NRW treibt smarte Innovationen für die Energiewirtschaft voran

Im Branchenvergleich liegt die Energiewirtschaft in den Bereichen Digitalisierung und Innovationen bislang nur im Mittelfeld. Doch gerade für kleine und mittlere Stadtwerke sind innovative, digitale Geschäftsmodelle und Kooperationen mit Start-ups besonders interessant, um die stetig sinkenden Margen durch die Entwicklung neuer Geschäftsfelder abzufedern. Hier setzt die neue Innovationsplattform der EnergieAgentur.NRW an. Ziel ist, innovative Unternehmen bei der Projektpartnersuche zu unterstützen und die Vernetzung der verschiedenen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Forschung voranzutreiben.

Dass smarte Innovationen notwendig für die Energiewelt der Zukunft sind und dass NRW hier bereits viele innovative Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle hervorgebracht hat, wurde im Laufe der Konferenz „Smarte Innovationen für die Energiewirtschaft“ in Düsseldorf am 7. Juni aufgezeigt. Über 200 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten gemeinsam mit Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart über die Potentiale der Digitalisierung und die Anforderungen an die Stromnetze der Zukunft sowie über die Rahmenbedingungen für Innovationen bis hin zur digitalen Sicherheit der Energieinfrastruktur. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Netzwerk Energiewirtschaft – Smart Energy und dem Cluster EnergieForschung.NRW der EnergieAgentur.NRW.

„Wir wollen Nordrhein-Westfalen zum Vorreiter im digitalen Transformationsprozess machen – dafür haben wir als führendes Energieland und als erstklassiger Forschungsstandort beste Voraussetzungen“, sagte Minister Pinkwart. „Mit der neuen digitalen Innovationsplattform der EnergieAgentur.NRW wird ein wichtiger Impuls zur Vernetzung von Start-ups, Wirtschaft und Wissenschaft geliefert“, so Minister Pinkwart weiter.

Ein zentraler Baustein, um Nordrhein-Westfalen zum Forschungs- und Gründungsland Nr. 1 zu machen, sind höhere Investitionen der Wirtschaft in Forschung und Entwicklung. Hierzu muss der Wissenstransfer zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen neu belebt und gefördert werden.

Dass in einer digitalisierten und komplexen Energiewelt die Gefahren durch kriminelle Elemente steigen, wurde zum Schluss der Veranstaltung durch Experten vom LKA NRW, dem TÜV Nord und Cyberspezialisten der Westfälischen Hochschule veranschaulicht. Um Netzausfällen und Manipulationen vorzubeugen, müssen die Akteure der Energiewirtschaft und möglicherweise auch viele Industrieunternehmen mehr in IT-Sicherheit investieren.

Das dürfte einige Player vor Herausforderungen stellen: Allein in NRW sind 455.000 Unternehmen von Cyberkriminalität betroffen, 438.000 Unternehmen haben bisher kein Notfallmanagement. Jährlich entsteht den nordrhein-westfälischen Unternehmen dadurch ein Schaden von zwölf Milliarden Euro, verdeutlichte Peter Vahrenhorst vom LKA NRW. Zwar gilt unser Energiesystem als relativ sicher und es gab in den letzten Jahren keine nennenswerten Ausfälle durch kriminelle Eingriffe, doch es wurde klar herausgestellt, dass kein System vollkommen sicher ist. Hier liegt es an den Akteuren, das Energiesystem flexibel und resilient zu gestalten, um den wachsenden Gefahren durch Cyberkriminalität auch in Zukunft wirksam zu begegnen.

Weitere Informationen: www.energieagentur.nrw