Im Test: Bosch Smart Home-Lösungen – Komfort und Sicherheit für Wohnung und Haus

Die Kameras

Die Kameras für innen und außen funktionieren getrennt von den anderen Smart Home-Komponenten und lassen sich, wie bereits erwähnt, auch über eine andere App steuern. Zunächst nahmen wir im Test die 360 Grad-Innenkamera in Betrieb. Diese arbeitet über WLAN und kann über einen drehbaren Kamerakopf eine 360 Grad-Überwachung des jeweiligen Raums realisieren. Das Weitwinkelobjektiv erfasst dabei immer 112 Grad auf einmal. Drei Bewegungsmelder haben stets den ganzen Raum im Blick und sorgen dafür, dass die Kamera auch Bewegungen außerhalb der Sichtweite des Objektivs erkennt.

Die Szenarien dienen dazu, mehrere Geräte automatisch zu bestimmten Zeiten Aktionen ausführen zu lassen

Eine automatische Infrarot-Beleuchtung sorgt dafür, dass die Kamera auch nachts gute Bilder macht. Im Test funktionierte das ausgezeichnet. Um die Privatsphäre der Nutzer sicher zu stellen, lässt sich der Kamerakopf auf Knopfdruck in das Gehäuse zurückfahren, so dass keine ungewollten Bildaufzeichnungen entstehen. Bosch liefert mit der Kamera eine vorinstallierte 8 GByte MicroSD-Karte mit, die nach Angaben des Herstellers bis zu 200 Ereignisse aufzeichnen kann. Die Aufzeichnungen erfolgen dabei in HD Qualität. Um Kommunikationen über die Kameras abwickeln zu können, verfügen sie über einen Lautsprecher und ein Mikrofon.

Die 360-Grad Innenkamera (Foto: Bosch)

Um die Kamera in Betrieb zu nehmen, installierten wir zunächst auf unserem Smartphone die Bosch Smart Camera-App. Anschließend verbanden wir unsere Teststellung mit dem Stromnetz und fuhren sie hoch. Sobald der in das Gerät integrierte Lichtring anfing, grün zu blinken, konnten wir uns daranmachen, die Verbindung zum WLAN herzustellen. Dazu banden wir im ersten Schritt unser Smartphone in das WLAN ein, in dem später auch die Kamera zum Einsatz kommen sollte. Danach starteten wir die App und legten ein Bosch-Konto an. Jetzt waren wir dazu in der Lage, eine neue Kamera zu diesem Konto hinzuzufügen. Hierfür war es erforderlich, das Passwort des WLANs, in das wir die Kamera einbinden wollten, einzugeben. Die App erzeugte anschließend einen QR-Code und zeigte diesen auf dem Bildschirm das Smartphones an.

Den QR-Code mussten wir anschließend vor die Linse der Kamera halten. Laut Handbuch sollte die Entfernung zwischen Smartphone und Kamera etwa eine Armlänge beziehungsweise 15 bis 30 Zentimeter betragen. Diese Aussage ist etwas ungenau, so dass wir einige Zeit hin- und herprobieren mussten, bis die Kamera den Code erkannte. Nachdem das der Fall war, piepste sie mehrmals und startete neu. Danach verband sie sich mit dem WLAN und versuchte, den Bosch Cloud-Service über das Internet zu erreichen. Das ging bei uns im Test schief, und zwar aus dem gleichen Grund wie zuvor bereits bei dem Smart Home-Controller: Unsere Firewall erlaubte nicht alle Verbindungen nach außen. Nachdem wir eine neue Firewall-Regel angelegt hatten, die den ausgehenden Traffic der Kamera freigab, funktionierte dann auch die Kommunikation zwischen Testgerät und Cloud.

Ein Blick auf die Außenkamera (Foto: Bosch)

Nach dem Verbindungsaufbau vom Bosch Cloud-Dienst ist die Kamera betriebsbereit. Die Anwender können über die App das Objektiv hin- und her schwenken, das Bild der Kamera einsehen und vieles mehr.

Die Außenkamera

Zum Abschluss des Tests nahmen wir auch noch die Außenkamera in Betrieb. Diese verfügt über einen internen Speicher, der bis zu 200 Ereignisse aufzeichnen kann, einen 180 Grad- Bewegungsmelder mit zehn Metern Reichweite, ein LED-Frontlicht, sowie ein Mikrofon und einen Lautsprecher zur Zwei-Wege-Kommunikation. Die Optik erfasst einen Bildausschnitt von 120 Grad.

Die Kamera lässt sich genau wie die Innenkamera über die Bosch Kamera App in Betrieb nehmen. Auch hier müssen die Anwender wieder die Zugangsdaten für ihr WLAN eingeben und den QR-Code scannen. Nach einem Neustart erscheint die Lösung dann in der App und lässt sich genau wie das andere Produkt sofort nutzen.

Die Kamera App

Die Kamera App dient nicht nur zum Betrachten der Bilder, zum Steuern des Objektivs bei der drehbaren Innenkamera und zum Ein- und Ausschalten des Lichts bei der Außenkamera. Sie versetzt die Anwender auch dazu in die Lage, Freunden Zugriff auf die Kameras zu geben, Ereignisse einzusehen, über ein Mikrofon Audiodaten auf dem Lautsprecher der Kamera auszugeben, Benachrichtigungen zu versenden – was im Test problemlos funktionierte – und die Kameras zu konfigurieren.

Die Kamera App in Betrieb

Was die Konfigurationsmöglichkeiten angeht, so können die Benutzer über die App unter anderem private Bereiche definieren, die geschwärzt werden. Außerdem gibt es einen Timer zum Ein- und Ausschalten der Beleuchtung der Außenkamera und eine Option zum Festlegen der Empfindlichkeit der Bewegungserkennung.

Fazit

Mit der Bosch Smart Home-Lösung werden die Benutzer in die Lage versetzt, ihre Häuser und Wohnungen in Abwesenheit zu überwachen, gegen Einbrüche abzusichern und ihre Haustechnik über eine App zu steuern. Besonders gut hat uns im Test die gelungene Verknüpfung der Aufgabenbereiche Haustechnik, Heizung, Lüftung und Beleuchtung gefallen, die für Anwender kaum Wünsche offen lässt.

Die Inbetriebnahme der einzelnen Komponenten läuft dank der übersichtlichen Apps, die die Nutzer Schritt für Schritt durch den Prozess führt, verhältnismäßig einfach ab und während der täglichen Arbeit traten mit den Produkten keine Schwierigkeiten auf. Die Smart Home-Produktreihe von Bosch ist folglich durchaus einen Blick wert. Es wäre allerdings zu wünschen, dass Bosch in Zukunft die Smart Home-Komponenten und die Kameras in einem einheitlichen System zusammenführt.

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