Pluvara: Dezentrale Regenwasserspeicherung für Stadtbäume und Grünflächen
Wassermangel in Städten und auf landwirtschaftlichen Flächen wird angesichts zunehmender Trockenperioden zu einer wachsenden Herausforderung. Das Start-up-Unternehmen Pluvara aus Gießen hat dafür eine technisch einfache Lösung entwickelt, die Regenwasser dezentral speichert und direkt vor Ort nutzbar macht. Im Zentrum des Systems steht ein großflächiger Auffangtrichter, der unabhängig von Dach- oder versiegelten Flächen Niederschlag sammelt. Das Wasser wird anschließend in einen angeschlossenen IBC-Container geleitet und steht dort für die weitere Verwendung bereit. Für diese Innovation wurde Pluvara nun vom Land Hessen mit dem Push-Stipendium ausgezeichnet.

Funktionsweise des Systems
Das gespeicherte Regenwasser steht direkt am Einsatzort zur Verfügung und kann beispielsweise zur Bewässerung von Stadtbäumen, Grünflächen, Schulgärten oder landwirtschaftlichen Flächen genutzt werden. Ein wesentliches Merkmal des Systems ist seine Autarkie: Es benötigt weder einen Strom- noch einen Wasseranschluss und lässt sich dadurch flexibel an unterschiedlichen Standorten aufstellen. Diese Unabhängigkeit von bestehender Infrastruktur macht das System besonders für den Einsatz im urbanen Raum interessant, wo entsprechende Anschlüsse oft nicht ohne Weiteres verfügbar sind.
Erste Kommunen setzen das System bereits ein
Erste Kommunen nutzen die Technik bereits, um neu gepflanzte Bäume autark und vollautomatisiert mit Regenwasser zu versorgen. Gerade Jungbäume sind in den ersten Standjahren besonders auf eine zuverlässige Wasserversorgung angewiesen, was in Zeiten knapper kommunaler Ressourcen häufig eine logistische Herausforderung darstellt. Mit dem dezentralen Ansatz von Pluvara lässt sich dieser Bewässerungsaufwand reduzieren, da das System eigenständig Regenwasser sammelt und bereitstellt.
Regenwasserrückhaltung und Bewässerung kombiniert
Damit verbindet Pluvara zwei Funktionen in einem einfachen System: die Rückhaltung von Regenwasser und dessen gezielte Nutzung zur Bewässerung. Dieser Ansatz kann dazu beitragen, Niederschläge stärker vor Ort zu nutzen, statt sie ungenutzt in die Kanalisation abfließen zu lassen. Gleichzeitig wird die Wasserversorgung von Grünflächen unabhängiger von zusätzlichen Ressourcen wie Trinkwasser oder Energie gestaltet.
Auszeichnung durch das Land Hessen
Für diese Entwicklung erhielt Pluvara das Push-Stipendium des Landes Hessen. Die Auszeichnung würdigt innovative Ansätze, die einen Beitrag zu nachhaltigen und praxistauglichen Lösungen leisten – in diesem Fall im Bereich der urbanen und landwirtschaftlichen Wasserversorgung.
Weitere Informationen: www.pluvara.de
