Wärmepumpe: Fakt oder Irrtum?
Wärmepumpen gelten als eine der effizientesten und umweltfreundlichsten Heiztechnologien. Das Interesse an dieser Technik ist bei Hausbesitzerinnen und -besitzern groß, insbesondere für Neubauten und modernisierte Bestandsgebäude. „Die Wärmepumpe ist im Neubau inzwischen Standard und mit durchdachter Planung auch für viele Bestandsgebäude zukunftsfähig“, sagt Simon Lautenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Gleichzeitig bestehen noch einige Irrtümer über den Einsatz und die Funktion von Wärmepumpen. Die Verbraucherzentrale NRW klärt über die häufigsten Missverständnisse auf.

Irrtum 1: Wärmepumpe nur für energieeffizienten Neubau
Falsch. Wärmepumpen sind zwar im Neubau weit verbreitet, können aber auch in vielen älteren Gebäuden effizient heizen. Voraussetzung ist, dass die Vorlauftemperaturen 50 bis maximal 55 °C nicht überschreiten. Je besser das Gebäude gedämmt ist, desto kleiner kann die Wärmepumpe dimensioniert werden. Selbst kleinere Dämmmaßnahmen wie die Isolierung von oberster Geschossdecke oder Kellerdecke verbessern die Effizienz deutlich.
Irrtum 2: Nur mit Photovoltaik und Batteriespeicher lohnt sich eine Wärmepumpe
Nein. Zwar können PV-Anlage und Batteriespeicher die Wirtschaftlichkeit verbessern, besonders bei älteren Gebäuden senkt bereits eine gute Dämmung den Energiebedarf. Zusätzlich vorteilhaft sind spezielle Wärmepumpentarife, die günstiger als Haushaltsstrom sind. So lässt sich die Wärmepumpe auch ohne eigene Stromproduktion effizient betreiben.
Irrtum 3: Wärmepumpen sind laut und stören die Nachbarn
Moderne Wärmepumpen sind mit Schallemissionen unter 50 Dezibel sehr leise – vergleichbar mit einem Geschirrspüler. Besonders Sole-Wasser-Wärmepumpen erzeugen kaum Geräusche. Durch optimalen Aufstellort, regelmäßige Wartung, Schallschutzmatten oder spezielle Wärmepumpen-Behausungen kann der Betrieb nachbarschaftsfreundlich gestaltet werden. Auch der richtige Betrieb, etwa Verzicht auf Nachtabsenkung, reduziert die Schallentwicklung.
Irrtum 4: Fußbodenheizung ist zwingend erforderlich
Falsch. Wärmepumpen arbeiten zwar ideal mit Flächenheizungen, können aber auch mit ausreichend großen konventionellen Heizkörpern betrieben werden. Spezielle Wärmepumpenheizkörper oder der Austausch einzelner Heizflächen können den Betrieb zusätzlich optimieren. Eine vorausschauende Planung und Dämmmaßnahmen sichern die Effizienz auch bei klassischen Heizkörpern.
Weiterführende Informationen:
- Weitere Informationen zum Thema Wärmepumpe unter:
www.verbraucherzentrale.nrw/node/5439 - Der Ratgeber „Wärmepumpe“ kann hier bestellt werden: https://www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/bauen-wohnen/ratgeber-w%C3%A4rmepumpe-46009215
- Aktuelle Veranstaltungen rund um das Thema Energie unter:
www.verbraucherzentrale.nrw/e-veranstaltungen
