Vorbildliche Windparkplanung: Sächsisches Lommatzsch ist Energie-Kommune

Windpark Lommatzsch, Bildquelle: VSB Holding GmbH

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat Ende Mai das sächsische Lommatzsch als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet. Mitten in der „Kornkammer Sachsens“, der fruchtbarsten Agrarregion des Freistaates, befinden sich gleich zwei Windparks mit insgesamt 19 Windenergieanlagen, deren installierte Leistung 38,8 Megawatt beträgt. „Lommatzsch ist Vorreiterkommune beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Sachsen und ein Vorbild, was den offenen Austausch mit den Bürgern anbelangt“, erklärt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE.

Die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien ist in der 5.000-Einwohner-Gemeinde nordwestlich von Dresden gegeben, nicht zuletzt da sich die Lommatzscher vor dem Bau der beiden Windparks umfangreich bei öffentlichen Veranstaltungen informieren konnten. Der Entscheidungsprozess zur Errichtung der beiden Windparks war bewusst transparent, um auch Skeptiker zu überzeugen. Die Interessen der Landwirte berücksichtigten die Planer etwa bei der Wahl der Anlagenstandorte und der Wege zu den Windparks. Zugleich begleiteten Archäologen den Anlagenbau. Für die in Lommatzsch heimische Käferart Eremit entstand ein neuer Lebensraum mit Totholzpyramiden. Die Windenergieanlagen werden zweitweise abgeschaltet, um Fledermäuse zu schützen.

„Für die Gemeinde bieten erneuerbare Energien die Gelegenheit, neue Chancen für die Stadtentwicklung zu erkennen und zu gestalten“, so Dr. Anita Maaß, Bürgermeisterin von Lommatzsch. Seit 2013 besitzt die Gemeinde ein kommunales Energiekonzept. Es zeigt die vor Ort benötigte und produzierte Energie, Maßnahmen zur Steigerung der Energieproduktion sowie Maßnahmen zur Energieeffizienz auf. Durch die Fertigstellung der beiden Windparks in Lommatzsch und im Ortsteil Wölkisch in den Jahren 2016 und 2015 ist in diesem Bereich das Ziel des Ausbaus erreicht. „Parallel dazu konnten Maßnahmen zur Energieeffizienz aus dem Energiekonzept mittlerweile fast vollständig umgesetzt werden“, so Maaß. Die stromfressende Flutlichtanlage am Sportplatz wurde auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Des Weiteren wird die Straßenbeleuchtung schrittweise auf LED-Leuchten umgerüstet und ein Teil der Straßenbeleuchtung durch das Nahwärmenetz versorgt.

Die Auszeichnung als Energie-Kommune wird Bürgermeisterin Dr. Anita Maaß am 6. Juni in Dresden bei der AEE-Regionalveranstaltung „Innovationen durch dezentrale Erneuerbare Energien“ entgegennehmen. Die kostenlose Veranstaltung gibt den innovativen Beispielen für eine dezentrale Energieversorgung eine Stimme. Neben einem Blick über den landespolitischen Tellerrand hinaus, beschäftigt sich die Veranstaltung mit spezifischen Herausforderungen und Chancen der Energiewende für Ostdeutschland.

Weitere Informationen: www.unendlich-viel-energie.de