Interview mit Solarwatt zum Thema „Internet der Dinge und Smart Homes“

Wir haben ein Interview mit Detlef Neuhaus, Geschäftsführer der Solarwatt GmbH, zum Thema „Internet der Dinge und Smart Homes“ geführt.

01 SOLARWATT CEO Detlef Neuhaus

DeinEnergieportal: „Zur Zeit überschwemmen internetfähige Produkte den Markt. Egal ob es sich um den schon oft beschriebenen internetfähigen Kühlschrank oder um eine Heizung handelt, die sich über eine mobile App aus der Ferne steuern lässt, die Zukunft scheint den Komponenten zu gehören, die über einen Anschluss an das weltweite Datennetz verfügen. Ist dieser Trend Ihrer Meinung nach nur für Endverbraucher relevant, oder spielt er auch eine Rolle für die Industrie, Stromerzeuger und ähnliche Organisationen?“

Neuhaus: „Die Digitalisierung spielt auf allen Ebenen eine große Rolle, das Internet verändert die Wirtschaft und das Leben der Menschen. Für unsere Branche ist es daher wichtig, den Endkunden und seine Wünsche in den Mittelpunkt stellen. Der Komfortgedanke spielt dabei eine besonders große Rolle. So wie man sich über das Smartphone beispielsweise jederzeit mit Freunden austauschen kann, hat man dank der Digitalisierung jetzt die Möglichkeit sich über seine Energieversorgung oder den Status verschiedener Haushaltsgeräte zu informieren. Die Vernetzung von Energieerzeugern und Verbrauchern hat für Eigenheimbesitzer und Unternehmen insgesamt ein hohes Potential zur Energiekosteneinsparung.“

DeinEnergieportal: „Immer wenn man mit dem Internet zu tun hat, stellt sich die Frage nach der Sicherheit. Zurzeit werden mehr Daten geklaut, als jemals zuvor und um die Sicherheit von Benutzerkonten steht es auch nicht immer zum Besten. Lässt sich nach Ihrer Ansicht wirkungsvoll verhindern, dass Hacker mit internetfähigen Anlagen wie beispielsweise der eben genannten Heizung, Schindluder treiben? Es ist ja nicht wünschenswert, dass irgendjemand während des Sommerurlaubs den Hauszugang hackt und dann zum Spaß tage- oder sogar wochenlang die Heizung auf der höchsten Stufe arbeiten lässt.“

Neuhaus: „Leider gibt es keine hundertprozentige Sicherheit, wir arbeiten in diesem Bereich aber auf dem höchsten Level. Wir nutzen zur Datenübertragung beispielsweise die extrem sichere SSL-Verschlüsselungstechnik, ein Standard, der im Online-Banking eingesetzt wird. Dazu sorgen wir dafür, dass die Daten zur Darstellung des Solarwatt Energy Managers ausschließlich auf deutschen Servern liegen.“

DeinEnergieportal: „In welchen Einsatzbereichen der Energie- und Haustechnik sind Ihrer Meinung nach internetfähige Produkte besonders sinnvoll?“

Neuhaus: „Für uns spielt besonders das Energiemanagement eine große Rolle, deshalb sind grundsätzlich alle Geräte interessant, die Energie erzeugen oder verbrauchen. Geräte die über eine Kommunikationsschnittstelle verfügen, lassen sich relativ einfach in das Energiemanagement-System einbinden. Mit Hilfe des Energy Managers können die Nutzer so ihre Energieflüsse überwachen und die Energiekosten im Haushalt spürbar senken. Beispielsweise lässt sich durch ein intelligentes Energiemanagement-System und in Kombination mit einer PV-Anlage eine nahezu autarke Energieversorgung in den Sommermonaten realisieren.“

DeinEnergieportal: „Welche weiteren Konsequenzen werden sich aus dem Internet der Dinge und der zunehmenden Verbreitung von Smart Homes ergeben?“

Neuhaus: „Die Digitalisierung wird weitergehen und vermehrt auch die Verwaltung der Haustechnik und der Energieflüsse erreichen. Wichtig ist, dass die reine ‚Kommunikationsfähigkeit‘ von Geräten und Maschinen kein Selbstzweck bleiben darf. Der Nutzen für die Endkunden muss im Vordergrund stehen, beispielsweise zur Steigerung des Komforts oder zur Einsparung von Energiekosten. Wichtig ist aber auch, dass der Benutzer nicht mit der Komplexität der Schnittstellen und Portale überlastet wird – das ganze System muss für ihn einfach bedienbar bleiben.“