Wohnatlas 2026: Diese Regionen bieten gute Chancen für Immobilienkäufer
Der Kauf einer Eigentumswohnung wird in vielen Regionen Deutschlands wieder attraktiver. Steigende Mieten und vergleichsweise moderat wachsende Kaufpreise verbessern die Renditechancen für Eigennutzer und Kapitalanleger. Gleichzeitig erwarten Experten in zahlreichen Regionen bis 2035 weitere Wertsteigerungen. Das zeigt der aktuelle Postbank Wohnatlas 2026, der vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) erstellt wurde. Demnach bieten inzwischen 51 Regionen besonders gute Voraussetzungen für Immobilieninvestitionen.
Nach der Studie haben sich die Kaufbedingungen gegenüber dem Vorjahr in 284 von 400 Landkreisen und kreisfreien Städten verbessert. Entscheidend sind moderate Kaufpreise im Verhältnis zur Nettokaltmiete sowie prognostizierte reale Wertsteigerungen von mindestens 0,6 Prozent pro Jahr bis 2035. Besonders gute Investitionschancen sehen die Experten vor allem im Umland großer Metropolregionen wie Hamburg, Stuttgart, Köln, Frankfurt und Berlin. Zu den Regionen mit besonders günstigen Kaufpreis-Miet-Verhältnissen zählen unter anderem der Wartburgkreis, Neumünster und Wuppertal. Dagegen bleiben Ferienregionen an Nord- und Ostsee sowie Teile des Alpenraums die teuersten Wohnungsmärkte Deutschlands. Dort liegen die Kaufpreise teilweise beim mehr als 40- bis 60-Fachen einer Jahresnettokaltmiete, weshalb Investitionen sorgfältig geprüft werden sollten.
Diese zwölf Regionen bieten besonders niedrige Vervielfältiger und eine sehr positive Wertentwicklung
Vervielfältiger 2025* ≤ 23 und prognostiziertes Kaufpreis-Plus 2025 – 2035** von mindestens 0,6 Prozent
| Rang | Stadt/Kreis | Bundesland | Vervielfältiger | Preistrend |
| 1 | Wartburgkreis, Landkreis | Thüringen | 17,5 | 0,9 % |
| 2 | Neumünster, Stadt | Schleswig-Holstein | 19,0 | 0,7 % |
| 3 | Wuppertal, Stadt | Nordrhein-Westfalen | 20,7 | 0,6 % |
| 4 | Ludwigshafen am Rhein, kreisfreie Stadt | Rheinland-Pfalz | 20,7 | 1,2 % |
| 5 | Bremen, Stadt | Bremen | 21,3 | 0,7 % |
| 6 | Dahme-Spreewald, Landkreis | Brandenburg | 22,7 | 1,4 % |
| 7 | Groß-Gerau, Landkreis | Hessen | 22,7 | 1,2 % |
| 8 | Offenbach, Landkreis | Hessen | 22,8 | 1,2 % |
| 9 | Stade, Landkreis | Niedersachsen | 22,9 | 0,9 % |
| 10 | Göppingen, Landkreis | Baden-Württemberg | 23,0 | 0,9 % |
| 11 | Rhein-Erft-Kreis, Landkreis | Nordrhein-Westfalen | 23,0 | 1,1 % |
| 12 | Pforzheim, kreisfreie Stadt | Baden-Württemberg | 23,0 | 0,8 % |
* Kaufpreis als Vielfaches der Jahresnettokaltmiete
** in Prozent pro Jahr (real)
Quellen: BBSR (2024); Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2026); VALUE Marktdatenbank (2026); Berechnungen HWWI
Unter den verbleibenden 39 Regionen der Top 51 stechen weitere zwölf Gebiete mit einem besonders positiven Preistrend von mindestens 1,0 Prozent pro Jahr hervor. Mit vier Regionen ist das Bundesland Baden-Württemberg besonders oft in diesem Ranking vertreten, Schleswig-Holstein stellt drei Landkreise. Mit Barnim und Oberhavel führen gleich zwei Landkreise aus Brandenburg das Ranking an. Barnim im Speckgürtel von Berlin verzeichnet dabei mit einem realen Zuwachs von 1,5 Prozent pro Jahr bis 2035 den höchsten Preisanstieg dieser zwölf Regionen mit Vervielfältigern zwischen 23 und 25. In den Landkreisen Oberhavel (Brandenburg) sowie Segeberg (Schleswig-Holstein) prognostiziert das HWWI einen jährlichen Anstieg der Kaufpreise um 1,3 Prozent. Die beiden anderen schleswig-holsteinischen Kreise Stormarn und Pinneberg folgen mit einem Preistrend von 1,2 Prozent pro Jahr – beide liegen im Umkreis der Metropole Hamburg.
Diese zwölf Regionen bieten noch niedrige Vervielfältiger bei einer besonders positiven Wertentwicklung
Vervielfältiger 2025* > 23 und ≤ 25 und prognostiziertes Kaufpreis-Plus 2025 – 2035** von mindestens 1,0 Prozent
| Rang | Stadt/Kreis | Bundesland | Vervielfältiger | Preistrend |
| 1 | Barnim, Landkreis | Brandenburg | 24,0 | 1,5 % |
| 2 | Oberhavel, Landkreis | Brandenburg | 24,5 | 1,3 % |
| 3 | Segeberg, Landkreis | Schleswig-Holstein | 23,3 | 1,3 % |
| 4 | Stormarn, Landkreis | Schleswig-Holstein | 24,2 | 1,2 % |
| 5 | Pinneberg, Landkreis | Schleswig-Holstein | 23,6 | 1,2 % |
| 6 | Kaufbeuren, kreisfreie Stadt | Bayern | 24,5 | 1,2 % |
| 7 | Main-Taunus-Kreis, Landkreis | Hessen | 24,9 | 1,2 % |
| 8 | Böblingen, Landkreis | Baden-Württemberg | 24,2 | 1,2 % |
| 9 | Ludwigsburg, Landkreis | Baden-Württemberg | 24,2 | 1,1 % |
| 10 | Rems-Murr-Kreis, Landkreis | Baden-Württemberg | 24,1 | 1,1 % |
| 11 | Esslingen, Landkreis | Baden-Württemberg | 24,8 | 1,1 % |
| 12 | Flensburg, Stadt | Schleswig-Holstein | 23,5 | 1,0 % |
* Kaufpreis als Vielfaches der Jahresnettokaltmiete
** in Prozent pro Jahr (real)
Quellen: BBSR (2024); Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2026); VALUE Marktdatenbank (2026); Berechnungen HWWI
„Je niedriger der regionale Vervielfältiger und je höher die prognostizierte Preisentwicklung ausfällt, desto größer sind die Renditechancen einer Immobilieninvestition“, sagt Beermann. „Für Selbstnutzende weist ein hoher regionaler Wert darauf hin, dass sich eine Investition gegenüber dem Wohnen zur Miete erst in vielen Jahren rentieren könnte. Für Investierende gilt: Je höher der Vervielfältiger beim Erwerb einer Wohnung ist, desto geringer fällt die anfänglich zu erwartende Mietrendite aus.“
Hintergrundinformationen zum Postbank Wohnatlas 2026
Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Analyse, die den dritten Studienteil des diesjährigen Wohnatlas darstellt, wurde unter der Leitung von Dr. Dirck Süß, Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.
