Wie geht man mit alten Photovoltaik-Anlagen richtig um?

Obwohl sich die Solarenergie erst in den letzten Jahren auf breiter Front durchgesetzt hat sind Photovoltaik-Anlagen schon seit langer Zeit auf dem Markt. Deswegen gibt es auch etliche “Early Adopter”, die Anlagen verwenden, die teilweise schon älter als 20 Jahre sind. Was macht man heute mit so alten Solarmodulen? Häufig werden im Lauf der Zeit Schäden entstanden sein, die EEG-Förderung läuft aus und in der Regel lässt bei älteren Modulen auch die Leistung nach. Es besteht aber die Möglichkeit, auch mit alten Anlagen einen recht autarken Lebensstil zu pflegen und weiterhin grünen Strom zu produzieren.

Screenshot: DeinEnergieportal

Solaranlagen, die nach der Installation zwanzig Jahre in Betrieb sind, fallen aus der EEG-Förderung, sodass der eingespeiste Strom nicht ausreichend vergütet wird. Mit der Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetzes ermöglichte der Gesetzgeber eine Anschlussvergütung für nicht selbst genutzten Strom. Für weitere sieben Jahre ­– also bis 2027 ­– bekommen Solaranlagenbesitzer zwischen zwei und fünf Cent je Kilowattstunde. Eine kostendeckende Volleinspeisung des Solarstroms ist so nicht immer möglich. Wird eine Solaranlage bereits seit 20 Jahren auf dem Dach betrieben, gehört sie damit aber noch lange nicht zum alten Eisen. Viele Hersteller bieten Garantien, die über 20 Jahre hinausgehen. Auch LG bietet auf viele seiner Module eine Produkt- und Leistungsgarantie über 25 Jahre. Die Technik gibt einen langfristigen Betrieb über mehrere Jahrzehnte also her.

Eigenverbrauch erhöhen

Wer jetzt schaut, wie es mit der eigenen Stromproduktion weitergeht, sollte die Anlage zunächst professionell überprüfen lassen – gibt es Schäden, sind Wartungen notwendig und wie ist es um die Restleistung bestellt. Erst dann ist eine optimale Einschätzung der Wirtschaftlichkeit möglich. Der einfachste Weg, die eigene Solaranlage weiter zu betreiben, ist eine Umstellung von Volleinspeisung auf Erhöhung des Eigenverbrauchs. Dafür sind meist nur wenige Anpassungen notwendig. Wer den selbstproduzierten Strom nutzt, entscheidet sich nicht nur für grünen Strom, sondern auch gegen die hohen Stromkosten der Energieversorger. Ein optimierter Eigenverbrauch reizt das Sparpotenzial maximal aus. Daher gilt es, auch das Elektroauto über die Solaranlage zu laden oder Warmwasser mit Solarstrom zu erzeugen. Mit einem Stromspeicher ist zudem auch dann noch Solarstrom verfügbar, wenn die Sonne schon längst nicht mehr scheint. Das erhöht die Investitionskosten zunächst. Doch Kommunen, Länder und Banken bieten Förderprogramme, die gerade Altanlagenbesitzer unterstützen und die Umstellung auf Eigenverbrauch fördern sollen. Zudem fallen für den selbstverbrauchten Strom keine EEG-Umlagen an und überschüssiger Strom, der in das Stromnetz eingespeist wird, erzeugt auch weiterhin ein zusätzliches Taschengeld.

Die alte Anlage ersetzen

In einigen Fällen rechnet sich ein weiterer Betrieb der alten Solaranlage nicht. Dann haben die Besitzer zwei Möglichkeiten: die Anlage zu ersetzen oder zu erweitern. Die alten Module lassen sich problemlos recyceln. Aufgrund der vielfältigen Materialien, aus denen die Module zusammengesetzt sind, wie Glas (76 Prozent), Kunststoff (zehn Prozent), Aluminium (acht Prozent), Silikon (fünf Prozent) sowie diversen Metallen (ein Prozent), können die meisten Materialien bis zu 100 Prozent wiederverwendet werden. Viele der noch funktionsfähigen Module finden sogar eine Anschlussverwendung. Das macht den gesamten Prozess zusätzlich umweltfreundlich und nachhaltig.

Der Preis moderner Solaranlagen ist in den letzten Jahren stark gesunken. Das hat die Amortisationszeit enorm verkürzt. Dadurch kann es sich bereits heute rechnen, die vorhandene Installationsfläche bestmöglich auszunutzen und eine möglichst große Solaranlage zu installieren. Ein neues System erhöht die produzierte Strommenge. Mit der neu installierten Anlage ist dann auch wieder eine Förderung nach EEG möglich. Zudem stehen den Eigenheimbesitzern verschiedene Fördergruppen zur Verfügung, die die Investitionslast stark senken können.

Weitere Informationen: lg.com