STEAG schließt Kraftwerk Lünen bereits Ende 2018

Kraftwerk Lünen, 09.09.2015, Bernhard Fischer, Luftbild Nr. 9319

Die Geschäftsführung der STEAG GmbH hat beschlossen, die Kraftwerksblöcke 6 und 7 in Lünen bereits zum 31. Dezember dieses Jahres endgültig vom Netz zu nehmen. Vor wenigen Wochen hatte Übertragungsnetzbetreiber Amprion nach einer umfangreichen Untersuchung entschieden, dass die beiden Blöcke in Lünen nicht systemrelevant sind. Das bedeutet, dass von ihrer endgültigen Stilllegung „keine erhebliche Gefährdung der Sicherheit des Elektrizitätsversorgungssystems“ ausgeht, wie es in dem Beschluss heißt. Deshalb räumte Amprion auch die Möglichkeit einer Abschaltung der Anlagen zu einem früheren Zeitpunkt als beantragt ein. STEAG nutzt jetzt diese Option.

Anfang März dieses Jahres hatte STEAG die endgültige Stilllegung von Lünen 6 und 7 bei der Bundesnetzagentur zum 2. März 2019 beantragt. Maßgeblicher Grund für diese Entscheidung war die fehlende wirtschaftliche Perspektive für das Steinkohlekraftwerk. Block 6 (157 Megawatt Leistung) produziert Bahnstrom. Der Liefervertrag mit der Deutschen Bahn läuft Ende Dezember endgültig aus. Block 7 (350 MW Leistung) konnte zwar über mehrere Jahrzehnte durch gezielte Nachrüstungen den Wirkungsgrad, die Flexibilität, die Automatisierung und den Umweltschutz auf hohem Niveau halten, er war aber wegen des politisch gewollten Vormarschs der erneuerbaren Energien zuletzt immer seltener am Netz.

Mit der jetzigen Entscheidung endet die Steinkohleverstromung an einem der beiden Gründungsstandorte von STEAG nach rund 80 Jahren. In Lünen gehen durch die Stilllegung des Kraftwerks in der Produktion rund 100 Arbeitsplätze verloren. Darüber hinaus sind etwa 50 Kolleginnen und Kollegen der STEAG Technischer Service (STS) betroffen. „Wir geben den Standort aber nicht komplett auf“, bekräftigt Joachim Rumstadt, der Vorsitzende der STEAG-Geschäftsführung. „Wir sind in Lünen weiterhin Betriebsführer für das Trianel-Kraftwerk. Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass wir den Standort einer weiteren Nutzung zuführen können.“

Weitere Informationen: www.steag.com