Wasserkraft als Stütze einer sicheren Stromversorgung in Gefahr

Strom aus Wasserkraft leistet traditionell vor allem in Bayern und Baden-Württemberg einen substantiellen Beitrag zur sicheren Versorgung mit regenerativ erzeugtem Strom rund um die Uhr. Die Bedeutung der Wasserkraft wächst, je mehr gesicherte Grundlastversorgung vom Netz genommen wird. In Bayern stieg daher 2017 der Anteil der Wasserkraft an der bayerischen Stromerzeugung auf rund 21 Prozent und wird dieses Jahr nach der Abschaltung des Kernkraftwerks Gundremmingen Block B zum 31. Dezember 2017 auf rund 26 Prozent zunehmen. Ebenso wichtig ist der Beitrag der Wasserkraft zur CO2-Vermeidung und damit zum Klimaschutz.

Anlässlich der führenden Wasserkraftmesse RENEXPO INTERHYDRO in Salzburg am 29. und 30. November 2018 appellieren die bayerischen und baden-württembergischen Wasserkraftverbände an die Politik, der Leistungsfähigkeit der Wasserkraft und ihrem gesicherten Beitrag zur Energiewende mehr Wertschätzung entgegenzubringen, statt sie immer stärker zu reglementieren und als anscheinend nicht relevant für die Energiewende an den Rand zu drängen. Es gilt doch, alle verfügbaren regenerativen Energieerzeugungsarten zu nutzen und dabei zu einem harmonischen Ganzen aufeinander abzustimmen, damit die Energiewende in Deutschland und Österreich ein Erfolg wird.

Wasserkraftwerke erzeugen zuverlässig und CO2-frei Strom mit dem höchsten Wirkungsgrad aller Stromerzeugungsarten. Gleichzeitig ist die Wasserkraft grundlastfähig, schwarzstartfähig, rund um die Uhr verfügbar, seit langem erprobt, speicherbar und trägt mit ihrer regionalen Verwurzelung dezentral zur Versorgungssicherheit und damit zur wirtschaftlichen Stabilität in der Industrie bei.

Darüber hinaus leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Tourismusförderung, zum Hochwasserschutz, zur Flussbettstabilisierung und vor allem auch zur Gewässerreinhaltung. Die Verbände sind sich sicher, dass wer glaubwürdig für eine erfolgreiche Energiewende eintritt, an der Einbindung der vielen tausend Wasserkraftwerke in Süddeutschland nicht vorbeikommt. Um das vorhandene Potenzial der Wasserkraft noch besser nutzen zu können, ist es unverzichtbar, den Wasserkraftwerksbetreibern den nötigen Investitionsspielraum zu lassen, um vorhandene Anlagen ökologisch zu modernisieren, wieder in Betrieb zu nehmen oder naturverträglich zu erweitern. Damit einhergehend lassen sich die Gewässerabschnitte ökologisch spürbar verbessern, wobei es dem Hang zu widerstehen gilt, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Gut gemeint heißt noch lange nicht gut gemacht. Immer weiter steigende Umweltforderungen bedrohen die Investitionsbereitschaft, führen zur Unwirtschaftlichkeit und daraus folgend zur Stilllegung der Anlagen. Dann verlieren sowohl die Natur als auch die Energiewende.

Weitere Informationen: www.renexpo-hydro.eu