Biogas leistet wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Energiemix

Rundgang mit BioConstruct Geschäftsführer Henrik Borgmeyer (rechts) und dem Fachverband Biogas
Rundgang mit BioConstruct Geschäftsführer Henrik Borgmeyer (rechts) und dem Fachverband Biogas

Im Rahmen der EEG-2017-Regionaltour des Fachverbandes Biogas trafen sich 28 Betreiber von Biogasanlagen, Hersteller von Komponenten, Ingenieure und Vertreter von Interessengruppen bei der Firma BioConstruct in Melle. Im Zentrum der Diskussion standen dabei die Herausforderungen für die Branche durch die verschärften Förderrichtlinien im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die Gruppe hielt fest, dass Biogas als besonders vielseitige erneuerbare Energiequelle nicht ausreichend gewürdigt wird. Und das, obwohl Biogas mit einem Anteil von 15 Prozent der in Deutschland gewonnenen erneuerbaren Energien Strom für fast acht Millionen Haushalte liefert und somit einen beachtlichen Beitrag zum nachhaltigen Energiemix liefert.

Bisher wurde jede Kilowattstunde mit einem festen Satz gefördert. Nach der Überarbeitung das EEG, kommt es ab 2017 zu einem Wettbewerb zwischen den Betreibern von Biogasanlagen. Wie bei einer Auktion müssen sie sich mit ihrem Preis um die Förderung bewerben, wobei der Höchstpreis auf 16,9 Cent pro Kilowattstunde für Bestandsanlagen und 14 Cent für Neuanlagen festgelegt ist. „Und selbst mit diesen Preisen kann man eine nicht mit Abfällen betriebene Anlage nicht wirtschaftlich sinnvoll betreiben“, hält BioConstruct-Geschäftsführer Henrik Borgmeyer, stellvertretender Regionalgruppensprecher Weser-Ems im Fachverband Biogas fest. „Das wird Verwerfungen im Markt geben, darauf müssen wir uns einstellen.“

Davon ist auch Silke Weyberg, Regionalreferentin Nord im Fachverband Biogas überzeugt. In ihrem Fachvortrag analysierte sie die Herausforderungen und den Handlungsbedarf, aber auch die Chancen durch das überarbeitete Erneuerbare-Energien-Gesetz: Grundsätzlich sei es für die Branche wichtig, dass es im EEG 2017 überhaupt eine Anschlussregelung für die Förderung von Biogasanlagen gebe. „Auch wenn wir mit dem Ergebnis so natürlich nicht zufrieden sein können“, erklärt Weyberg. An die Teilnehmer gewandt, forderte sie, dass sich die Biogasbranche viel mehr als Systemdienstleister etablieren müsse. „Wir gleichen im Stromnetz die volatilen Energien Wind und Sonne aus. Energie aus Biogas gibt es dann, wenn sie benötigt wird, unabhängig von Sonne und Wind.“

Auf einem Rundgang zum Abschluss der Veranstaltung erläuterte Borgmeyer den Gästen der Regionaltour die Funktionsweise der Biogasanlage seines Unternehmens. Dabei legte er Wert auf die Flexibilität und Leistungsfähigkeit sowie die Bedeutung für das kommunale Umfeld. So werden in Melle-Riemsloh unter anderem die Turnhalle, die Grundschule, der Kindergarten, das Freibad sowie eine Spedition durch ein Wärmenetz von BioConstruct versorgt. Dieses wird aktuell erweitert und kann dann bis zu 100 weitere Haushalte mit Wärme versorgen. Ihre Energie gewinnt die Biogasanlage aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen der Landwirte aus der Region. Und noch etwas war Borgmeyer wichtig: „Die Wertschöpfung bleibt in der Region.“

Weitere Informationen: www.biogas.org/edcom/webfvb.nsf/id/de_homepage

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