Interview mit der Leclanché AG zum Thema „Internet der Dinge und Smart Homes“

Wir haben ein Interview mit Daniel Föhr, System Engineer Industrial Storage bei der Leclanché AG, zum Thema „Internet der Dinge und Smart Homes“ geführt.

Daniel Föhr

Dein Energieportal: „Zurzeit überschwemmen internetfähige Produkte den Markt. Egal ob es sich um den schon oft beschriebenen internetfähigen Kühlschrank oder um eine Heizung handelt, die sich über eine mobile App aus der Ferne steuern lässt, die Zukunft scheint den Komponenten zu gehören, die über einen Anschluss an das weltweite Datennetz verfügen. Ist dieser Trend Ihrer Meinung nach nur für Endverbraucher relevant, oder spielt er auch eine Rolle für die Industrie, Stromerzeuger und ähnliche Organisationen?“

Föhr: „Wir adressieren mit unseren Speichersystemen sowohl Endverbraucher als auch die Industrie. Aus dieser Sicht gesprochen denke ich, dass besagter Trend umfassend bedeutend ist. Speziell mit einem Blick auf Energiespeicher sehe ich hier jedoch weniger die Steuerung über eine App, sondern die Einbindung in eine integrierte ‚Smart-Home-Kontrolleinheit‘ und womöglich auch in ein Smart Grid als interessante Optionen.“

Dein Energieportal: „Immer wenn man mit dem Internet zu tun hat, stellt sich die Frage nach der Sicherheit. Zurzeit werden mehr Daten geklaut, als jemals zuvor und um die Sicherheit von Benutzerkonten steht es auch nicht immer zum Besten. Lässt sich nach Ihrer Ansicht wirkungsvoll verhindern, dass Hacker mit internetfähigen Anlagen wie beispielsweise der eben genannten Heizung, Schindluder treiben? Es ist ja nicht wünschenswert, dass irgendjemand während des Sommerurlaubs den Hauszugang hackt und dann zum Spaß tage- oder sogar wochenlang die Heizung auf der höchsten Stufe arbeiten lässt.“

Föhr: „Wir werden sicher eine sehr genaue Risikoabwägung durchführen müssen. Gewisse Schutzmechanismen müssen gewährleisten, dass etwa die Grundversorgung der Menschen garantiert ist. Insgesamt sind die möglichen Vorteile beeindruckend. Doch am Ende muss auch die Frage gestellt werden: Ist es nicht viel riskanter, nicht auf eine ’smarte Welt‘ zu setzen? Nehmen wir als Beispiel die Fliegerei. Anfangs in den Pioniertagen waren die Leute überaus skeptisch und die Angst groß, da die bloße Vorstellung einen zu großen Eingriff in die menschliche Natur bedeutete. Heute gilt das Flugzeug als das sicherste Verkehrsmittel überhaupt.“

Dein Energieportal: „In welchen Einsatzbereichen der Energie- und Haustechnik sind Ihrer Meinung nach internetfähige Produkte besonders sinnvoll?“

Föhr: „Ich sehe hier grundsätzlich keinerlei Beschränkungen in der Sinnhaftigkeit. Tatsächlich würde ich in manchen Fällen die Sinnfrage hinter die Sicherheitsfrage stellen, aber ein Mehrwert kann grundsätzlich überall erzeugt werden. Der Grad des Zusatznutzens hängt aber sicherlich von der Kommunikation und Intelligenz der angebundenen ‚Teilnehmer‘ ab. Eine Waschmaschine fernsteuern ist vielleicht nicht so sinnvoll, wenn aber die Stromproduktion auf dem eigenen Dach mit dem Be- und Entlademanagement eines Speichers und dem Zeitpunkt des Waschbeginns abgestimmt ist, sieht die Sache anders aus.“

Dein Energieportal: „Welche weiteren Konsequenzen werden sich aus dem Internet der Dinge und der zunehmenden Verbreitung von Smart Homes ergeben?“

Föhr: „Die Bandbreite der Konsequenzen ist enorm – von überschaubaren Komfortgewinnen bis hin zum Ruck, der durch eine Gesellschaft geht, ist hier sicher vieles möglich. Ich muss gestehen: Das ist eine Frage für Futuristen. Für den Bereich der Speichersysteme kann ich sagen: Im Idealfall tragen solche Konzepte dazu bei, dass wir die Versorgung mit erneuerbaren Energien weiter ausbauen, indem wir Hersteller und Verbraucher einander näher bringen.“

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