Generationen-Wohngemeinschaft als Vorzeigeprojekt

Das Wohnprojekt “La Compostella” in Neuwied will sowohl im sozialen als auch im energetischen Bereich Vorbildcharakter haben. Das gemeinschaftliche Lebensmodell entstand ursprünglich als Idee unter Freunden, inzwischen haben sich aber 15 Menschen dabei zusammengefunden und gestalten ihre Wohnzukunft gemeinsam. Das Ergebnis: Zwei Mehrfamilienhäuser, vier Einfamilienhäuser sowie ein Doppelhaus auf mehr als 5500 Quadratmetern – finanziert und erdacht in Eigenregie. Damit kommt das gesamte Objekt auf 15 Wohneinheiten.

Kurz vor Fertigstellung: Für den Bau des Gemeinschaftshauses konnten die Grundstrukturen der früheren Gewerbeanlagen genutzt werden. Neben fünf Wohneinheiten beherbergt es im Keller auch das Büro der Wohngemeinschaft sowie einen Kreativraum, einen Fitnessraum und einen Werkraum. (Foto: KLB Klimaleichtblock, Andernach)

Im rheinland-pfälzischen Neuwied hat sich eine Gruppe zusammengeschlossen, die aktiv gegen Vereinsamung vorgehen möchte: Mit der Umsetzung des Projektes „La Compostella“ entsteht hier ein in Eigenregie und Selbstbestimmung geplantes Wohngelände, das Raum für Gemeinschaftlichkeit und zwischenmenschliche Nähe bieten soll. Entstanden ist die Idee zu dem Wohnprojekt bei einem Spieleabend unter Freunden. „Herumgesponnen haben wir an der Idee bereits vor 15 Jahren“, erinnert sich Ludger Kamp, eines der „Gründungsmitglieder“ von „La Compostella“. „Mitte 2011 haben wir dann begonnen, uns konkreter mit der Umsetzung zu befassen.“

Voraussetzungen erfüllt

Bevor der Startschuss für das Projekt fallen konnte, waren aber noch einige Hürden zu meistern: Zunächst musste natürlich ein geeignetes Grundstück her. Es galt eine Fläche aufzutun, die ausreichend Platz bot, in einem natürlich gewachsenen Wohngebiet und gleichzeitig naturnah gelegen war. Fündig wurde die Gruppe schließlich im Neuwieder Ortsteil Segendorf: Das ehemalige Firmengelände der Hechtmann GmbH – einem Fertigungsbetrieb für Faltschachteln – direkt gegenüber der Wied bot nicht nur ausreichend Raum, sondern zudem einen Blick ins Grüne. Die alten Produktionsgebäude mussten größtenteils weichen, um eine möglichst flexible Neuplanung zu ermöglichen.

Die Finanzierung des Projektes war von Anfang an ohne Investor geplant. Jeder zukünftige Bewohner von „La Compostella“ sollte gleichzeitig auch Miteigentümer sein. So fiel schließlich die Entscheidung zu Gunsten einer privaten Finanzierung mit KfW-Förderung. Im Neuwieder Architekten Stefan Schäfer war schließlich auch der richtige Planer für die Umsetzung dieser Aufgabe gefunden. Sein Entwurf von vier Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäusern sowie einem Doppelhaus auf dem Gelände, fand bei den Mitgliedern Anklang. So konnte man schließlich in die konkrete Planungs- und Bauphase übergehen. Nach Abriss des größten Teils der alten Firmengebäude im Jahr 2015 standen hierfür 5.500 Quadratmeter zur Verfügung.

Gemeinsam individuell

In „La Compostella“ sollte sich jeder nach seinem Geschmack verwirklichen können – kein gleichförmiges Retortenwohnen war gewünscht – sondern Gemeinschaft, wo sie gewollt und Individualität, wo sie gebraucht wird. So entstehen im finalen Grundriss 15 Wohneinheiten, aufgeteilt auf insgesamt vier verschiedene Gebäudetypen: vier Einfamilienhäuser, ein Gemeinschaftshaus sowie ein Doppel- und ein Vierparteienhaus. Das große Gemeinschaftshaus beherbergt in dieser Planung neben fünf Wohneinheiten auch den Gruppenraum mit angeschlossener Küche und Sanitäranlagen. Dieser kann für verschiedenste Aktivitäten – vom Spieleabend bis zum Familienfest – genutzt werden. Im Keller des Gebäudes, der noch ein Überbleibsel der früheren Gewerbegebäude ist, befinden sich künftig das Büro der Wohngemeinschaft sowie ein Kreativraum, ein Fitnessraum und ein Werkraum.

„Kein Styropor an den Wänden“

Während für den Bau des Gemeinschaftshauses noch Keller und Grundstrukturen der früheren Gewerbeanlagen genutzt wurden, handelt es sich bei den weiteren Gebäuden auf dem Gelände um komplette Neubauten. So wurden etwa die vier Einfamilienhäuser allesamt aus dämmstoffgefülltem KLB-Leichtbetonmauerwerk erstellt. Wichtig war den Bauherren von „La Compostella“, dass die Gebäude eine möglichst wohngesunde und natürliche Gebäudehülle bekommen sollten. „Wir wollten kein Styropor an den Wänden, um die nötige Dämmung zu gewährleisten“, erläutert Kamp. Auch aus diesem Grund waren die Planblöcke „KLB-SK09“ des regionalen Herstellers KLB Klimaleichtblock (Andernach) eine gute Wahl. Mit ihrer mineralischen Dämmstofffüllung erreichen diese einen Wärmeleitwert von 0,09 W/mK. In Neuwied wurden die Steine in einer Dicke von 36,5 Zentimetern verbaut. Versehen sind sie mit einem mittig in Wandrichtung verlaufenden Dämmstoffsteckling und jeweils drei zur Wandinnen- wie auch -außenseite angeordnete Schlitzreihen. Die Basis bildet dabei der natürliche Rohstoff Bims. Dieser wird direkt in der Gegend um Neuwied – dem sogenannten Neuwiederbecken – abgebaut und vor Ort in den KLB-Leichtbetonwerken verarbeitet. Transport- und Lieferwege zum „La Compostella“-Gelände waren damit denkbar kurz. Die vielen Lufteinschlüsse, die der Zuschlag des Bimses verursacht, sorgen dafür, dass Leichtbeton bereits von Grund auf gute Wärmedämmfähigkeiten besitzt. Dank des zusätzlichen Dämmstoffkernes wurden damit bei „La Compostella“ Außenwände mit einem niedrigen U-Wert von 0,23 W/(m²K) realisiert.

Weitere Informationen: https://www.klb-klimaleichtblock.de/home.html