Warum ein geschmiedetes Kochmesser einfach besser ist

Die Messermanufaktur Güde erklärt uns, warum sie bei der traditionellen Technologie des Gesenkschmiedens geblieben ist. Schon seit 1910 werden die Messer in gleicher Weise bei großer Hitze und mit großer Kraft in Form gebracht. Nicht nur für Design und Form sondern auch für große Materialfestigkeit ist diese Art der Herstellung von Vorteil. Lesen Sie hier im Detail, wie dies funktioniert.

Schmieden ist das Druckumformen von Metallen oder Legierungen zwischen zwei Werkzeugen, liest man bei Wikipedia. Der Prozess der Umformung kann freihändig – wie beim Hufschmied – zwischen Hammer und Amboss vonstattengehen. Schmieden kann aber auch maschinell erfolgen. Der Messermacher unterscheidet dabei zwischen dem Gesenkschmiede- und dem Stauchschmiede-Verfahren. Der Vorteil eines geschmiedeten Messers ist die gezielte Änderung des Gefüges im Stahl und damit die größere Festigkeit im Vergleich zu einer gestanzten Klinge. Welchen Unterschied aber macht nun das Schmiedeverfahren, mit dem ein Messer geschmiedet wurde?

Güde Design – The Knife – Foto: Güde

Schmieden im Gesenk

Manche Technologien haben Jahrtausende überlebt und bergen dennoch Innovationspotenzial. So dienten schon gegen 1500 v. Chr. einseitig hohle Formen zum Gesenkschmieden. Dabei wurde der Schmiede-Rohling mit einem Hammer in eine Form geschlagen. Im Jahr 1848 wurden laut Wikipedia erstmals Messer in einem Gesenk geschmiedet. Danach war der Siegeszug einer heute geradezu archaisch anmutenden Technologie nicht mehr aufzuhalten. Denn durch die Erfindung der Dampfmaschine und der mit Dampfkraft betriebenen Schmiedehämmer konnten nun auch große Teile geschmiedet werden.

Und das geht so: Beim Gesenkschmieden wird ein glühend heißer Schmiede-Rohling in ein Untergesenk gelegt und zwischen Untergesenk und Obergesenk durch den Einsatz hoher Kräfte in Form gedrückt. Schmiedehämmer für Kochmesser wirken heute mit einem Gewicht von ca. 2,5 Tonnen aus einer Fallhöhe von bis zu 1,6 Metern auf das Werkstück ein. Der gesamte Schmiede-Rohling wird erwärmt und anschließend verformt. Für ein Kochmesser bedeutet dies eine (fast) freie Formensprache von der Klingenspitze bis zum Griffende. Das ist einer der Gründe warum die Solinger Messer-Manufaktur Güde der bewährten Technologie des Gesenkschmiedens seit 1910 bis heute treu geblieben ist.

Hohe Materialfestigkeit und innovative Designs

Neben der Gestaltungsfreiheit sorgt das Schmieden im Gesenk für eine hohe Materialfestigkeit auch bei dynamischen Beanspruchungen. Damit sind im Gesenk geschmiedete Messer den Anforderungen von Profi- und Hobbyköchen bestmöglich gewachsen.

Im Gegensatz zum Gesenkschmieden wird beim Stauchschmieden nur ein kleiner, meist der mittlere Teil eines gestanzten Stücks Bandstahl erwärmt und dann zum Kropf, der Verdickung zwischen Griff und Klinge, verformt. Der Rest des Bandstahls wird also nicht geschmiedet, sondern bleibt in seinem Gefüge unverändert. Diese Methode wird meist aus fertigungsökonomischen Gründen angewendet, sie ist ganz einfach kostengünstiger. Aber das erzielbare Formengut ist sehr begrenzt. Messer aus der Stauchschmiede sind daher oft selbstähnlich.

Eine Formensprache wie der fließende Übergang zwischen Griff und Klinge bei den Messern der Serie SYNCHROS oder dem Unikat THE KNIFE. sind nur im Gesenkschmiede-Verfahren möglich. Die Serie SYNCHROS zeichnet sich durch einen weiteren Freiheitsgrad der Gesenkschmiede-Technik aus, den Quer-Erl. Dank dieses Gestaltungsprinzips kommt das innere der Hand nicht mit dem kalten Klingenstahl in Kontakt – angenehme Haptik garantiert. Der für die klassischen GÜDE Messer der Serie Alpha typische Doppelkropf ist ebenso ein Produkt der bewährten Technologie des Gesenkschmiedens. Nur dank dieses Schmiedeverfahrens erlangen die Messer von Güde ihre sprichwörtliche Ausbalancierung durch den zweiten Kropf am Griffende.

Der Freund hochwertiger Kochmesser sollte sich daher vor dem Kauf stets vergewissern, dass das gewünschte Messer nicht nur durch seine Gestaltung und Funktionalität überzeugt, sondern vor allem im Gesenk geschmiedet wurde.

Weitere Informationen gibt es bei: www.guede-solingen.de