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Klimageräte: Worauf es bei Auswahl und Betrieb ankommt

Hohe Temperaturen und zunehmende Tropennächte machen den sommerlichen Hitzeschutz auch in Wohngebäuden immer wichtiger. Entsprechend steigt das Interesse an Klimageräten – von mobilen Monoblock-Geräten bis zu fest installierten Splitanlagen. Welches System sinnvoll ist, hängt unter anderem von Raumgröße, Dämmung, Sonneneinstrahlung und gewünschter Nutzung ab. Entscheidend ist, die erforderliche Kühlleistung bereits vor dem Kauf zu bestimmen. Die Verbraucherzentrale NRW gibt fünf Tipps, wie sich Fehlkäufe vermeiden und Klimageräte möglichst effizient betreiben lassen.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW/adpic

Monoblock oder Splitgerät?

Mobile Monoblock-Klimageräte vereinen alle technischen Komponenten in einem Gehäuse und können flexibel aufgestellt werden. Die warme Abluft wird meist über einen Schlauch durch ein geöffnetes Fenster oder eine Tür nach außen geführt. Eine Fachinstallation ist nicht erforderlich, der Anschluss erfolgt über eine haushaltsübliche Steckdose.

Fest installierte Split-Klimageräte bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit, die über Kältemittelleitungen verbunden sind. Die Installation muss durch einen zertifizierten Fachbetrieb erfolgen. Im Vergleich zum Monoblock befindet sich der lautere Teil der Anlage außerhalb des Gebäudes.

Mobile Mini-Split-Geräte kombinieren beide Prinzipien. Sie bestehen ebenfalls aus Innen- und Außeneinheit, sind jedoch werkseitig befüllt und geschlossen und können daher ohne Fachinstallation aufgestellt werden. Voraussetzung sind ein geeigneter Standort für das Außengerät, eine Kondenswasserableitung und eine kleine Öffnung für die Kühlmittelleitung. Dafür sind diese Geräte in der Regel teurer als Monoblocks.

Welche Geräte arbeiten effizienter?

Für die Effizienz ist die jeweilige Effizienzkennzahl auf dem Energielabel entscheidend. Bei Split-Geräten wird dafür der SEER-Wert angegeben, bei mobilen Geräten der EER-Wert. Die beiden Kennzahlen und ihre Effizienzklassen sind nicht direkt miteinander vergleichbar. Ein Splitgerät der Klasse A arbeitet deshalb in der Regel deutlich effizienter als ein Monoblock derselben Klasse.

Bei Monoblock- und mobilen Splitgeräten stellen die durch ein geöffnetes Fenster geführten Schläuche und Leitungen ein zusätzliches Problem dar. Durch die Öffnung kann warme Außenluft nachströmen. Eine möglichst dichte Fensterabdichtung kann diesen Effekt reduzieren.

Monoblocks mit nur einem Abluftschlauch führen zudem Raumluft nach außen ab. Die fehlende Luft wird durch Undichtigkeiten der Gebäudehülle ersetzt, was die tatsächliche Kühlwirkung weiter reduziert. Zweischlauchgeräte vermeiden diesen Effekt weitgehend, sind allerdings weniger verbreitet.

Vor allem in großen Räumen, bei intensiver Sonneneinstrahlung oder schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen können Monoblock-Geräte an ihre Grenzen stoßen. Für eine vergleichbare Kühlwirkung benötigen sie nach Angaben der Verbraucherzentrale in der Praxis deutlich mehr Strom als fest installierte Splitgeräte.

Kühlleistung, Lautstärke und Kältemittel beachten

Die Kühlleistung muss zur jeweiligen Raumsituation passen. Neben der Raumgröße spielen Fensterfläche, Wärmedämmung, Sonneneinstrahlung und interne Wärmequellen eine Rolle. Ein zu schwaches Gerät läuft möglicherweise dauerhaft, ohne den Raum ausreichend zu kühlen. Ein überdimensioniertes Gerät kann dagegen häufig ein- und ausschalten, ineffizient arbeiten und schneller verschleißen.

Geräte mit Inverter-Technik passen ihre Leistung an den tatsächlichen Bedarf an und können dadurch Strom sparen. Auch Stromverbrauch und Betriebslautstärke sollten beim Kauf berücksichtigt werden. Das gilt insbesondere für Geräte in Schlafräumen sowie für Außengeräte, die in der Nähe von Nachbarwohnungen stehen.

Auch das verwendete Kältemittel ist relevant. Empfehlenswert sind Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial (GWP). Kältemittel mit hohem GWP werden für Neugeräte zunehmend eingeschränkt.

Für einen möglichst sparsamen Betrieb sollten Klimageräte nur bei Bedarf laufen und die gewünschte Raumtemperatur nicht unnötig niedrig eingestellt werden. Fenster und Türen sollten während des Betriebs geschlossen bleiben. Bei Monoblocks sollte der Abluftschlauch möglichst kurz und gut gedämmt sein. Das Außengerät einer Splitanlage darf nicht zugestellt oder eingehaust werden. Splitgeräte sollten zudem regelmäßig gewartet werden, insbesondere durch die Reinigung der Filter und die Kontrolle des Kondenswasserablaufs.

Werden Klimageräte gefördert?

Ein Splitgerät ist in der Anschaffung und durch die notwendige Installation in der Regel teurer als ein Monoblock. Ein reines Kühlgerät wird nicht gefördert. Technisch handelt es sich bei einer kühlenden Splitanlage jedoch um eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die unter bestimmten Voraussetzungen über die Heizungsförderung der KfW förderfähig sein kann.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Anlage in dem betreffenden Bereich eine bisherige Heizung ersetzt und den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs deckt.

Welche Alternativen gibt es?

Am wirksamsten ist es, die Aufheizung der Räume möglichst früh zu verhindern. Dazu gehören richtiges Lüften sowie außenliegender Sonnenschutz durch Rollläden, Jalousien oder Markisen. Innenliegende Vorhänge schützen deutlich weniger effektiv vor der Sonneneinstrahlung. Auch Sonnenschutzverglasungen können langfristig dazu beitragen, die Aufheizung eines Gebäudes zu reduzieren.

Eine kostengünstige Alternative zu Klimageräten sind Ventilatoren. Sie senken die Raumtemperatur zwar nicht, erzeugen durch die Luftbewegung aber einen kühlenden Effekt und können insbesondere in warmen Sommernächten für mehr Komfort sorgen. Gleichzeitig benötigen sie deutlich weniger Strom als Klimageräte.

Weiterführende Informationen:

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