Großes Interesse an Biomethan

Mit einem Gesamtvolumen von je vierzehn Millionen Euro realisierte der Finanzdienstleister und Projektierer UDI aus Nürnberg die Biomethananlagen in Erdeborn und Thierbach, unweit von Leipzig. Eine weitere Anlage für fünfzehn Millionen Euro entstand im Industriegebiet Borkenstraße in Torgelow. Die Kleinstadt gehört zum Landkreis Vorpommern-Greifswald und liegt südlich der Insel Usedom. Zum Tag der erneuerbaren Energien am 28. April 2018 öffneten nun alle drei Biogasanlagen ihre Pforten, um für mehr Akzeptanz von Bioenergie in der Bevölkerung zu werben. Und – der Erfolg gibt ihnen Recht.

„Während in Erdeborn rund 4.9 Millionen Kubikmeter Biomethan im Jahr erzeugt und ins Erdgasnetz einspeist werden, erzeugt Thierbach deutlich über 50 Millionen KWh Energie im Jahr und in Torgelow wird es ebenso viel werden“, begeistert sich Daniel Kellermann von der greenValue, der im Rahmen der übertragenen Projektsteuerung die Entstehung der drei Anlagen bis zur ersten Einspeisung begleitet hat. „Überall dort, wo es sinnvolle Verwendung findet, lässt sich Biomethan aus dem Gasnetz entnehmen. Es kann herkömmliches Erdgas ersetzen und als Brennstoff dienen oder in Heizkraftwerken verstromt werden.“ Ein besonderer Vorzug der Hochleistungsanlage Erdeborn sei ihre Substratflexibilität. Sie wird mit Mais, Gras, Ganzpflanzen- und Zuckerrübensilage, aber auch mit Hühnerkot ‚befüttert‘. In den Anlagen von Thierbach und Torgelow werden ebenso nachwachsende Rohstoffe zu Biogas vergoren. Anschließend wird das Biogas mit der physikalischen Druckwäsche zu Biomethan veredelt und ins Gasnetz eingespeist. Dem kommt das riesige Erdgasnetz in Deutschland mit zirka 245.000 km Leitungslänge, zahlreichen Gasspeichern und einer Kapazität von 200 Terrawattstunden, entgegen. „Rein rechnerisch kann allein die Anlage in Torgelow beispielsweise mehr als 15.000 Mehrpersonenhaushalte mit Strom versorgen“, führt Kellermann weiter aus.

Während in Erdeborn Bürgermeister Jürgen Ludwig und eine Abordnung der örtlichen Feuerwehr die Gelegenheit zu einer Betriebsführung nutzten, informierte Bürgermeister Schramm in Thierbach die Gäste über den historischen Standort. Ehemals das Gelände eines Braunkohlekraftwerks, entwickelte es sich jetzt zum Standort für saubere Energieerzeugung. In Torgelow gab es wegen des großen Andrangs stündlich Führungen. Die Biogasanlage dort speist seit kurzem 24 Stunden am Tag Biomethan ein. In Torgelow soll zudem eine Photovoltaikanlage einen Teil des Eigenstrombedarfs decken. Der Auftrag für die Errichtung konnte ebenfalls am Energietag erteilt werden. Bürgermeister Ralf Gottschalk und der parlamentarische Staatssekretär Patrick Dahlemann lobten die Investition der UDI-Gruppe in Torgelow.

Weitere Informationen: www.udi.de