OPPO-Headquarter in Shenzhen setzt neue Maßstäbe für gebogene Glasfassaden
Das neue OPPO-Headquarter im chinesischen Shenzhen zählt zu den technisch anspruchsvollsten Hochhausprojekten der Gegenwart. Die von Zaha Hadid Architects unter der Leitung von Patrik Schumacher entworfene Gebäudegruppe vereint spektakuläre Architektur mit innovativer Fassadentechnik. Rund 14.000 individuell gebogene Isolierglaseinheiten formen die organisch geschwungene Außenhülle der vier Türme. Für die Umsetzung der komplexen Geometrien kommt durchgängig das Abstandhaltersystem Super Spacer von Edgetech Europe/Quanex zum Einsatz. Das Projekt gilt bereits heute als Referenz für die nächste Generation doppelt gekrümmter Glasfassaden.

Shenzhen hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einem Fischerdorf zu einer der bedeutendsten Hightech-Metropolen Chinas entwickelt. Im neuen Entwicklungsgebiet „Shenzhen Bay Super Headquarter Base“ entsteht direkt am Wasser das neue Hauptquartier des Smartphone-Herstellers OPPO. Der Gebäudekomplex umfasst rund 248.000 Quadratmeter Nutzfläche und besteht aus vier miteinander verbundenen, bis zu 199,75 Meter hohen Türmen, deren Formensprache auf fließenden Kurven und organischen Strukturen basiert.
Architektonisch folgt das Projekt den Prinzipien von Zaha Hadid, die natürliche Formen und offene Räume als Alternative zu klassischen Rasterstrukturen verstand. Die vertikale Erschließung wurde dabei bewusst aus den Haupttürmen ausgelagert. Statt eines massiven Gebäudekerns verbinden ein 20-geschossiges Atrium sowie offene Sichtachsen die Arbeitsbereiche miteinander. Ziel ist es, Kommunikation, Kreativität und spontane Begegnungen innerhalb des Unternehmens zu fördern.
Eine besondere Herausforderung stellte die Fassadenkonstruktion dar. Insgesamt werden rund 70.000 Quadratmeter Isolierglas verbaut. Etwa 9.000 der insgesamt 14.000 Glaselemente sind doppelt gekrümmt, freiformgebogen oder sattelförmig ausgeführt. Die größten gebogenen Elemente erreichen Längen von bis zu sechs Metern, während einzelne Fassadenbauteile mehr als zehn Tonnen wiegen. Zu den spektakulärsten Bestandteilen zählen eine 240 Quadratmeter große hyperbolische Kuppelöffnung in rund 200 Metern Höhe sowie ein freitragendes, doppelt gekrümmtes Netzschalentragwerk mit einer Fläche von 2.000 Quadratmetern.
Produziert werden die Verglasungen von Tianjin North Glass Industrial Technology. Der überwiegende Teil besteht aus vierfach aufgebauten, doppelt laminierten Isolierglaseinheiten mit Sonnenschutz- und Low-E-Beschichtungen. Aufgrund der komplexen Geometrien und hohen Eigengewichte waren außergewöhnlich belastbare und zugleich flexible Abstandhalter erforderlich. Die Wahl fiel deshalb auf Super Spacer®, dessen elastische Struktur eine zuverlässige Abdichtung sowie die Einhaltung der thermischen Anforderungen auch bei stark gekrümmten Glasformen gewährleistet.
Die Entwicklung der Fassade erstreckte sich über vier Jahre. Zwischen 2020 und 2024 wurden zahlreiche 1:1-Mock-ups, Materialtests und Belastungsprüfungen durchgeführt. Parallel entwickelten die Projektpartner neue Fertigungsprozesse für mehrfach gekrümmte Gläser sowie digitale Planungs- und Prüfverfahren auf Basis von BIM-Modellen und 3D-Scans. Nach Angaben der Beteiligten entstanden dabei neue Standards für doppelt gekrümmte Fassaden, Kaltbiegeverfahren und weitere patentierte Bautechnologien, die künftig auch bei anderen Großprojekten Anwendung finden könnten.
Mit seiner Kombination aus futuristischer Architektur, hochpräziser Glasfertigung und innovativer Planung setzt das OPPO-Headquarter neue Maßstäbe im internationalen Fassadenbau und unterstreicht zugleich den Anspruch Shenzhens, zu den führenden Innovationszentren der Welt zu gehören.
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