Im Winter richtig heizen und lüften

Jedes Jahr gibt es im Herbst immer wieder Tipps dazu, wie man am besten im Winter lüften und heizen sollte. Dieses Jahr sind die genannten Tipps wegen der stark gestiegenen Energiepreise besonders wichtig. Hier ein paar Aussagen von der WÄRME+-Initiative zu diesem Thema. Sie behandeln nicht nur das richtige Verhalten in der Winterzeit, sondern geben auch Anleitungen für das Verhalten während der Übergangszeit im Herbst. Nicht alles ist neu, aber es kann Sinn ergeben, sich alle Tipps nochmals ins Gedächtnis zu rufen.

© Wärme+/Devi

Richtig lüften

Besser Stoßlüften statt Fenster auf Dauerkipp: Durchgängiges Lüften über gekippte Fenster ist ineffizient, denn es bringt wenig Luftaustausch und die Räume verlieren zu viel kostbare Wärme. Wesentlich effektiver ist regelmäßiges Stoßlüften, möglichst durch das Öffnen gegenüberliegender Fenster für mindestens fünf Minuten. Das genügt, um die gesamte Raumluft auszutauschen.

Mehr Personen erfordern mehr Luftaustausch: Die ideale Dauer und Häufigkeit des Lüftens hängt von der Wohnungsnutzung ab. Je mehr Personen im Haushalt leben, desto häufiger sollte gelüftet werden. Jeder Bewohner gibt durchschnittlich etwa zwei bis drei Liter Wasser an die Raumluft ab – durch den Atem, Duschen, Wäschewaschen, Kochen und Hausarbeit. In Küche und Bad, wo viel Feuchtigkeit entsteht, muss häufiger gelüftet werden als im Wohn- oder Schlafzimmer. Wer Wäsche in der Wohnung trocknet, sollte ebenfalls öfter lüften, um die Verdunstungsfeuchte abzuleiten.

Auf die Luftfeuchtigkeit achten: Der optimale Bereich für die Luftfeuchtigkeit der Raumluft liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Die Luftfeuchtigkeit hängt auch von der Raumtemperatur ab: Kalte Luft kann Feuchtigkeit nicht so gut aufnehmen, so dass sich schnell Kondenswasser an den Fenstern und Außenwänden bildet. Warme Luft hingegen nimmt die Feuchtigkeit besser auf und transportiert sie dann beim Stoßlüften ins Freie. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich meist nur unzureichend einschätzen, sichere Werte liefert ein Hygrometer.

Lüftungsanlage sorgt für kontinuierlichen Austausch: Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner tagsüber längere Zeit nicht zu Hause sind oder nachts schlafen, ist es kaum möglich, den nötigen Luftaustausch über reine Fensterlüftung zu gewährleisten. Gerade im Schlafzimmer ist Lüften aber wichtig, eigentlich sollte hier alle zwei Stunden das gesamte Luftvolumen ausgetauscht werden, um einen gesunden und erholsamen Schlaf zu gewährleisten. Da das nachts manuell nicht möglich ist, empfiehlt die Initiative WÄRME+ den Luftaustausch mit einer Lüftungsanlage zu regeln. „Für die einfache Nachrüstung in einzelnen Räumen eignen sich dezentrale Geräte“, erklärt Michael Conradi von WÄRME+. „Zur Installation genügen eine freie Außenwand zur Direktmontage und ein Stromanschluss für den Ventilator.“ Spezielle Bauformen finden sogar Platz in abgehängten Decken. Ein weiterer Vorteil für Allergiker und Anwohner von stark befahrenen Straßen: Die Geräte reduzieren die Pollen-, Schadstoff- und Lärmbelastung im Raum.

Besonders energiesparend arbeiten Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Sie gewinnen einen Großteil der Wärme aus der Abluft zurück und führen sie wieder ins Gebäude. Damit lassen sich die Heizkosten spürbar senken.

Energiesparend heizen

Raumtemperatur nicht unter 15 Grad sinken lassen: In Wohn- und Arbeitsräumen sind tagsüber Temperaturen von etwa 20 Grad, nachts von 16 Grad ausreichend. Wem trotzdem zu kalt ist, der sollte lieber erstmal zum dicken Pullover oder zur Wolldecke greifen, statt die Heizung hochzudrehen. Die Innentemperaturen sollten allerdings nicht unter 15 Grad fallen, vor allem auch, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Wärmepolster durch Vorhänge und Rollläden: Geschlossene Rollläden, Jalousien oder Vorhänge tragen abends und nachts zur Energieeinsparung bei. Deshalb empfiehlt es sich, sie rechtzeitig bei Einbruch der Dunkelheit zu schließen, um unnötige Wärmeverluste zu vermeiden.

Effiziente Zusatzheizung für schnelle Wärme: Als Zusatzheizung in der Übergangszeit eignet sich die elektrische Fußbodentemperierung oder ein anderes elektrisches Direktheizgerät, zum Beispiel im Bad. Sie sorgen schnell für angenehme Wärme, ohne dass die zentrale Heizung eingeschaltet werden muss. Die elektrische Fußbodentemperierung bezieht ihre Wärme über flache Heizmatten, die nahezu unter jeden Bodenbelag passen. Bestens geeignet sind sie fürs Bad, denn sie erzeugen eine gleichmäßig aufsteigende Strahlungswärme, die über die Füße zum gesamten Körper gelangt und als sehr angenehm empfunden wird. Ein weiterer Vorteil: Nach dem Duschen trocknen die Bodenfliesen schneller ab, was die Rutschsicherheit erhöht und Schimmelbildung verhindert. Für kleine WC-Räume sind Heizlüfter optimal und für den Hobbyraum im Keller eignet sich ein Duo-Konvektor, weil dieses Gerät zugleich Konvektionswärme und Strahlungswärme erzeugt. Dadurch ist der Raum im Null-Komma-Nichts angenehm warm.

Heizkörper entlüften und Anlage prüfen lassen: Bevor die Heizung wieder vollständig in Betrieb genommen wird, sollten die einzelnen Heizkörper entlüftet werden, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu gewährleisten. Das kann man unkompliziert mit einem Schlüssel selbst erledigen. Michael Conradi von WÄRME+ rät außerdem dazu, die Heizungsanlage in regelmäßigen Abständen von einem Fachmann auf mögliche Mängel überprüfen zu lassen. Der Profi kann zudem beraten, ob sich beispielsweise die Investition in eine moderne Umwälzpumpe oder sogar ein kompletter Austausch der Heizungsanlage lohnt. Mit den richtigen Sanierungsmaßnahmen lässt sich der Energieaufwand nämlich erheblich reduzieren und das senkt dauerhaft die Kosten.

Weitere Informationen: Energieeffiziente Hauswärmetechnik / WÄRME+ (waerme-plus.de)