Effizientes Miteinander

Autor/Redakteur: Alexander Melchart, Rennergy Systems AG/gg

Die Sonne ist aufgrund unseres Breitengrades leider nicht in der Lage, ein komplettes Gebäude das ganze Jahr über mit Strom und Wärme zu versorgen. Man hört allerorts die Welt ist nicht mehr im Gleichgewicht und es müsse gehandelt um eine Wende herbeizuführen. Daher gilt bei uns die Kombination mehrerer Energieerzeuger als die zukunftsfähigste Lösung in der Versorgung eines Gebäudes. Hybridheizungen sind heute bei Menschen, die es sich leisten können, schon im Trend, da sie unterschiedliche Energieträger kombinieren und so besonders effizient Wärme und Strom produzieren.

Grafik: Rennergy Systems AG

Gründe dafür gibt es dafür jedoch Mehrere: Zum einen zwingen gesetzliche Vorgaben wie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und die Energieeinsparverordnung die Hausbesitzer, einen Teil ihres Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken. Zum anderen nimmt eine Hybridheizung den Käufern die Angst vor einer Fehlentscheidung. Häufig sind Eigentümer verunsichert, wenn es um die Frage geht, welches Heizungssystem zukunftssicher und auf Dauer kostengünstig ist. Mit einer Hybridheizung bleiben sie flexibel und können jederzeit die jeweils günstigste oder am besten verfügbare Wärmequelle nutzen. Nach Ansicht des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie helfen Hybridheizungen, den Sanierungsstau in deutschen Heizungskellern aufzulösen. Rund 70 Prozent der deutschen Heizanlagen arbeiten bis heute nicht effizient genug. Und das ist angesichts der Energiewende in einem so fortschrittlichen Land wie Deutschland kaum zu glauben. Um so besser wenn veraltete Anlagen in Etappen – je nach Budget des Heizungsbesitzers – durch neue Komponenten ergänzt und so nach und nach modernisiert werden können. So kann man heute bereits feststellen, dass der Anteil der neu errichteten Wohngebäude, die mehr als einen Heizenergieträger nutzen, nach Angaben des Statistischen Bundesamts in den Jahren 2011 bis 2019 von 33,6 auf 47,1 Prozent gestiegen sind.

Eine Zahl die 2021 schon über die Hälfte gestiegen sein dürfte. Kein Wunder, denn Hybridlösungen sind für die Heizungsbaubranche eigentlich nichts Neues. Bereits heute wird jede zweite Pelletheizung gemeinsam mit Sonnenkollektoren betrieben. Auch die Kombination mit Gas- oder Ölkesseln, um den Spitzenbedarf in größeren Gebäuden zudecken, kommt häufig vor. Viele Heizsysteme der neueren Generation sind inzwischen sogar schon wieder so alt, dass wieder hinterfragt werden sollte ob diese noch zeitgemäß sind. Das Herzstück in derartigen Systemen bildet stets ein zentraler Wärmespeicher ein sogenannter Pufferspeicher, in den sämtliche Heizsysteme ihre Wärme einspeisen – ganz egal welche Energiequelle welches Jahrzehnts dahinter steckt.

Energiemanagement ist die entscheidende Komponente

Bei hybriden Systemen entscheidet ein gut abgestimmtes Anlagenkonzept mit einer intelligenten Regelung über die Wirtschaftlichkeit. So erlaubt die eine optimale Regelung einen ökologischen Betrieb für minimale CO2-Emissionen und einen ökonomischen für minimale Betriebskosten. “Der Sinn eines PV-Heiz Managers liegt in der Verteilung des selbsterzeugten Stroms nach einer individuell angepassten Prioritätenliste“, erklärt Alfons Renn, Vorstandsvorsitzender von Rennergy Systems. Es ist also eigentlich ganz einfach: Wird der Stromverbrauch im Haus optimiert, kann man mittels eines Energiemanagers gezielt die von der Photovoltaikanlage kommende Energie an die im Haus genutzten Geräte verteilen. Dank intelligenter Funksteckdosen können so herkömmliche Geräte wie der Geschirrspüler problemlos genau dann automatisch eingeschaltet werden, wenn die Sonne Energie verschenkt. Der überschüssiger Strom wird in einer Batterie gespeichert und geht dazu an eine Wärmepumpe, die die Energie mit einem Faktor 1:4 multiplizieren kann und Wärmeenergie für Warmwasser und Heizung für die Nacht vorproduziert. Für besonders kalte Nächte und Tage unterstützt dann die alte Heizungsanlage oder eine Holzheizung die beispielsweise mit Pellets heizt, das Heizsystem.

Der Stand der Technik scheint ausgereift und verspricht einen klaren Vorteil, was die Lebensdauer gegenüber der Solarthermie betrifft. Im Gegensatz zu thermischen Anlagen habe man ein wartungsfreies System und eindeutig weniger Systemverluste, die gerade bei der Nachrüstung ein Problem darstellen.  Außerdem würden Photovoltaikanlagen in der Winter- und Übergangszeit, wenn die Wärme benötigt werde, deutliche Mehrerträge gegenüber leistungsgleichen Solarthermieanlagen erzielen.