Brennstoffzellenheizung im ganzen Land

Ein Brennstoffzellenheizgerät erzeugt auf kleinem Raum umweltfreundlich und ressourcenschonend Wärme und Strom für ein Einfamilienhaus. In einem exemplarischen 145 Qudratmeter-Gebäude mit KfW-Standard 55 lassen sich so bis zu 66 Prozent des Energiebedarfs autark decken.
Ein Brennstoffzellenheizgerät erzeugt auf kleinem Raum
umweltfreundlich und ressourcenschonend Wärme und Strom für
ein Einfamilienhaus. In einem exemplarischen 145 Qudratmeter-Gebäude
mit KfW-Standard 55 lassen sich so bis zu 66 Prozent des
Energiebedarfs autark decken.

Das Wort „Brennstoffzellenheizgerät“ mag ein wenig sperrig klingen, die Anlagen hingegen sind äußerst kompakt und das Funktionsprinzip ist so simpel wie genial: Aus Erdgas erzeugt ein kühlschrankgroßes Gerät Heizwärme und Strom für das Einfamilienhaus, leise und durch eine elektrochemische Umwandlung, an deren Ende Wasser übrigbleibt. Bislang war diese zukunftsweisende Technologie des Herstellers Viessmann nur in Regionen anwendbar, in welchen so genanntes H-Gas zur Verfügung stand, also Erdgas, das einen hohen Energiegehalt hat. Seit April 2016 können jetzt Haushalte im gesamten Bundesgebiet von Strom und Wärme profitieren, welche sie preiswert zuhause selbst erzeugen.

Diese moderne stromerzeugende Heizung basiert auf einem einfachen aber höchst praktischen chemischen Prozess: Der Vereinigung von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser, bei welcher Wärme und Strom entstehen. Als erster deutscher Hersteller hat Viessmann ein Brennstoffzellenheizgerät in Serienreife herausgebracht, mit dem Besitzer von Einfamilienhäusern auf Basis dieses natürlichen Phänomens ihren Strom und die Heizwärme selbst vor Ort erzeugen können. Das Gerät namens Vitovalor enthält eine Brennstoffzelle, in welcher Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft zu normalem Wasser reagiert und dabei Elektrizität und Wärme erzeugt. Für den Betrieb braucht es nur einen Gasanschluss, denn aus Erdgas gewinnt das Gerät den Wasserstoff. Der Vorteil an diesem Aufbau ist, dass stets nur so viel Wasserstoff produziert wird, wie für die Reaktion zu warmem Wasser und Strom gebraucht wird, eine Lagerung des Elements ist nicht nötig.

Eine solche Anlage kann gegenüber einer neuen Öl- oder Gasheizung und Elektrizität aus dem Ortsnetz 40 Prozent der Energiekosten sparen und die CO2-Emissionen um die Hälfte verringern. Doch die effiziente Zukunftstechnologie stand bislang nur dort zur Verfügung, wo so genanntes H-Gas aus dem Hausanschluss kam. Dieses „High-Gas“ zeichnet sich durch einen hohen Methananteil aus. Daneben gibt es in großen Teilen Deutschlands, vor allem im Norden, viele Regionen mit L-Gas (Low-Gas), welches etwas weniger Energiegehalt hat als H-Gas. Bislang ließen sich dort nicht die Vorteile eines Brennstoffzellenheizung nutzen.

Doch mit einer neuen Generation seines Systems hat der Hersteller es nun geschafft, auch diese Gaszusammensetzung für seine Energiezentralen nutzbar zu machen. Nun kann man im ganzen Land die klimafreundliche, Betriebskosten sparende Versorgungslösung nutzen. Rücklauftemperaturen von bis zu 50 Grad machen die Anlagen geeignet für Neubau und sanierte Bestandsgebäude. Kombiniert man sie mit einem Stromspeicher, erhöht sich die Effizienz weiter: Etwa 80 Prozent des häuslichen Strombedarfs lassen sich dann mit dieser Heizung decken, ohne den Speicher sind es immerhin gut 50 Prozent.

Auch der Anschaffungspreis, vor nicht allzu langer Zeit noch die Einstiegshürde für viele, ist auf ein erschwinglicheres Niveau gesunken. Der Hersteller hat den Preis angepasst, zusätzlich bietet die BAFA 3.515 Euro Fördermittel. Die Brennstoffzellenheizung liegt vom Erstinvest nun im Bereich hochwertiger Öl- oder Gasheizanlagen in Kombination mit Solarthermie beziehungsweise Wärmepumpen. Allerdings sind die Energiekosten der Brennstoffzelle viel geringer, verglichen mit einer normalen Brennwertheizung reduzieren sie sich um die Hälfte. Eine genaue Übersicht der Förder-optionen findet sich unter www.vitovalor.de.

Weitere Informationen: www.viessmann.de

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