EnergiePhotovoltaik

BSW-Solar: Nachfrage nach Photovoltaikanlagen zieht deutlich an

Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland gewinnt wieder an Dynamik. Steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die Diskussion um künftige Förderbedingungen führen dazu, dass sich immer mehr Hausbesitzer und Unternehmen mit einer eigenen Photovoltaikanlage beschäftigen. Gleichzeitig wächst der politische Druck, die Ausbauziele für erneuerbare Energien bis 2030 zu erreichen. Branchenvertreter sehen deshalb sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den weiteren Markthochlauf. Nach Einschätzung des Bundesverbands Solarwirtschaft ist jetzt vor allem Planungssicherheit gefragt.

Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Als wesentliche Gründe nennt der Verband den Wunsch vieler Haushalte nach größerer Energieunabhängigkeit infolge der Energiekrisen im Zusammenhang mit dem Ukraine- und dem Iran-Krieg. Darüber hinaus hätten die angekündigten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die EEG-Förderung für neue Solaranlagen ab 2027 weitgehend abzuschaffen, zu spürbaren Vorzieheffekten geführt.

Eine Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur zeigt, dass im ersten Halbjahr 2026 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 7,4 Gigawattpeak neu installiert wurden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von rund neun Prozent. Damit befindet sich der Ausbau derzeit noch auf dem gesetzlich vorgesehenen Entwicklungspfad.

Nach Einschätzung des BSW-Solar reicht dieses Tempo jedoch langfristig nicht aus, um die Ausbauziele bis 2030 zu erreichen. Der Verband verweist auf den künftig steigenden Strombedarf durch Elektromobilität, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen. Um diesen Bedarf klimafreundlich zu decken, müsse der Ausbau von Photovoltaik auf Dächern, Fassaden und Freiflächen weiter beschleunigt werden.

Kritisch bewertet der Verband die geplanten Änderungen im Zuge der EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Die vorgesehene Abschaffung der EEG-Förderung für neue Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Photovoltaikanlagen sowie der Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen könnten nach Einschätzung der Branche Investitionen erschweren und den Ausbau deutlich verlangsamen. Davon wären auch zahlreiche Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette betroffen.

Derzeit sind in Deutschland mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von über 125 Gigawatt in Betrieb. Zusammen mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern decken sie inzwischen etwa 20 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Bis zum Jahr 2030 soll die installierte Solarleistung nach den gesetzlichen Vorgaben auf 215 Gigawatt steigen.

Unterstützt wird der weitere Ausbau auch durch aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) kommt zu dem Ergebnis, dass der verstärkte Einsatz von Batteriespeichern erhebliche volkswirtschaftliche Einsparungen ermöglichen und Kosten für Verbraucher, Unternehmen sowie die öffentliche Hand deutlich reduzieren kann.

Direkter Link: www.solarwirtschaft.de

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.