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Interview mit LevelTen Energy zum Thema Stromabnehmerverträge

Hybrid-PPAs entwickeln sich zu einem wichtigen Baustein der langfristigen Strombeschaffung aus erneuerbaren Energien. Durch die Kombination verschiedener Erzeugungs- und Speichertechnologien können sie Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen verbessern. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Vertragsgestaltung, Risikomanagement und Markttransparenz. Im Interview mit der Redaktion erläutert Pieter van der Meulen, Country Manager Deutschland bei LevelTen Energy, welche Chancen Hybrid-PPAs für Unternehmen bieten und welche Herausforderungen bei ihrer Umsetzung zu berücksichtigen sind. Das Gespräch zeigt, warum hybride Stromlieferverträge als zukunftsweisendes Modell für Corporate Offtaker gelten.

Pieter van der Meulen, Country Manager Deutschland bei LevelTen Energy: – Quelle: LevelTen Energy

DeinEnergieportal: Der europäische PPA-Markt entwickelt sich dynamisch – beeinflusst durch schwankende Energiepreise, die wachsende Nachfrage nach Ökostrom und regulatorische Änderungen. Mit welchen Trends und Entwicklungen bei den Preisen für Stromabnahmeverträge (PPAs) in Europa rechnen Sie für das zweite Quartal 2026?

Pieter van der Meulen, Country Manager Deutschland bei LevelTen Energy:

„Wir beobachten derzeit europaweit eine erhebliche Volatilität der Großhandelspreise sowie Kannibalisierungseffekte; beides beeinflusst die Investitionsentscheidungen und Beschaffungsstrategien von Abnehmern sauberer Energie.

Unser aktueller PPA-Preisindex zeigt für das laufende Quartal einen Anstieg beim 25. Perzentil der Angebote für deutsche und polnische Solaranlagen. Dies ist teilweise auf weltweit steigende Preise zurückzuführen, die mit der Schließung der Straße von Hormus zusammenhängen. Märkte mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien – wie etwa Finnland und Spanien – waren besser vor der Volatilität fossiler Brennstoffe geschützt. Folglich blieben die PPA-Preise in diesen Märkten deutlich stabiler. Die weitverbreitete geopolitische Unsicherheit unterstreicht zudem, wie wichtig PPAs sind, um sich saubere Energie zu stabilen Preisen zu sichern.

Gleichzeitig schreitet die Einführung hybrider PPAs rasch voran, ohne Anzeichen einer Verlangsamung. Verträge, die auf mehreren Technologien basieren, bieten Käufern einen höheren Mehrwert und ermöglichen eine präzisere Gestaltung der Erzeugungsprofile. Marktdruckfaktoren wie Kannibalisierung und negative Preise steigern die Nachfrage nach diesen Angebotsformen; sie dienen dazu, Risiken zu minimieren und höhere Preise zu erzielen als bei reinen ‚Pay-as-produced‘-Verträgen (Vergütung nach tatsächlicher Erzeugung).“

Entwicklung von Speicher- und Multi-Technologie-PPA-Angeboten auf der Plattform von LevelTen Energy – Quelle LevelTen Energy

DeinEnergieportal: Hybrid-PPAs gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie Risiken reduzieren und die Wirtschaftlichkeit von Projekten im Bereich erneuerbare Energien verbessern können. Welche Vorteile bieten solche Modelle Unternehmen, die ihren langfristigen Strombedarf aus erneuerbaren Quellen decken wollen, und welche Herausforderungen gilt es zu beachten?

Pieter van der Meulen, Country Manager für Deutschland bei LevelTen Energy:

„Unternehmen, die Strom direkt abnehmen (Corporate Offtaker), profitieren enorm von den Möglichkeiten, die Hybrid-PPAs bieten.

„Auch wenn sie typischerweise Ausübungspreise (Strike Prices) aufweisen, die 24 % über denen reiner Solar-PPAs liegen, werden diese Mehrkosten im Allgemeinen durch einen höheren erzielbaren Wert mehr als ausgeglichen. Untersuchungen von LevelTen zeigen beispielsweise, dass die Ergänzung eines Solarprojekts in Deutschland um einen Speicher den erzielbaren Wert um bis zu 80 % steigern kann.

„Darüber hinaus bieten Multi-Technologie-Verträge, die Solar- und Windkraft kombinieren, sich hervorragend ergänzende Erzeugungsprofile. Dies ermöglicht den Abnehmern eine gleichmäßigere und besser planbare Stromlieferung über das gesamte Jahr hinweg. Im Jahr 2025 schafften es Angebote, die Wind- und Solarenergie kombinierten, bei Ausschreibungen (RFPs) in 27 % der Fälle in die engere Wahl – verglichen mit 13 % bei Onshore-Windkraft und nur 7 % bei reinen Solarprojekten.

„Allerdings bringen diese innovativen Vertragsarten auch neue Komplexitäten mit sich. Der Vergleich und die Preisgestaltung hybrider Angebote sind anspruchsvoll; daher hat LevelTen den neuen ‚Hybrid PPA Index‘ eingeführt, um für Markttransparenz zu sorgen. PPA-Verträge müssen Risiken sorgfältig regeln, einschließlich Klauseln für unerwartete Ausfallzeiten. Wer trägt die Kosten, wenn bei einem Hybrid-PPA der Batteriespeicher ausfällt, die Solaranlage aber weiterhin Strom liefert? Solche Fragen müssen von den Vertragsparteien bei Verhandlungen über Hybrid-PPAs genau geprüft werden.

„Glücklicherweise bringen nicht alle Hybridstrukturen einen operativen Mehraufwand für die Abnehmer mit sich. Ein sogenanntes TBx (Battery-as-a-Service-Modell) ermöglicht es dem Käufer beispielsweise, von den täglichen Lade- und Entladezyklen der Batterie zu profitieren, ohne sich um deren tägliche Steuerung kümmern zu müssen. In Kombination mit einem ‚Pay-as-produced‘-PPA innerhalb eines Hybridvertrags dient das TBx als natürliche Absicherung (Hedge) für das PPA und verbessert die finanziellen Ergebnisse erheblich.

„Trotz anfänglicher Lernkurven stellen Hybrid-PPAs die Zukunft der Strombeschaffung für Unternehmen dar. Sie bieten eine zuverlässige Möglichkeit, eine stabile und profilierte Stromlieferung zu gewährleisten und gleichzeitig Volatilität sowie Kannibalisierungsrisiken direkt zu minimieren.“

Direkter Link: LevelTen Energy

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