutta Trube, Geschäftsführerin VDMA Photovoltaik Produktionsmittel und Leiterin des Workshops, erläutert die Entwicklung anhand der neuesten Zahlen aus der „International Technology Roadmap for Photovoltaic (ITRPV)“, die der Branchenverband regelmäßig herausgibt. Die Roadmap gilt in der Branche als PV-Leitfaden für Hersteller und Zulieferer. „Die Preise für kristallines Silizium fallen weiter und die Effizienz der Solarzellen steigt – für Hersteller von Wafern und Modulen, aber auch für Zulieferer wird sich in den kommenden Jahren einiges ändern. Darauf wollen wir eingehen und eine Vorschau auf die nächsten zehn Jahre geben“, so Jutta Trube.

Auch die begleitende Intersolar Europe Conference geht auf die Innovationen im Bereich PV-Produktionstechnik ein. So beschäftigt sich die Session „PV Manufacturing: Cell & Module Technology Advancements“ am Mittwoch, den 20. Juni 2018 um 9:00 Uhr, mit Produktionstechnologien für die Herstellung effizienter Zellen und Module. Über den Tellerrand hinaus blickt die Session „PV Manufacturing: R&D – What′s in the Lab“, am 20. Juni 2018 um 11:00 Uhr, in der es um erfolgversprechende Produktionstechniken für die Zukunft geht. In der Vortragsreihe „Manufacturing PV in Europe: A Quest for Innovation and Quality“ diskutieren die Referenten, wie der europäische PV-Produktionsmarkt ein Gegengewicht zum in der Fertigungstechnik führenden Kontinent Asien werden kann. Die Session organisieren die europäischen Forschungsorganisationen ETIP PV und EUREC sowie die Herstellervereinigung Solarunited.

Weitere Informationen: www.intersolar.de und www.TheSmarterE.de

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