Erste Windkraftanlage dreht sich im Offshore-Windpark Nordsee Ost

Windkraftanalagen im Windpark Nordsee Ost (Alexander Kuhn)
Windkraftanalagen im Windpark Nordsee Ost (Alexander Kuhn)

Der erste Offshore-Strom vom Windpark Nordsee Ost fließt in Richtung Küste. In den vergangen Tagen hat die erste der insgesamt 48 Windkraftanlagen den Probebetrieb aufgenommen und konstant grünen Strom ins Netz eingespeist. Der Netzbetreiber TenneT hatte Ende Oktober den Windpark über seine Konverterplattform HelWin alpha angeschlossen und damit die Voraussetzung für die erste Stromproduktion geschaffen.

„Mit der ersten Stromproduktion haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht. Auch wenn noch arbeitsreiche Monate vor uns liegen: In der Inbetriebnahme-Phase werden wir gemeinsam mit dem Netzbetreiber TenneT die elektrische Feinjustierung vornehmen und alle Windkraftanlagen sukzessive ans Netz schalten“, erläutert Marcel Sunier, Projektdirektor für den Windpark Nordsee Ost bei RWE Innogy. „In den vergangenen Monaten wurden rund 200 Kilometer Unterwasserkabel verlegt und zwei Umspannwerke auf See errichtet. Damit haben wir die technischen Voraussetzungen für einen Stromtransport zum Verbraucher geschaffen, doch erst der Probebetrieb wird zeigen, ob alle Schnittstellen reibungslos ineinandergreifen und das Windkraftwerk stabil am Netz betrieben werden kann.“

In einem ersten Schritt wurden die einzelnen Windkraftanlagen der Firma Senvion untereinander vernetzt. Diese innere Windparkverkabelung wurde in den vergangenen Wochen im parkinternen Umspannwerk zusammengeführt. Der von den bereits fertiggestellten Windturbinen erzeugte Strom kommt mit einer Spannung von 33 Kilovolt (kV) im parkinternen Umspannwerk an und wird dort auf ein Spannungsniveau von 155 kV transformiert. Über Hochspannungsseekabel wird der Strom dann zur Konverterplattform HelWin alpha des Netzbetreibers TenneT transportiert, die die Wechselspannung, um Übertragungsverluste zu vermeiden, auf +-250 kV Gleichspannung umwandelt. Über zwei Exportkabel wird der Gleichstrom anschließend zum nächstgelegenen Einspeisepunkt in Büttel transportiert, wo ihn die landseitige Konverterstation zunächst wieder in Wechselstrom umwandelt und danach ins Hochspannungsnetz einspeist.

Parallel zur schrittweisen Inbetriebnahme soll die Turbineninstallation abgeschlossen werden. „Bislang sind 47 Windkraftanlagen fertiggestellt. Am letzten Standort sind bereits Turm und Gondel errichtet“, erklärt Sunier.

„Allerdings bläst seit einigen Tagen der Wind zu stark um den letzten Rotorstern zu installieren. Wir können also nur abwarten und Daumen drücken, dass sich noch ein geeignetes Wetterfenster ergibt und wir bald alle 48 Windkraftanlagen fertigstellen können.“

Nach der Fertigstellung und kommerziellen Inbetriebnahme im kommenden Frühjahr wird der Offshore-Windpark Nordsee Ost über eine installierte Leistung von rund 295 Megawatt verfügen und umgerechnet rund 320.000 Haushalte im Jahr mit Strom versorgen. Ausgestattet mit den derzeit leistungsstärksten Offshore-Turbinen gehört Nordsee Ost zu den größten kommerziellen Windkraftprojekten vor der deutschen Küste.

Weitere Informationen: www.rwenordseeost.com und www.tennet.eu

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