Geringerer Energieverbrauch im Bad

Neben der Frage, wie man von Gasheizungen auf andere Heizsysteme umsteigen kann, ist für Vermieterinnen und Vermieter sowie gleichermaßen auch für Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümer die Frage nach möglichen Energieeinsparungen von zentraler Bedeutung. Eine der Optionen zum Einsparen von Energie ist die Trennung von Warmwasser und Heizung. Das lässt sich besonders leicht umsetzen, wenn sowieso schon die Sanierung des Bades geplant wird.

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„Wird das Haus mit Gas geheizt, ist es sinnvoll, die Warmwasserbereitung zu dezentralisieren“, so Adeline Wagner von der Initiative Wärme+. „Dies ist mithilfe elektronischer Durchlauferhitzer möglich, die unabhängig von der Heizung funktionieren. Das bedeutet auch, dass man in den wärmeren Monaten, etwa von Mai bis Ende Oktober, Geld und Ressourcen spart, weil die Heizung komplett ausgeschaltet werden kann.“

Elektronische Durchlauferhitzer erwärmen das Wasser unmittelbar dann, wenn es durch das Gerät strömt. Wird die zugehörige Armatur geschlossen, schaltet sich das Gerät aus; es geht also keine Energie durch Zirkulation, Verteilung und Speichern des Wassers verloren. Bei modernen vollelektronischen Durchlauferhitzern erfassen Sensoren die Zu- und die Auslauftemperatur sowie die Durchflussmenge. „Elektronische Durchlauferhitzer modulieren ihre Leistungsaufnahme“, erläutert Adeline Wagner. „Das heißt, sie berechnen anhand der Einlauftemperatur und der Durchflussmenge, wie viel Leistung benötigt wird, um die gewünschte Auslauftemperatur zu erreichen. So müssen für eine Dusche bei 38 Grad zum Beispiel nur 16 kW aufgenommen werden, statt der maximalen Leistung von 24 kW.“ Das Wasser wird so immer gradgenau auf die gewünschte Wassertemperatur erwärmt – vom ersten Tropfen an und ohne unangenehme Temperaturschwankungen. Weitere Vorteile von elektronischen Durchlauferhitzern: Sie benötigen wenig Platz, und smarte Modelle bieten komfortable Steuerungsmöglichkeiten.

Großes Sparpotenzial durch kurze Leitungswege

Durchlauferhitzer sind meist in der Nähe der Verbrauchsstelle angebracht, damit muss das Wasser nicht über weite Wege verteilt werden. Schon indem die Geräte das Wasser dort erwärmen, wo es gebraucht wird, ergibt sich ein beträchtliches Sparpotenzial im Vergleich zu einer zentralen Warmwasserversorgung.

Um energieeffizient zu sein, muss die Größe des Durchlauferhitzers zum individuellen Bedarf passen. Für das Badezimmer ist ein sogenannter Komfort-Durchlauferhitzer (18 bis 27 kW) geeignet. Er ist für die Versorgung mehrerer Zapfstellen gedacht, an denen häufig größere Mengen Warmwasser gebraucht werden, beispielsweise für Dusche, Badewanne und Handwaschbecken. In kleinen Wohnungen kann er sogar die gesamte Warmwasserversorgung übernehmen, wenn Küche und Bad nebeneinander liegen. Für Zapfstellen, an denen hohe Temperaturen gewünscht sind, der Wasserbedarf aber gering ist, eignen sich Kompakt-Durchlauferhitzer (13,5 kW) – wie bei der Küchenspüle. Mit ihrer kleinen Bauform finden sie dort im Unterschrank ihren Platz. Wo nur punktuell warmes Wasser benötigt wird, etwa am Handwaschbecken des Gäste-WCs oder im Keller, reicht ein Klein-Durchlauferhitzer (3,5 kW) aus.

Smarte Bedienung bei vollelektronischen Modellen

Noch größeren Komfort als elektronische Durchlauferhitzer bieten vollelektronische Modelle. Bei diesen Geräten reguliert ein Motorventil die Durchflussmenge; dadurch können auch hohe Temperaturen sicher erreicht werden und eine Badewanne lässt sich automatisch befüllen. Über ein Display am Gerät oder eine App ist es zudem möglich, den individuellen Wasser- und Energieverbrauch im Blick zu behalten. Mit diesem Monitoring können Nutzerinnen und Nutzer auf ihren Verbrauch direkt reagieren und Duschzeiten oder die Wassertemperatur regulieren.

Die Initiative Wärme+ hat eine Broschüre zum Thema „Elektronische Durchlauferhitzer“ herausgebracht. Diese steht zum kostenlosen Download unter https://www.waerme-plus.de/downloads bereit.

Weitere Informationen: Energieeffiziente Hauswärmetechnik / WÄRME+ (waerme-plus.de)