Wärmeschutzfenster helfen Heizkosten zu sparen und erhöhen Wohnkomfort

Neue Fenster lohnen sich. Eine neutrale Beratung hilft bei der Auswahl (Fotos/Grafik: Zukunft Altbau)
Neue Fenster lohnen sich. Eine neutrale Beratung hilft bei der Auswahl (Fotos/Grafik: Zukunft Altbau)

Durch alte Fenster zieht es oft, auch lassen sie bis zu fünfmal so viel Wärme nach draußen wie moderne Wärmeschutzfenster. Die Folge sind zu hohe Heizkosten und ein niedriger Wohnkomfort. Ist das der Fall, sollten Hauseigentümer über einen Austausch nachdenken. Damit keine Fehler gemacht werden, müssen jedoch einige Kriterien beachtet werden, empfiehlt das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Programm Zukunft Altbau. „Besonders wichtig ist der Wärmedurchgangskoeffizient Uw“, sagt Petra Hegen, Energieberaterin bei Zukunft Altbau. „Der Uw-Wert beschreibt den Grad des Wärmeverlustes von Glas und Fensterrahmen.“ Doch auch ein professioneller Einbau und der Zustand der Außenwand müsse beachtet werden, so Hegen. Gebäudeenergieberater geben hier hilfreiche Tipps. Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000/123333 oder unter www.zukunftaltbau.de.

Fenster bieten Schutz vor Wind und Wetter und lassen Sonnenlicht hinein. Die Wärmedämmung im Winter und die Vermeidung von Überhitzung im Sommer sind für viele Eigentümer in den letzten Jahren besonders wichtig geworden. „Über einen Fenstertausch sollte nachgedacht werden, wenn ein Luftzug spürbar ist oder sogar Wasser eindringt“, erklärt Hegen. „Weitere Anzeichen sind Tauwasser am Glas, Verschmutzung des Scheibeninnenraumes und wenn sich das Fenster nicht mehr leicht öffnen und schließen lässt.“ Steht dann sowieso eine Erneuerung etwa der Außenfassade an, sollten Eigentümer die Gelegenheit nutzen. Vor allem dann, wenn die Fenster einfachverglast oder älter als 20 Jahre sind.

Welche neuen Modelle bei einem Austausch in Frage kommen, ist vielen Hausbesitzern aber unklar. Auf dem Markt gibt es 2-Scheiben- oder 3-Scheibenverglasungen und verschiedene Rahmen. „Bei der Auswahl neuer Fenster sollte man mehrere Aspekte bedenken“, rät auch Dr. Volker Kienzlen von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. „Die Energieeinsparverordnung EnEV 2013 fordert einen Uw-Wert von mindestens 1,3 Watt pro Quadratmeter und Kelvin, bei Dachfenstern liegt der Wert bei 1,4 W/m²K.“ Wer einen Zuschuss von der Förderbank KfW erhalten will, benötigt sogar Wärmedämmfenster mit einem Uw-Wert von 0,95 Watt pro Quadratmeter oder weniger.

Vorsicht ist angebracht, wenn nur allgemein von einem U-Wert gesprochen wird. Dann kann entweder der Ug-Wert für die Verglasung gemeint sein, der Uf-Wert für den Rahmen oder der übergeordnete Uw-Wert für das gesamte Fenster. „Eine Scheibe mit einem sehr guten Wärmedurchgangskoeffizienten reicht als Information alleine nicht aus, der Wert für den Rahmen kommt immer noch dazu und der ist meist schlechter“, so Kienzlen. „Ein besonders guter Ug-Wert und ein schlechter Uf-Wert ergibt eben nur Mittelmaß.“ Eine solche Ungenauigkeit nutzen unseriöse Firmen immer wieder aus, um ihre Produkte besser darzustellen, als sie eigentlich sind. Eine genaue Kennzeichnung ist daher unabdingbar.

Ist das der Fall und ist der Uw-Wert niedrig, können die Energieverluste auf nur noch 20 Prozent im Vergleich zu einfachverglasten Fenstern sinken: Solche Fenster weisen noch Werte von um die fünf Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2 K) auf. Holzverbundfenster, die bis Anfang der 80er Jahre eingebaut wurden, und Isolierglasfenster der neunziger Jahre haben Uw-Werte von rund 2,8 W/m²K. Zweifachfenster erreichen heute mit Wärmeschutzglas einen Uw-Wert von 1,5 bis 1,1, Dreifachfenster bereits 0,9 bis 0,6 W/m²K – auch bei Minusgraden sinken die Oberflächentemperaturen raumseitig nicht unter 16 Grad Celsius. Damit steigt der Wohnkomfort erheblich.

Doch nicht nur die „inneren“ Werte sind zu bedenken. Unabdingbar ist auch ein fachgerechter Einbau mit richtigen Anschlüssen an die Wand. Hinzu kommt: Sind Rolllädenkästen vorhanden, müssen diese gedämmt und abgedichtet werden. Ist das nicht möglich, sollten sie durch einen Vorbaurollladen ersetzt werden. „Gebäudeenergieberater geben hier hilfreiche Hinweise“, empfiehlt Petra Hegen von Zukunft Altbau. Auf Qualität zu bestehen lohnt sich auch aus einem anderen Grund: Erst wenn ein Energieberater die geplanten Maßnahmen prüft und die energetischen Anforderungen erfüllt werden, genehmigt die KfW eine finanzielle Förderung.

Wer einen Fenstertausch erwägt, sollte auch die Dämmung der Außenfassade prüfen. Ist die Fassade schlecht gedämmt, empfiehlt es sich, im Zuge des Fenstertausches auch die Fassade dämmen zu lassen. An einer ungedämmten, kalten Wand erhöht sich sonst die Schimmelgefahr, da neue, dichte Fenster zu einem höheren Feuchtigkeitsanteil in der Luft führen, sofern nicht regelmäßig gelüftet wird. Ein Fenstertausch sollte zumindest so geplant werden, dass einer nachträglichen Dämmung nichts im Wege steht: So können die Fenster in der Laibung weiter nach außen gesetzt werden, damit künftig die Laibung keine Schwachstelle bildet.

Auch sollten sich die Hauseigentümer zusammen mit einem Energieberater Gedanken über ein Lüftungskonzept oder, bestenfalls, den Einbau einer mechanischen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung machen. Die DIN 1946-6 schreibt es vor: Für Altbauten muss ein Lüftungskonzept erstellt werden, wenn ein Drittel der vorhandenen Fensterflächen erneuert wird.

Weitere Informationen: www.zukunftaltbau.de

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