Überschüssige Energie smart lokal speichern und einsetzen: FH Münster startet Projekt „Energiespeicher in der Praxis“

Die Projektpartner bei EnerPrax (von links): Dr. Elmar Brügging (FH Münster), Markus Kramp (GELSENWASSER AG), Janina Senner (GWI Essen), Ralf Sörgel (SaerVE), Wilfried Roos (Bürgermeister Gemeinde Saerbeck), Prof. Dr. Christof Wetter (FH Münster), Kirstin Greiwe (GELSENWASSER AG), Christian Heinrich (FH Münster), Johannes Schaffert (GWI Essen). (Foto: GWI Essen, Copyright: GWI Essen)

Wenn die Sonne vom Himmel lacht und der Wind durch die Haare fegt, dann gewinnen Solaranlagen und Windräder Strom. Nur leider ist diese Erzeugung unregelmäßig – mal liefert die Natur zu viel Energie, die nicht komplett in Strom umgewandelt werden kann, mal gar keine. „Genau in diese Lücke wollen wir mit unserem Projekt ‚EnerPrax‘ stoßen“, erklärt Dr. Elmar Brügging von der FH Münster. „Wir testen unterschiedliche Speichertechnologien, die überschüssige Energie auffangen und wieder zur Verfügung stellen. Außerdem wollen wir diese Speicher je nach Wettersituation flexibel und optimal einsetzen können. Wir fragen uns: Was passt zu welchem Bedarf?“

„EnerPrax“ steht für Energiespeicher in der Praxis und das rund zehnköpfige Team testet zum Beispiel Lithium-Ionen-, Blei-Gel- oder Redox-Flow-Batterien, aber auch mechanische Speicher wie Schwungradmassenspeicher. Ebenso kommt eine Power-to-Gas-Technologie zum Einsatz. Sie wandelt Strom in Wasserstoff und schließlich über einen biologischen Prozess zu Methan um, das bei entsprechender Qualität in das Erdgasnetz eingespeist werden kann.

„Uns geht es auch um den Nachhaltigkeitsaspekt des Projekts“, sagt der Leiter des Forschungsteams am Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt Prof. Dr. Christof Wetter. „Wir wollen zeigen, dass Überschüsse aus regional produzierten erneuerbaren Energien smart lokal gespeichert und weiterverwendet werden können. Man muss sie nicht zwangsläufig mit aufwendiger Infrastruktur zu einer zentralen Speicherung transportieren.“

Umgesetzt wird das Projekt im Bioenergiepark Saerbeck. „Den Untersuchungen liegt der Lastgang der Gemeinde zugrunde, dies ist ein Profil mit detaillierten Daten zu Stromerzeugung und -verbrauch von Saerbeck“, so Brügging. Die Projektergebnisse sollen sich auf ländlich strukturierte Städte und Gemeinden NRW-weit übertragen lassen. Im Fokus steht vor allem kurzer bis mittelfristiger Speicherbedarf – Energie für wenige Sekunden bis einige Stunden. Auch Privatpersonen profitieren vom Projekt. „Wir planen unter anderem Führungen und Workshops, bei denen die Besucher die Speicherfunktionen per Tablet selbstständig kennenlernen können.“

Das Projekt läuft bis November 2019. Die Europäische Union und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz unterstützen „EnerPrax“ mit insgesamt 1,7 Millionen Euro. Projektpartner neben der FH Münster sind das Gas- und Wärme-Institut Essen, die GELSENWASSER AG, die Gemeinde Saerbeck sowie die Saerbecker Ver- und Entsorgungsgesellschaft. NRW-Umweltminister Johannes Remmel gibt den Startschuss zum Projekt am 27. April um 9.30 Uhr in einer Kick-Off-Veranstaltung im Bioenergiepark. Alle Projektergebnisse und Aktuelles zu „EnerPrax“ stehen online unter www.energiespeicher.nrw.

Weitere Informationen: http://energiespeicher.nrw, https://www.fh-muenster.de/fb4/fue/fue_gebiete/null-emissionskonzepte/enerprax.php, https://www.fh-muenster.de/fb4 und https://www.efre.nrw.de

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