Experten-Tipps bei tropischen Temperaturen: So bleiben Wohnräume auch während der Hitzewelle angenehm kühl

Wärmedämmungen schützen nicht nur im Winter vor Kälte, sondern auch im Sommer vor Hitze (Foto: Zukunft Altbau)

Die Hitzewelle Anfang Juli hat mehrere Tage lang Temperaturen von bis zu 33 Grad Celsius gebracht. Damit ist für viele Hauseigentümer und Mieter die Wärmebelastung in ihrer Wohnung auf ein unerträgliches Maß gestiegen. Dies muss jedoch nicht sein. „Mit einer guten Bausubstanz und einfachen Vorkehrungen lässt sich die Überhitzung der Innenräume vermeiden“, weiß Frank Hettler von Zukunft Altbau, dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Informationsprogramm. Wärmedämmungen an der Fassade und im Dach sowie Speichermassen im Hausinneren wie massive Decken und Innenwände reduzieren die Innentemperatur um mehrere Grad. Auch richtiges Lüften, gut isolierte Fenster und ein Sonnenschutz helfen dabei, Wohnräume bei Hitze angenehm kühl zu halten. Von teuren und umweltschädlichen Klimaanlagen raten Energieexperten ab.

Mit steigenden Außentemperaturen wärmt sich die Gebäudehülle zunehmend auf und gibt einen Teil der Wärme an Innenräume ab. Am heißesten wird es in den oberen Geschossen, denn Dächer sind den Sonnenstrahlen besonders ausgesetzt. Bei Hitze entstehen auf der Dachoberfläche nicht selten Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius. Bei ungedämmten Dächern und Fassaden breitet sich die Hitze dann ziemlich schnell im Gebäude aus.

Eine gute Dämmung von Außenwänden und Dach kann die Raumtemperatur um fünf bis zehn Grad Celsius verringern. „Dämmstoffe bremsen den Wärmefluss von innen nach außen und umgekehrt. Eine effektive Dämmung schützt also nicht nur im Winter vor Kälte, sondern sorgt auch im Sommer dafür, die Raumtemperatur auf einem angenehmen Maß zu halten“, sagt Walter Göppel von der Energieagentur Ravensburg.

Sind im Inneren des Hauses Speichermassen vorhanden, lassen sich Hitzewellen noch besser überstehen. Sie sorgen für eine Pufferung während der heißen Stunden tagsüber und kühlen nachts wieder ab. Beispiele sind massive Innenwände im Dachgeschoss anstatt Leichtbauwänden, Lehmplatten anstatt Gipskartonplatten im Dachstuhl und massive Außenwände in den Stockwerken darunter. Für die Pufferung der Hitze reichen wenige Zentimeter aus.

Ein erheblicher Teil der Wärme strömt über geöffnete Fenster in das Innere von Gebäuden. Lüften sollten die Bewohner demnach nur in den kühleren Nachtstunden. Wärmeschutzverglasungen verhindern zudem, dass warme Luft auch bei geschlossenen Fenstern in die Innenräume gelangt. Göppel empfiehlt außerdem, die Wohnung tagsüber bei direkter Sonneneinstrahlung durch heruntergelassene Rollläden zu verschatten.

Von Klimaanlagen raten Experten ab. „Klimaanlagen sind umweltschädlich, erhöhen die Energiekosten und verhindern nicht die Ursache aufgeheizter Innenräume“, so Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Daher sind sie in unseren Breiten keine gute Lösung.“ Neutrale Informationen zur energetischen Sanierung gibt es auch kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de.

Weitere Informationen: www.zukunftaltbau.de