edna: Neue Deutschlandkarte zeigt Leistungen der Stromnetzbetreiber
Der edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation hat eine neue Online-Karte zu den Stromnetzbetreibern in Deutschland veröffentlicht. Die Übersicht zeigt, welche Erzeugungsanlagen in den jeweiligen Netzgebieten angeschlossen sind und welche Leistungen sie bereitstellen. Berücksichtigt werden Photovoltaik, Windenergie, Biomasse, Wasserkraft, Geothermie und konventionelle Erzeugungstechnologien sowie Batteriespeicher. Die Daten lassen sich nach Netzbetreiber, Bundesland und Erzeugungsart auswerten. Grundlage sind öffentliche Daten des Marktstammdatenregisters mit Stand April 2026.

Die von Martin Käßler, Kommunikations- und Marketingmitarbeiter des edna-Mitglieds Fraunhofer IOSB-AST, entwickelte Karte wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Sie soll einen schnellen Überblick über die Struktur der deutschen Stromnetze und die daran angeschlossenen Erzeugungsanlagen ermöglichen. Die Daten sollen künftig zweimal jährlich aktualisiert werden.
Zur Deutschlandkarte der Stromnetzbetreiber
Regionale Verteilung der Netzbetreiber
Nach Angaben des edna Bundesverbands gibt es in Deutschland insgesamt 871 Netzbetreiber. Die meisten davon sind in Bayern angesiedelt: Mit 237 Netzbetreibern entfällt mehr als ein Viertel auf den Freistaat. Es folgen Baden-Württemberg mit 121 und Nordrhein-Westfalen mit 114 Netzbetreibern.
Richard Plum, Geschäftsführer des edna Bundesverbands Energiemarkt & Kommunikation, sieht in der regionalen Struktur einen wichtigen Bestandteil der Energieversorgung. Insbesondere kleinere und mittlere Netzbetreiber leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit und seien zugleich wichtige Akteure bei der Umsetzung der Energiewende.
Netzbetreiberdichte im europäischen Vergleich
Die absolute Zahl der Netzbetreiber lässt nach Einschätzung des Verbandes allerdings nur bedingt Rückschlüsse auf die Struktur der Stromversorgung zu. In Dänemark gibt es beispielsweise rund 55 Verteilnetzbetreiber, in Finnland etwa 75. Bezogen auf die Einwohnerzahl ergibt sich damit eine ähnliche beziehungsweise in Finnland sogar höhere Netzbetreiberdichte als in Deutschland.
In Deutschland kommen rechnerisch rund 98.000 Einwohner auf einen Netzbetreiber. In Österreich sind es bei insgesamt etwa 120 Verteilnetzbetreibern rund 75.000 Einwohner je Netzbetreiber. In der Schweiz kommen bei rund 600 Netzbetreibern etwa 15.000 Einwohner auf einen Betreiber.
Plum verweist zudem auf die Bedeutung der regionalen Strukturen für die Resilienz der Stromversorgung. Die Vielzahl regional verankerter Verteilnetzbetreiber könne Risiken verteilen und die Fähigkeit stärken, auf lokale Störungen und Krisensituationen zu reagieren.
Für Martin Käßler steht bei der Karte vor allem die verständliche Aufbereitung komplexer Daten im Mittelpunkt: Durch die Visualisierung sollen die Strukturen des deutschen Stromnetzes und die Leistungen der Netzbetreiber unmittelbar nachvollziehbar werden.
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