Die Treiber des PV-Markts

Autorin/Redakteur: Anke Johannes, Geschäftsführerin der Conergy Deutschland GmbH/gg

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Sonnige Aussichten mag der Solarbranche für 2015 derzeit niemand bescheinigen und das, obwohl die Lage gar nicht so trübe ist. Ursächlich für die schlechte Laune innerhalb der Branche und die noch schlechteren Prognosen sind die einbrechenden Gewinne aufgrund der sinkenden Zubauzahlen. Das ist zwar ärgerlich, doch war dieser Trend nach den Subventionen der vergangenen Jahre zu erwarten. Als düster mag also nur derjenige die Situation empfinden, der noch mit den alten Maßstäben misst. Diese haben ausgedient und sollten schleunigst neuen Modellen weichen. Einige Vielversprechende sind bereits vorhanden und je mehr die Branche die neuen Herausforderungen annimmt und ihnen mit Mut und Kreativität begegnet, desto besser werden die Prognosen. Denn: den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft und Solar lohnt sich nach wie vor.

Der Branche bietet dieser gefühlte Stillstand die Möglichkeit, ihr Business auf die neuen Marktbedingungen zuzuschneiden. Viele der großen Energieunternehmen haben dies bereits mit teilweise drastischen Maßnahmen in die Wege geleitet, wie etwa der Zerteilung einer bestehenden Konzernstruktur im Falle von E.ON. Photovoltaik ist sinnvoll und besonders beim Eigenverbrauch noch immer einträglich, deshalb stehen – allen Unkenrufen zum Trotz – die Zeichen auf „Los“.

In Deutschland erwarten wir, dass der Photovoltaikmarkt in Zukunft maßgeblich von neuen, kreativen Angeboten und verbesserten Technologien angetrieben wird. Es ist bereits zu erkennen, dass Stadtwerke und Energieversorger ihr Angebot an PV-Lösungen deutlich ausbauen werden. Technikseitig werden vor allem leistungsfähige und bezahlbare Speicher zum Wachstum beitragen.

Trendfaktor: Kleinsysteme

Im Segment der kleineren Systeme bis zehn Kilowatt Leistung, die keine Abgabe auf den Verbrauch von selbst produzierten Solarstrom zahlen müssen, ist eine deutliche Steigerung zu erwarten. Diese Auffassung teilt auch das Institut für Energie in Leipzig (IE Institut). 96 Prozent aller Betreiber von PV-Anlagen dieser Größenordnung werden 2015 ihren Strom selbst verbrauchen. Unter Berücksichtigung der steigenden Nutzung von Speichern beziffern die Forscher die durchschnittliche Eigenverbrauchsquote mit 32,5 Prozent. Aber auch größere Anlagen von über zehn Kilowatt sind lohnend. So berichtet das Institut, dass hier die Hälfte der Betreiber ihren Strom selbst verbrauchen – trotz der EEG-Umlage. Beide Segmente bieten noch viel Potenzial.