Zwei kommunale Energieeffizienz-Netzwerke in Baden-Württemberg gestartet

Städte und Gemeinden können in kommunalen Energieeffizienz-Netzwerken besonders leicht, wirtschaftlich und nachhaltig Einsparpotenziale erschließen. Im September 2015 sind die ersten beiden Projekte dieser Art In Baden-Württemberg gestartet. Ein Netzwerk mit acht Kommunen befindet sich im Enzkreis, ein weiteres ist über den gesamten Südwesten verteilt. Initiator der vom Bund geförderten Vorhaben ist die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Die Landesenergieagentur wird die Kommunen mehrere Jahre betreuen. Vorbild der kommunalen Netzwerke sind betriebliche Energienetzwerke, die bereits seit einigen Jahren bestehen und beträchtliche Erfolge zu verzeichnen haben. Das Prinzip heißt: Von anderen Teilnehmern lernen.

Die KEA plant weitere Energieeffizienz-Netzwerke für Kommunen im gesamten Land. Das Angebot steht aber auch anderen Akteuren offen. Ansprechpartner: claus.greiser [at] kea-bw.de. Insgesamt gibt es bundesweit inzwischen rund 20 kommunale Energienetzwerke, zwei davon hat jetzt die KEA auf die Beine gestellt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernimmt einen guten Teil der Kosten der Kommunen: Zunächst wird der Aufbau eines Netzwerks gefördert, anschließend eine professionell betreute, mehrjährige Netzwerkzusammenarbeit. Der Aufbau ist zu 100 Prozent förderfähig, maximal 3.000 Euro sind hier vorgesehen. Im ersten Jahr werden bis zu 70 Prozent gezahlt, höchstens 20.000 Euro pro Netzwerkteilnehmer. In den darauffolgenden Jahren sind es bis zu 50 Prozent, maximal 10.000 Euro für jeden Teilnehmer.

Zwei Drittel des Energieverbrauchs im gesamten öffentlichen Sektor der Bundesrepublik entstehen in den rund 12.000 Gemeinden und Landkreisen. Ihre Liegenschaften sind oft mehrere Jahrzehnte alt und bieten daher hohe Einsparpotenziale. Mit dem Programm „Energieeffizienz-Netzwerke Kommunen“ ermöglicht die BAFA den Kommunen, mit Hilfe externer Energieexperten, diese großen Potenziale zu heben. Organisator der beiden Netzwerke im Südwesten ist die KEA. Die Experten der Landesenergieagentur werden zusammen mit den einzelnen Kommunen geeignete Maßnahmen zur Minderung des Energieverbrauchs identifizieren und die Umsetzung von Einsparzielen, die sich die Netzwerkteilnehmer selbst setzen, begleiten.

In jedem Netzwerk unterstützt ein energietechnischer Berater die Kommunen bei der Verbesserung der Energieeffizienz. Insbesondere Gebäude wie Rathäuser und Schulen, aber auch die kommunale Infrastruktur (etwa die Wasserver- und Abwasserentsorgung), stehen im Fokus. Die Kommunen entscheiden dabei frei, in wie vielen und welchen Bereichen sie zu welchem Zeitpunkt Energieeffizienzmaßnahmen durchführen wollen.

Investive Maßnahmen sind nicht Teil der Förderung. Vielmehr sollen die Städte und Gemeinden durch Beispiele anderer Netzwerkteilnehmer auf die hohe Rentabilität nicht- oder geringinvestiver Maßnahmen hingewiesen werden.

Das Besondere an dem Programm ist, dass ergänzend zur kontinuierlichen fachlichen Beratung ein Moderator eingesetzt wird. Er gewährleistet einen professionell organisierten und moderierten Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern. Kommunen und ihre Energiebeauftragten werden so in die Lage versetzt, bei der Überwindung praktischer Probleme voneinander zu lernen oder Maßnahmen zu bündeln. Die bei der Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen anfallenden Transaktionskosten der einzelnen Kommunen können so erheblich reduziert werden.

Weitere Informationen: www.kea-bw.de