Heizungsanlage für Neubauten ohne wassergeführtes Verteilsystem

Mit dem Nahe-Null-Energiehaus, dass das europäische Parlament als Standard-Neubau bereits ab 2020 anstrebt, könnte sich die Haustechnik radikal verändern. Bei einem Jahresheizwärmebedarf von weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr beziehungsweise einer benötigten Heizleistung von weniger als zehn Watt pro Quadratmeter sind neue Haustechnikkonzepte gefragt: Ein 150 Quadratmeter großer Neubau benötigt damit gerade mal eine Heizungsanlage mit einer Leistung von rund 1,5 Kilowatt. „Stiebel Eltron ist bereit“, sagt Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer des deutschen Qualitätsherstellers. „Wir haben auf der Grundlage unseres Erfolgsproduktes, des Integralgeräts LWZ, ein neues Gerät entwickelt, das entsprechende niedrige Wärmebedarfe bedient, und gleichzeitig die im Vergleich zur Heizarbeit immer wichtiger werdende Warmwasserbereitung übernimmt. Das Wichtigste ist allerdings, dass die Wärme nicht mehr an ein wassergeführtes Verteilsystem abgegeben, sondern über die integrierte Lüftungsanlage in das Gebäude eingebracht wird. Die neue LWZ 604 Air mit kontrollierter Wohnungslüftung, Inverter-Wärmepumpe und integriertem 200-Liter-Trinkwarmwasserspeicher ist damit der nächste Schritt in Sachen Heizungsanlagen-Evolution.“

Die Nutzung der Lüftungsanlage als Wärmeverteilsystem ist dann wirtschaftlich, wenn die aus bauphysikalischen und hygienischen Gründen ohnehin notwendige Frischluftmenge, die von der Lüftungsanlage eingebracht wird, für den Wärmetransport ausreicht, also nicht erhöht werden muss. Bei Passivhäusern wie auch den geplanten Nahe-Null-Energie-Häusern ist diese Voraussetzung gegeben – „ganz einfach, weil der Wärmebedarf so extrem niedrig ist. Und einen solch niedrigen Wert erreichen die Gebäude nur mit einer sehr dichten, hochwertigen Gebäudehülle – die wiederum eine kontrollierte Wohnungslüftungsanlage ganz unabhängig von der Heizung benötigt. Ich nutze also ein System, das ohnehin eingebaut werden muss, und spare dadurch die Kosten für das wassergeführte Verteilsystem“, so Schiefelbein.

Die LWZ 604 Air stellt bei minus 20 Grad Außentemperatur eine reine Wärmepumpenleistung von 3,2 kW bereit. Damit kann neben der Heizung auch die Warmwasserbereitung solide mit der Wärmepumpe bedient werden. Gleichzeitig ist so für die Heizung eine Leistungsreserve vorhanden, die wichtig ist, wenn außergewöhnliche Bedarfe benötigt werden. Das neue Gerät verfügt zudem über eine sehr große Modulationsbandbreite, für die ein zusätzlicher Mini-Puffer eingesetzt wird, damit über die Lüftungsanlage tatsächlich auch kontinuierlich geheizt werden kann. Die Wärmepumpen-Leistungszahl liegt bei 4,52 bei zwei Grad Außentemperatur und 42 Grad Zulufttemperatur und für die Warmwasserbereitung bei 2,8 beim Zapfprofil XL nach EN 16147. Darüber hinaus verfügt die LWZ 604 Air über eine Anschlussmöglichkeit für einen Wasser-Heizkreis, der für die Beheizung der Ablufträume wie zum Beispiel das Bad eingesetzt werden kann. Es erfolgt keine elektrische Nachheizung und keine elektrische Vorerwärmung der Luft.

Weitere Informationen: www.stiebel-eltron.de

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