Canusa Touristik präsentiert zehn kuriose Rezepte aus Nordamerika

Wer denkt nicht an Pommes Hamburger oder Hotdogs, wenn es um Gerichte aus den USA und Kanada geht. Dabei gibt es so viele ausgefallene Gerichte, die die meisten Europäer nicht kennen. Der Nordamerika-Reisespezialist Canusa Touristik hat uns einige Beispiele zusammengestellt. Tauchen Sie hier in die Rezepte für Ambrosia-Fruchtsalat, frittiertem Alligator, frittierte Butter, Erbsenmehl-Schinken, New York Traubenkuchen, Grits (Maisbrei), Süßkartoffel Kasserole, Bannok-Brot, Turducken (Ente, Huhn, Truthahn in einem!) oder Ahorn-Toffees ein.

Truthahn - Foto: Alison Marras von Unsplash
Truthahn – Foto: Alison Marras von Unsplash

Fruchtsalat der Götter: Ambrosia

In der griechischen Mythologie ist Ambrosia die Speise der Götter, die all jenen Unsterblichkeit verleiht, die sie kosten. Die amerikanische Variante sorgt zwar nicht für ewiges Leben, erfreut sich aber seit dem 19 Jahrhundert großer Beliebtheit, besonders im Süden der USA. Der Obstsalat besteht meistens aus Zutaten wie Ananas, Mandarinen- oder Orangenstücken, Marshmallows und Kokosnuss. Viele Varianten sehen auch Nüsse, Bananen, Sahne, Pudding, Mayonnaise oder Frischkäse auf der Zutatenliste. Ob die amerikanische Ambrosia also noch Fruchtsalat oder doch Dessert ist, steht zur Debatte.

Wildfang: Frittierter Alligator

Die heimische Tierwelt bestimmen überall auf der Welt, was schließlich auf dem Tisch landet. In den USA zählt dazu der Alligator. In der Cajun-Küche Louisianas gehört Alligator-Fleisch schon seit dem 19. Jahrhundert zur Speisekarte. Es gibt verschiedene Zubereitungsmethoden, darunter Marinieren, Schmoren, Braten, Räuchern und Sautieren. Heute ist es besonders frittierter Alligatorenschwanz, der die Menschen in die nordamerikanischen Restaurants lockt.

Fett im Quadrat: Frittierte Butter

Fett in noch mehr Fett klingt zunächst nicht sonderlich appetitlich. Die Los Angeles Times kürte das Gericht sogar zum „schlimmsten vorstellbaren Gericht auf diesem Planeten“ und machte es zum Sinnbild der ungesunden amerikanischen Küche. Tatsächlich kommt der Geschmack aber sehr gut an und erinnert mit einer Zimt-Zucker-Panade an ein besonders schweres Weihnachtsplätzchen. Auf eine lange Tradition kann die frittierte Butter noch nicht zurückblicken: 2009 erfand Abel Gonzales Jr. die Leckerei für den Texas State Fair. Seitdem ist die süße Kalorienbombe besonders auf Jahrmärkten zu einer Attraktion avanciert: Gonzales zählte hier bis zu 40.000 verkaufte Portionen.

Schützende Panade: Erbsenmehl-Schinken

„Peameal Bacon“ ist ein nassgepökelter Rückenschinken mit Maismehlpanade. Erfinder ist angeblich der Fleischpacker William Davies, der 1854 aus England nach Kanada kam. Davies schickte eine Portion in Salzlake gepökelter Schweinelenden an Verwandte in England. Um diese Sendung haltbar zu machen, verpackte er sie in getrockneten gelben Erbsen. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs ersetzte dann das süßere Maismehl das Erbsenmehl. Heute sind ganz besonders Peameal-Bacon-Sandwiches nicht mehr aus der Küche Torontos wegzudenken.

Veredelung der Rebenfrucht: New York Traubenkuchen

Der klassische amerikanische Applepie ist weltberühmt. „Grape pie” kennt hierzulande hingegen kaum jemand. Dabei ist das süße Backwerk eine knusprig-saftige Köstlichkeit. Ursprünglich stammt das Rezept aus Naples, einem Dorf in Upstate New York, inmitten einer Weingegend in der Region der Finger Lakes. Anfang der 1960er Jahre beschloss Restaurantbesitzer Al Hodges, ein neues, einzigartiges Dessert zu kreieren. Dafür nutzte er die üppigen Trauben der Gegend. Das Resultat: Die Pies wurden zu einem echten Kassenschlager.

Fischiger Maisbrei: Grits

Kaum ein Gericht verkörpert so sehr die Südstaaten der USA und ist so vielfältig, wie Grits. Der Brei aus gekochtem Maismehl ist schnell zubereitet und wird pikant oder süß als Frühstücksgericht serviert. Das Rezept stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert: Der Muskogee-Stamm mahlte den Mais in einer Steinmühle, wodurch er seine körnige Textur erhielt. Besonders beliebt ist das Gericht mit Shrimps oder frittiertem Wels – dann auch als Mittag- oder Abendessen.

Zuckrige Kombination: Süßkartoffel Kasserole

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Marshmallows stark in Mode. Früher ein teurer, handgemachter Leckerbissen, erledigten nun Maschinen ganz automatisch die Herstellung. Die Verwendung von Marshmallows in der Küche galt folglich als schick. Schnell erfolgte die Kombination mit einem Klassiker der amerikanischen Küche: der Süßkartoffel. Geboren war die Süßkartoffel Kasserolle, heute ein traditionelles Thanksgiving-Gericht.

Outdoor-Brot: Bannock

Aus den schottischen Highlands fand das aus Hafer- und Gerstenmehl bestehende Fladenbrot Bannock seinen Weg nach Ostkanada. Hier erfreute sich das Brot, das einst direkt in glühender Asche gebacken wurde, großer Beliebtheit bei den Ureinwohnern des Landes, die es vorwiegend aus Weizenmehl herstellten. Heute ist das unkomplizierte Backwerk besonders beliebt bei Aktivurlaubern und ist das Grundnahrungsmittel bei jeder Outdoor-Tour. Denn die Zutaten sind haltbar, das flache Brot ist leicht zu transportieren und natürlich schmeckt es auch sehr lecker. 

Frankensteins Festschmaus: Turducken

Zu Thanksgiving tischen Familien überall in den USA und Kanada Geflügel auf: Sei es Truthahn, Ente oder Huhn. Doch warum sich entscheiden, wenn man auch alles gleichzeitig haben kann? Der Turducken ist ein entbeintes Huhn in einer entbeinten Ente in einem entbeinten Truthahn. Popularität gewann die üppige Speise dank des American-Football-Trainers John Madden, der das außerordentliche Gericht während der Übertragung der Thanksgiving-Day-Spiele der NFL 1997 anpries.

Heiß auf Eis: Ahorn-Toffee

Ahornsirup ist der wahrscheinlich berühmteste Exportschlager Kanadas. Anwendung findet er aber zumeist als Zutat in anderen Gerichten wie Pancakes oder in Grillsaucen. Ganz besonders kommen Ahornsirup-Fans deshalb mit dem „Maple Taffy“ auf ihre Kosten. Die Süßigkeit entsteht, indem Ahornsaft zu lange kocht, um Ahornsirup zu bilden, aber nicht so lange, dass Ahornbutter oder Ahornzucker entsteht. In der traditionellen Küche von Québec gießen die Kanadier die heiße Flüssigkeit direkt auf Schnee, wo sie zu einer zähen, süßen Masse erhärtet. Aufgerollt am Stil: Fertig ist das Ahorn-Toffee.