Speicherlösungen für private PV-Anlagen

Autor/Redakteur: Lior Handelsman, Vizepräsident im Bereich Marketing und Produktstrategie und Gründer von SolarEdge/gg

Die verteilte Solarenergiegewinnung bietet viele Vorteile: von der Erzeugung sauberer Energie und Energieunabhängigkeit für die Anlagenbesitzer bis hin zur Bereitstellung unzähliger Energiequellen für die Energieversorger. Die Herausforderung bei Solarenergie liegt darin, dass die Energieproduktion nicht mit den typischen Verbrauchsmustern von Privathaushalten übereinstimmt. Hier kann sich die Speichertechnologie als besonders nützlich für private PV-Anlagen erweisen. Wenn Eigenheimbesitzer ihre PV-Anlage mit einer Speicherlösung kombinieren, profitieren sie von einer Erhöhung des Eigenverbrauchs sowie einer Verbesserung der Anlagenrentabilität. Um dies zu erzielen, ist es wichtig zu wissen, worauf man bei der Wahl einer geeigneten Speicherlösung achten muss.

Bei der Wahl einer geeigneten Speicherlösung müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, damit gewährleistet ist, dass die Speicherlösung die Anforderungen des jeweiligen Anlagenbesitzers erfüllt. Auf dem Markt werden heutzutage viele verschiedene Batteriesysteme angeboten. Hierbei ist es aber wichtig, eine Batterie auszuwählen, die dem Kapazitätsbedarf des Anlagenbesitzers entspricht. Bei unzureichender Kapazität der Batterie ist die Menge an Energie, die gespeichert werden kann, sehr begrenzt, was die Energiemenge eingrenzt, die später dem Anlagenbesitzer zur Verfügung steht. Dies begrenzt nicht nur die Energiemenge, die der Anlagenbesitzer später nutzen kann, im Falle einer Einspeisebegrenzung kann dies sogar zu Energieverlusten führen. Wenn die Batterie zu groß dimensioniert wurde, ist wiederum die Kosteneffizienz nicht gewährleistet. In einem solchen Fall kauft der Anlagenbesitzer teure Technologie, die nicht genutzt wird. Die Auswahl der richtigen auf die Bedürfnisse des Anlagenbesitzers zugeschnittenen Batteriegröße verbessert den Return on Investment (ROI) und reduziert die Energiekosten.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der berücksichtigt werden muss, ist die Geschwindigkeit, mit der eine Batterie geladen werden kann. Wenn die Batterie nicht mit drei Kilowattstunden (kW/h), sondern nur mit einer Rate von einer kW/h geladen werden kann, verlängert sich die Batterieladedauer entsprechend und die Energie ist unter Umständen nicht dann verfügbar, wenn sie benötigt wird. Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Wenn zwei Swimmingpools mit verschiedenen Schläuchen gefüllt werden und ein Schlauch einen breiten, der andere jedoch nur einen schmalen Durchmesser besitzt, dann füllt sich der Pool mit dem dicken Schlauch sehr viel schneller mit Wasser und steht an heißen Tagen auch schneller für eine Abkühlung bereit. Dasselbe Konzept trifft auf den Energiespeicher einer Batterie zu. Hier soll die Energie ebenfalls so schnell wie möglich in die Batterie gelangen, so dass sie dann verfügbar ist, wenn der Besitzer sie benötigt.

Genauso wichtig wie die Ladedauer ist die Stromkapazität einer Batterie. Eine Speicherbatterie muss eine hohe Nennleistung besitzen. Wenn die Batterie nur eine geringe Nennleistung besitzt oder nur langsam entladen werden kann, dann können Anlagebesitzer nur ein Minimum an Energieverbrauchern versorgen. Einige Speicheranbieter auf dem Markt bieten Batteriemodullösungen an, die wahrscheinlich nicht einmal den Stromgrundbedarf eines durchschnittlichen Haushalts abdecken. So können mit einer Batterie mit geringer Kapazität und langsamer Entladungsrate vielleicht ein paar Glühlampen und ein Toaster betrieben werden. Mit einer Batterie mit hoher Kapazität und schneller Entladungsrate könnte so eine Speicherlösung jedoch neben den Glühlampen und dem Toaster auch einen Kühlschrank, eine Kaffeemaschine und eine Waschmaschine mit Strom versorgen. Für Modullösungen sind daher mehrere einzelne Batterien erforderlich, um die gleiche Kapazität wie eine Hochleistungsbatterie zur Verfügung zu stellen.

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