Heizung/WarmwasserVerbraucher

Lausitz startet konkrete Planungsphase für klimaneutrale Wärmeversorgung

Die Wärmewende in der Lausitz nimmt weiter Fahrt auf. Drei regionale Energieversorger treiben gemeinsam die Transformation ihrer Wärmeversorgung voran. Ziel ist es, tragfähige und wirtschaftliche Lösungen für eine weitgehend klimaneutrale Zukunft zu entwickeln. Mit dem Start der konkreten Planungsphase rückt die Umsetzung nun deutlich näher. Unterstützt wird das Vorhaben durch ein interdisziplinäres Konsortium aus Planung und Forschung.

Vertreter von Stadtwerken und Konsortium bei der Vertragsunterzeichnung. – Quelle: Y-photo Gernot Menzel/ Wärmewende-Lausitz.de

Die Stadtwerke Weißwasser GmbH, die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH und die Städtische Werke Spremberg (Lausitz) GmbH haben den Planervertrag mit einem Projektkonsortium unterzeichnet. Dieses wird von der Fichtner Gruppe geleitet und umfasst unter anderem die Fraunhofer IEG sowie das Forschungsunternehmen Solites. Ziel ist die Entwicklung maßgeschneiderter Konzepte für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung in der Region.

Im Mittelpunkt stehen Technologien wie Großwärmepumpen, Solarthermie und saisonale Wärmespeicher. Diese sollen technisch sinnvoll kombiniert und zugleich wirtschaftlich bewertet werden. Die Analysen berücksichtigen unterschiedliche Versorgungsszenarien – von eigenen Erzeugungsanlagen bis hin zu Kooperationsmodellen. Damit entsteht eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die langfristige Ausrichtung der Wärmeversorgung.

Bereits seit 2020 arbeiten die drei Stadtwerke eng zusammen. Eine 2023 vorgelegte Transformationsstudie des Fraunhofer IEG lieferte die wissenschaftliche Basis für das Vorhaben. Mit der aktuellen Planungsbeauftragung folgt nun der nächste Schritt: die ingenieurtechnische Ausarbeitung bis zur Genehmigungsreife. Ziel ist eine weitgehend dekarbonisierte, wirtschaftlich tragfähige und zuverlässige Wärmeversorgung bis Mitte der 2030er Jahre. Das Projekt wird durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze unterstützt.

Trotz politischer Unsicherheiten – etwa im Zusammenhang mit dem Gebäudeenergiegesetz – bleibt der Handlungsdruck hoch. Steigende Kosten fossiler Energieträger machen die Transformation aus Sicht der beteiligten Unternehmen auch ökonomisch notwendig. Entsprechend liegt der Fokus auf belastbaren Zahlen zu Investitionsbedarf, Betriebskosten und Umsetzungszeiträumen.

Die Ergebnisse der Planungen werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Bis 2027 sollen konkrete Aussagen zu notwendigen Investitionen, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten vorliegen. Erst auf dieser Grundlage werden endgültige Investitionsentscheidungen getroffen. Maßgeblich sind dabei Kriterien wie Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und strategische Unabhängigkeit.

Als Erfolgsfaktor gilt die enge Zusammenarbeit der drei Stadtwerke. Die gemeinsame Ausschreibung ermöglichte nicht nur ein hohes Qualitätsniveau der Angebote, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Das Projekt gilt damit als mögliches Modell für weitere Regionen in Deutschland, die vor ähnlichen Herausforderungen bei der Wärmewende stehen.

Weiterführender Link: Wärmewende Lausitz

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