Weiterbetrieb nach Ende der EEG-Förderung – Greenpeace Energy und Windpark Ellhöft schließen ersten direkten Stromliefervertrag für Privatkunden ab

Präsentieren den Liefervertrag: Reinhard Christiansen vom Bürgerwindpark Ellhöft (links) und Nils Müller von Greenpeace Energy (Foto: Levke Jannichsen)

Den deutschlandweit ersten Vertrag zur direkten Belieferung von Privatkunden mit Strom aus Windkraftanlagen, die aus der EEG-Förderung fallen, hat Greenpeace Energy vor kurzem mit einem Bürgerwindpark abgeschlossen. Das so genannte „Power Purchase Agreement“ (PPA) ermöglicht den wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Windparks Ellhöft in Schleswig-Holstein auch nach dem Auslaufen der EEG-Förderung zum Ende des Jahres 2020. So können die Windturbinen noch auf Jahre sauberen Strom für die Energiewende produzieren. „Von unserem Modell profitieren alle“, sagt Nils Müller, Vorstand von Greenpeace Energy. „Die Anlagenbetreiber erhalten eine kalkulierbare Vergütung und können ihre Anlagen länger in Betrieb halten. Wir als Ökoenergieanbieter beziehen Windstrom zu einem auskömmlichen Preis und stärken die direkte Verbindung zwischen unseren sauberen Lieferkraftwerken und unseren Kundinnen und Kunden.“

Der Vertrag über die Lieferung von grüner Energie aus sechs Windenergieanlagen des Typs AN-Bonus mit je 1,3 Megawatt Leistung tritt zum 1. Januar 2021 in Kraft und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. In dieser Zeit verkauft der Bürgerwindpark Ellhöft seinen Strom zu einem festgelegten Preis pro Kilowattstunde an Greenpeace Energy. Der Fixpreis wurde für diesen Windpark individuell ermittelt und kann je nach Entwicklung der Börsenstrompreise vor Vertragsbeginn noch nachjustiert werden. Auch während der Vertragslaufzeit lässt sich der Wert anpassen, wenn die Börsenpreise über eine bestimmte Schwelle steigen oder darunter sinken, wobei sich die Windparkbetreiber und Greenpeace Energy Risiken und Vorteile teilen.

Damit sind die Hamburger Energiegenossenschaft und die Betreibergesellschaft um Windkraft-Urgestein Reinhard Christiansen Vorreiter: Allein im Jahr 2021 fallen in Deutschland 4.400 Megawatt (MW) an Windkraft-Erzeugungsleistung aus der EEG-Förderung, bis 2025 werden es rund 16.000 MW sein. Ohne eine Perspektive für die Abnahme des Stroms würden viele dieser Anlagen abgebaut – und dieser Verlust nach derzeitiger Rechtslage nicht durch zusätzlichen Ausbau ausgeglichen. Der Windkraft droht deshalb zu Anfang der 20er-Jahre Stagnation oder gar Rückgang. Deutschland würde seine Klimaziele noch deutlicher verfehlen als es sich ohnehin schon abzeichnet. Das macht PPAs zu einem wichtigen Instrument für den Klimaschutz, das jetzt erstmals für Privatkunden in die Praxis umgesetzt wurde.

Weitere Informationen: www.greenpeace-energy.de/folgevermarktung-windkraft